Zur Startseite

Mainfrankenmesse

Bio-Rezepte 2013

Bio-Rezepte 2011

Ortsgruppen

Pressemitteilungen 2021

Sinnvoller Artenschutz oder nur Liebhaberei?

Würzburg, 15.12.2021

Wenn im Dezember die ersten dicken Schneeflocken fallen, besinnen sich viele Menschen auf die heimische Vogelwelt. Spätestens zu dieser Zeit werden im Einzelhandel Unmengen an Vogelfutter angeboten. Mehr als 20 Millionen Euro geben Vogelfreunde jährlich dafür aus.

„Eine Winterfütterung leistet aber nur einen sehr geringen Artenschutzbeitrag. Viel wichtiger ist Wildwuchs im Garten mit dichten Hecken, Streuobst, naturnahen Stauden und Kräutern“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg. Während Spatzen, Meisen und Amseln am Futterhäuschen wie im Paradies leben, haben andere Vogelarten kaum etwas davon. Seltene und bedrohte Arten, wie Rebhuhn oder Grauammer, kommen in der Regel nicht an die Futterstelle. „Nur Füttern hilft wenig. Man fördert damit lokale Tierpopulationen, aber nicht unsere überlebenswichtige Biodiversität. Echter Vogelschutz ist der Erhalt strukturreicher Landschaften und der Schutz natürlicher Lebensräume!“


Verkehrt ist die Vogelfütterung trotzdem nicht. Futterstellen bieten eine gute Gelegenheit, Vögel aus der Nähe zu beobachten und spannende Naturerlebnisse zu erfahren. Eine Untersuchung der katholischen Universität Eichstätt zeigt, dass Vogelbeobachtungen glücklich machen. Deshalb ist gegen ein sachgemäßes Füttern im Winter nichts einzuwenden. „Wichtig ist, dass die Futterstellen im Garten sauber gehalten werden, verschmutztes Futter muss entsorgt werden. Frisches Wasser sollte das ganze Jahr angeboten werden“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

Wichtig ist auch die Wahl des richtigen Vogelfutters. Den BUND Naturschutz erreichen in den letzten Tagen viele Meldungen zu verschmähten Meisenknödeln. „Vögel sind wählerisch, solange sie durch das Wetter nicht gezwungen sind, auf minderwertige Kost umzusteigen. Bei Billig-Vogelfutter aus dem Discounter oder dem Baumarkt leidet häufig die Qualität. Sehr günstige Meisenknödel enthalten Abfallfette, Backbrösel und andere unverdauliche Füllstoffe“, erläutert Steffen Jodl.
 

Wer in seinem Garten viele Vögel beobachten will, muss auf eine gute Futterqualität setzen. Dabei gilt: Je vielfältiger das Futterangebot ist, desto mehr Vogelarten finden etwas Passendes. Besonders beliebt sind Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Mohn, Distelsamen, Fett-Kleie-Gemische, Haferflocken, frisches Obst, Rosinen und getrocknete Mehlwürmer. Wichtig ist auch, nur Futter zu verwenden, das garantiert frei von Ambrosia-Samen ist. Diese allergieauslösende Pflanze wird über Vogelfutter verbreitet.
 

Generell gilt: Der Kauf von regionalen und biologisch angebauten Lebensmitteln hilft, strukturreiche Landschaften als Lebensraum für viele verschiedene Vogelarten zu erhalten. Das ist sinnvoller, als übermäßig Winterfutter zu erwerben.

Regionale Christbäume ohne Gift

Würzburg, 25.11.2021

Am besten regional und bio – das empfiehlt der BUND Naturschutz in Bayern (BN) für den idealen Christbaum.

„Wir werben bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern, Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die in den bayerischen Regionen ohne Kunstdünger und Pestizide aufgewachsen sind“, soArmin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Wir möchten auch bei den Christbäumen wegkommen von langen Transportfahrten, die das Klima belasten, von Spritzmitteln, die in den meisten konventionellen Plantagen eingesetzt werden, und von Düngemittelrückständen, die oft die Gewässer und Trinkwasser belasten“, erläutert Steffen Jodl, BN-Geschäftsführer der Kreisgruppe. Deshalb präsentiert der BN zur Adventszeit einen regionalen Einkaufsführer. In die recherchierte Anbieterliste für ökologisch erzeugte Christbäume konnten wiederum neue Anbieter aufgenommen werden, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Entscheidung leichter zu machen. Der BN wirbt aber auch bei Waldbesitzern, Plantagenbetreibern und Verkäufern, mehr Bio-Weihnachtsbäume anzubieten.

