Herzlich willkommen bei der Ortsgruppe Kürnach-Estenfeld-Prosselsheim!

Mitgliedertreffen in Kürnach
Dienstag, 29. September, 19-21 Uhr
BieberBau Kürnach
Themen: Pflege der Streuobstwiese
Vergangene Projekte
Main-Fluss-Film-Abend
„Water is love“
Wasser ist Leben und es wird immer knapper in Zeiten des Klimawandels. Unterfranken ist einer der extremsten Hitze-Hotspots in Deutschland und gilt als Paradebeispiel für die Probleme, die daraus besonders in der Landwirtschaft entstehen.
Der Hauptfilm des diesjährigen Main-Fluss-Filmfestivals „Water ist love – Ripples of Regeneration“ verdeutlicht was Wasser mit Klimaschutz zu tun hat, warum Wasser Leben bedeutet und wie wir alle dazu beitragen können, Wasserkreisläufe wieder in den Gang zu setzen.
Der Text zu diesem Film ist noch in Bearbeitung und erscheint hier in den nächsten Tagen!
Auf den Spuren eines fränkischen Ureinwohners

Eugen Bieber führte durch typische Hamsterflächen
Auf Einladung der BN-Ortsgruppe trafen sich 16 Naturbegeisterte, um mit Eugen Bieber auf die Suche nach einem fast vergessenen Tier mit buntem Fell und schwarzem Bauch zu gehen. Der europäische Feldhamster galt einst als landwirtschaftliche Plage, heute ist er massiv vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste als stark gefährdete Art. Was hat dazu geführt? Optimierte Erntemaschinen arbeiten immer gründlicher, der Nager findet im September nicht mehr genug Getreide (2-5 kg) für seinen Wintervorrat. Ein weiteres Problem ist der Klimawandel, er lässt das Korn schon Anfang Juli reif werden. Der Hamster ist dann noch mit der Aufzucht seiner Jungen beschäftigt. Auf der abgeernteten Ackerfläche wird das nachtaktive Tier zur leichten Beute für Wiesel, Fuchs und Eulen. Manchmal kann er sich über eine senkrechte Fallröhre in seinen unterirdischen Bau retten.
Trotz europaweite Artenschutzprogramme ist der Feldbewohner in ganz Bayern nur noch in Unterfranken zwischen Würzburg, Kitzingen und Schweinfurt zu finden. Im lockeren Löß- und Lehmboden kann er gut einen unterirdischen Bau anlegen.
Eugen Bieber weist auf ein Ackerareal, welches durch streifenweise Anordnung von Getreide und Klee auffällt. Klee und Wildkräuter dienen dem Tier als Nahrung, wobei es auch Mäuse und Insekten nicht verschmäht. Der Klee fördert gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit. Das Getreide wird hier zum Schutz des seltenen Feldbewohners drei Jahre in Folge nicht vor Oktober geerntet. Der Landespflegeverband (LPV) vergibt Fördergelder für solche Flächen.
Auf unserem Weg durch die Feldstrukturen finden wir leider nur Mäuselöcher und keine Spuren vom Feldhamster. Warum nimmt der Bestand weiter ab? Reichen die wenigen, weit voneinander entfernten Ausgleichsflächen für seine Rettung nicht aus? Der LPV wird im September eine Zählung vornehmen; wir sind gespannt auf das Ergebnis. Schließlich geht es dabei auch um den Schutz von anderen bedrohten Tieren, wie Feldlerche, Rebhuhn und Wachtel.
Ein Dank geht an Eugen Bieber für die sehr schöne Exkursion und seine interessanten Geschichten. Er kennt das Kürnacher Umland wie kein anderer und wir freuen uns auf die nächste Erkundung mit ihm.
Bach-Renaturierung:
Bei einer 2023 von der SPD organsierten Wanderung entlang der Kürnach mit Bürgermeister René Wolfahrt und Michael Kolahsa vom Fischereifachverband Bezirk Unterfranken entstand die Idee, man könnte mit kleinen Eingriffen das Fließverhalten der Kürnach an verschiedenen Stellen verbessern und dadurch geeignete Aufenthaltsräume für Wasserlebewesen schaffen. Die BN-Ortsgruppe nahm die Planung vor und holte die erforderlichen Genehmigungen ein. Schließlich verlegte eine engagierte BN-Ortsgruppe in einem unwegsamen Gelände die von der Gemeinde gestifteten Steine alternierend in einem kleinen Bachabschnitt. Die verbesserten Fließeigenschaften waren schnell zu beobachten.
Aktion: „Streuobst für alle“:
Friedrich Barthel hat für interessierte Streuobstgarten-Besitzer Fördergelder für neue Bäume beantragt. Auf diese Weise konnten neue Obstsorten in Estenfeld und Kürnach gepflanzt werden, darunter die älteste bekannte Apfelsorte. Der „Edelborsdorfer“ soll bereits im 13. Jahrhundert im Osten Deutschlands entstanden sein.
Ein Sandarium bauen mit Uli Krammel:
Siehe Fotos und Text unten.
Ein Sandarium für Wildbienen