Der optimale Christbaum: „vom drauß‘ vom Walde komm ich her“

Der optimale Christbaum kommt direkt aus dem Wald, er fällt ohnehin bei der Waldpflege an. Hier gehen keine landwirtschaftlichen Flächen für Christbaumplantagen verloren und es wird auch kein Wald dafür gerodet, was zwar verboten ist, aber immer wieder mal vorkommt. Insgesamt werden leider relativ wenige Bäumchen direkt aus dem Wald angeboten. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Weihnachtsbäume aus der Waldpflege anzubieten, bessere Bäumchen kann es nicht geben“, so Ralf Straußberger, Waldreferent des BN.

Bio-Baum ist beste Alternative

„Für die meisten Verbraucher ist deshalb ein bio-zertifizierter Christbaum aus Bayern die beste Alternative“, so Straußberger. Die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus reicht von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland, die der BN besonders empfiehlt, über die EU-Bio-Zertifizierung bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern.

BUND-Christbaumtest weist regelmäßig Pestizidrückstände nach

Ganz anders bei konventionell angebauten Bäumen: Im letzten Jahr hatte der BUND bundesweit Stichproben auf Rückstände an Pestiziden untersuchen lassen. Bei über der Hälfte der Ware wurde das Labor fündig. Auch wenn ein konventioneller Baum im Wohnzimmer wahrscheinlich nicht direkt gesundheitsschädlich ist, so ist doch der Einsatz von Pestiziden auf Plantagen vor allem ein Problem für die Artenvielfalt: Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie töten oder schädigen Bienen und andere Insekten und sie zerstören Lebensräume von Nützlingen. Vier der im letzten Jahr in den Bäumen gefundenen Wirkstoffe sind hoch giftig für Bienen.

Eine Anbieterliste für giftfreie Christbäume finden Sie unter https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen

BUND Naturschutz zum Verkehrskonzept in Würzburg: Erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung

BUND Naturschutz begrüßt das Konzept „Besser leben im Bischofshut“ als ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung, wünscht sich insgesamt aber eine Reduzierung des Parkplatzangebotes in der Innenstadt und fordert rasche Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

19.10.2021

Das vorgestellte Konzept „Besser leben im Bischofshut“, das von einem Bündnis einiger Fraktionen des Stadtrates erarbeitet wurde, enthält nach Ansicht des BN durchaus richtige Punkte. So sorgen die Verbesserungen im Radverkehr, die höhere Taktung der Straßenbahn sowie die Erstellung eines Fußverkehrskonzeptes für eine fairere Verteilung des Straßenraums und dadurch letztendlich zu einem „Mehr“ an Mobilität, so der 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg, Armin Amrehn. Auch, dass sich anscheinend eine Mehrheit im Stadtrat für ein solches Konzept gefunden hat, begrüßt der BN. „Die Zeit drängt, um das globale Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung einzuhalten. Eine Mobilitätswende ist dabei ein wichtiger Baustein“, führt BN-Geschäftsführer Steffen Jodl aus. Kritisch sieht der BUND Naturschutz jedoch die Reihenfolge der Maßnahmen. So sollten nach Ansicht des BN erst Flächen umgewidmet und entsiegelt werden, um zeitnah Grün- und Versickerungsflächen zu schaffen. Diese werden dringend benötigt, um Hitzewellen und Starkregenereignisse in Würzburg als Folge der Klimakrise abzufedern. Auch müsste das Parkplatzangebot in der Innenstadt insgesamt reduziert werden. Nur so lässt sich der Autoverkehr verringern und die Aufenthaltsqualität - auch zum Vorteil des Einzelhandels – steigern, so der BN abschließend.

BUND Naturschutz Würzburg: Armin Amrehn als Vorsitzender im Amt bestätigt

Würzburg, 15.10.2021

Bei der Mitgliederversammlung der BN-Kreisgruppe Würzburg wurde Armin Amrehn als 1. Vorsitzender bestätigt. Neu im Vorstand ist Mirjam Falge, die schon seit vielen Jahren die BN-Ortsgruppe Gerbrunn leitet. Verabschiedet wurden Dr. Martina Alsheimer und Wolfgang Klopsch.