Was ist ein Sandarium?
Von den 460 Wildbienenarten nisten 340Arten im Boden, sie werden deshalb zu den Erd- oder Bodennistern gezählt. Sie benötigen dafür kahle, trockene und sandige Stellen in Wiesen und Gärten, um dort ihre Bruthöhlen anlegen zu können. Diese sind jedoch komplett verschwunden, was eine Ursache dafür ist, dass die wertvollen Bestäuber unserer pflanzlichen Nahrungsmittel so dramatisch zurückgegangen sind.
Wie wird ein Sandarium angelegt?
Jeder kann recht einfach im Garten oder auf der Terrasse ein solches Terrarium für Wildbienen anlegen und diese bei ihrer täglichen Arbeit beobachten und fotografieren.
Übrigens: Der Stachel der Wildbienen kann die menschliche Haut nicht durchdringen, sie stellen also keinerlei Bedrohung dar.
Einzelschritte:
- Sonnigen Standort suchen
- Eine 50 cm Meter tiefe Mulde graben, ca. 40 cm x 40 cm breit. Alternativ ein entsprechendes Behältnis, z.B. eine Blechwanne, Hochbeet o.ä. nutzen
- Spielplatz- oder Flusssand muss mit Erde gemischt werden, da die Bruthöhlen in den rundgewaschenen Sandkörnern einbrechen können. Nur kantige, ungewaschene Sandkörner, wie man sie in Steinbrüchen, aber auch im Baumarkt findet, bleiben stabil.
- Den groben Sand in die Mulde füllen und dabei einen Hügel aufschichten, der dafür sorgt, dass das Wasser bei Regen schnell abfließen kann und der Sand trocken bleibt.
- Bei lehmigem Untergrund oder einem Behälter empfiehlt es sich, zuvor eine Drainageschicht aus grobem Kies oder Ziegelbruch in die Mulde zu füllen.
- Den Sandhügel durch Klopfen mit der Schaufel etwas verdichten.
- Die Ränder dekorativ mit Totholz umranden. Die Wildbienen nutzen das Material zum Verschließen ihrer Bruthöhlen.
- Einen Draht, Brombeer- oder Rosenranken darüberlegen, damit Katzen und Co. nicht im Sandarium scharren können.
Nahrung für Wildbienen:
- Wildbienen sind häufig auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Gibt es diese speziellen Blüten nicht, sterben die Tiere.
- Blühende Kräuter (Rosmarin, Lavendel, Salbei) bieten reichlich Nahrung für Wildbienen.
- Wiesenblumen bilden Nektar und Pollen für diese Insekten.
- Niemals gefüllte Blüten anpflanzen, sie enthalten kaum Bienenahrung.
Viel Spaß beim Ausprobieren!