Nach einem Jahr „Corona-Pause“ konnte die BN-Kreisgruppe Würzburg wieder eine Mitgliederversammlung abhalten. Diese fand am 08. Oktober in Kürnach statt. Nun konnte auch die ausstehende Neuwahl des gesamten Kreisvorstandes nachgeholt werden, wobei Armin Amrehn als 1. Vorsitzender im Amt bestätigt wurde. Dr. Martina Alsheimer, die die Leitung der BN-Umweltstation übernahm, schied aus dem Vorstand aus, ebenso wie Wolfgang Klopsch, der für seine langjährigen Verdienste in der Kreisgruppe sowie als Vorsitzender der Ortsgruppe Veitshöchheim mit der Vereinsnadel in Gold ausgezeichnet wurde.

Armin Amrehn bedankte sich bei Dr. Martina Alsheimer und Klaus Isberner, für die hervorragende Organisation des BN-Beitrages auf der diesjährigen Main-Frankenmesse. Auch hob er das große Engagement aller BN-Aktiven hervor, die vor allem in den 29 Ortgruppen in Stadt und Landkreis Würzburg wichtig Arbeit für den Natur- und Umweltschutz betreiben.
Der Geschäftsführer der Kreisgruppe, Steffen Jodl, informierte über die vielfältigen Aufgaben der Kreisgruppe in den vergangenen zwei Jahren: So beteiligte sich die Kreisgruppe intensiv am Bienen-Volksbegehren, setzte sich für den Erhalt ökologisch wertvollster Flächen bei Gerbrunn ein, die durch ein Industriegebiet bedroht waren, deckte eine illegale Grundwassernutzung in einem Steinbruch bei Thüngersheim auf, warb für mehr Radwege und Grün in der Stadt Würzburg und engagierte sich für ein klimaverträgliche Waldnutzung.

Finanziell musste die Kreisgruppe einen Verlust bei der Haus- und Straßensammlung, von rund 15.000 Euro verkraften, da diese aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, wie der Schatzmeister der Kreisgruppe, Thomas Biechele-Kusch ausführte. Auch im laufenden Jahr muss die Haus-und Straßensammlung, eine zentrale Einnahmenquelle für den BUND Naturschutz, leider ausfallen.

Gartentipps für den Herbst: Wilde Ecken voller Leben

Würzburg, 28.09.2021

Mit der richtigen Pflege kann der heimische Garten zum Jahresende hin zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. BUND Naturschutz zeigt auf, wie es geht.

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. „Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden hier Schutz und Nahrung“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz. 

Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten Überwinterungsquartiere.

Grundsätzlich sollten Hobby-Gärtner*innen besser seltener und später mähen, rät Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim BN: „Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten oder Löwenzahn vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“ Der Rasenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Materiallocker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt der Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens im Winter. 

Im Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen. Insekten wie Bienen oder Hummeln ernähren sich im Frühjahr von Schneeglöckchen, Krokussen, Märzenbechern und Tulpen. Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße. Im Frühjahr können sie sich dann zu schönen Blütenteppichen entwickeln.

„Dass Laubbläser tabu sind sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben“, so der BN abschließend. „Sie sind nicht nur laut, sondern behindern zudem die Humus- und Nährstoffbildung da die weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten können. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum. Außerdem wird die Deck-Schicht entfernt, die den Boden vor Austrocknung und extremer Kälte schützt.“


Weitere Infos:
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser

www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten
 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 260.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.700 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Wechsel beim BUND Naturschutz: Bildungsreferent Klaus Isberner verabschiedet

Würzburg, 21.09.2021

Klaus Isberner, langjähriger Bildungsreferent beim BUND Naturschutz Würzburg, zum 01. September in Ruhestand verabschiedet – Dr. Martina Alsheimer folgt nach.

Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg und Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe und BN-Regionalreferent Unterfranken, bedankten sich bei einer Abschiedsfeier bei Klaus Isberner für sein langjähriges und erfolgreiches Engagement beim BUND Naturschutz und hielten Rückschau auf seine 33-jährige Tätigkeit:

Seine „BN-Karriere“ startete Klaus Isberner schon im Jahr 1988 mit einem Umweltberater-Praktikum bei der Kreisgruppe Würzburg. Ab März 1989 organisierte er dann erfolgreich den BN-Beitrag bei der Landesgartenschau 1990. In dieser Zeit entstand auch das Ökohaus Würzburg, wo die BN-Kreisgruppe bis heute ihre Geschäftsstelle hat. Anschließend war Klaus Isberner als Bildungsreferent für den BN Würzburg tätig und setzte sich auf diese Weise auch für den Schutz unserer Lebensgrundlagen ein.

So organisierte er 1988 auch die Würzburger Umwelttage, gründete und koordinierte das „Umweltforum Würzburg“ und das „Forum Umweltbildung Unterfranken“. In seiner Zeit wurde die Kreisgruppe auch als Träger des Qualitätssiegels „Umweltbildung. Bayern“ ausgezeichnet. 

Über das „Ökohausprogramm“ mit den beiden Ausgaben Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter interessierte er Tausende Menschen, Jung und Alt, für Natur- und Umweltschutzthemen. Von der Führung über blütenreiche Magerwiesen, Workshops zum Thema Photovoltaik bis hin zum meditativen Tanzen stellte er stets ein abwechslungsreiches Programm auf – mit jährlich rund 180 Veranstaltungen. Ergänzt wurde dieses durch größere Umweltprojekte, Schulklassen- und Kindergartenaktionen, Natur-Kindergeburtstage und vielem mehr. Nicht weniger erfolgreich waren die aufwändigen Beiträge zur Mainfrankenmesse. Insbesondere die Bioküche, die der BUND Naturschutz mehrmals mit Slow Food, dem Hotel- und Gaststättenverband und dem Bauernverband durchführte, war ein großer Erfolg.

Gerne knüpfte er auch neue Kontakte, wie mit der Organisation des Würzburger Natur- und Kunstjahres 2003/04 und brachte so einem breiten Besucherspektrum Natur- und Umweltschutz nahe.

Das neueste Projekt „Gründung und Betreuung von BN-Wandergruppen“ ist in der Anfangsphase und wird ihn auch in seinem Ruhestand weiter begleiten.

Die Nachfolge von Klaus Isberner tritt Dr. Martina Alsheimer an.  Sie arbeitet schon seit einigen Jahren bei der Kreisgruppe Würzburg und übernimmt die Leitung der neuen BN-Umweltstation.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 260.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.700 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

BUND Naturschutz zum Hochwasserschutz bei Acholshausen: Bodenerosion verhindern und Versiegelung reduzieren!

Würzburg, 15.09.2021

Technischer Erosions- und Hochwasserschutz reicht nicht aus – BUND Naturschutz fordert Anpassungsstrategie in der Fläche – Bodenerosion muss verhindert, Versickerungsfähigkeit erhöht, Versiegelung reduziert werden

Medienwirksam wurde bei Acholshausen, Lkr. Würzburg, der Bau einer Regenrückhaltung vorgestellt. Damit soll im Rahmen des Projektes „Würzburger Süden“ Hochwasser- und Erosionsschutz betrieben werden. „Es reicht aber nicht aus, Rückhaltebecken zu bauen in denen Niederschlagswasser zurückgehalten wird und sich der abgeschwemmte Boden absetzen kann. Wir müssen die Versickerung auf der Fläche fördern und dort dem Bodenabtrag entgegenwirken“, so Armin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg.  „Auch müssen die Gemeinden die Versiegelung reduzieren. Hilfreich ist hier eine Niederschlagswassergebühr die in vielen Gemeinden, wie Gaukönigshofen mit seinem Ortsteil Acholshausen noch immer fehlt“, ergänzt Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe.

Daher fordert der BUND Naturschutz:

  • Die Landwirtschaft muss wieder mit dem Boden arbeiten und den Humusanteil erhöhen. Schwere Maschinen, Kunstdünger und Spritzmittel haben zu einer Bodenverdichtung und Verarmung der Bodenlebewesen geführt. Das Porenvolumen ist stark zurückgegangen mit der Konsequenz, dass gerade Starkniederschläge oberflächig abfließen und den Boden zum Teil bis in die Wohngebiete spülen. 
  • Gerade in Hanglagen ist auf eine ganzjährige Bodenbedeckung hinzuwirken.
  • Heckenpflanzungen, gerade in den ausgeräumten Gaulagen, reduzieren die Bodenerosion durch Wind und die Austrocknung der Böden. Die Wasseraufnahmefähigkeit wird verbessert.
  • Die Drainage von Äckern und die Ausleitung des Wassers aus der Fläche ist zu stoppen. Ein Rückbau ist erforderlich.
  • Fließgewässer müssen durchgehend renaturiert werden und natürliche Überflutungsräume erhalten.
  • Flächen müssen entsiegelt und nicht noch weiter versiegelt werden. Eine Niederschlagswassergebühr, in die der Versiegelungsgrad des Grundstücks einfließt, ist hierbei ein wichtiges Steuerungsinstrument.
  • Auch die Zwischenspeicherung in Zisternen und Verdunstung durch Grünflächen, Teiche, Bäume, Fassaden- und Dachbegrünungen stellen Möglichkeiten einer ökologischen Niederschlagswasserbewirtschaftung dar. Dies entlastet die Kanalisation und verbessert über eine Verdunstungskühlung das Mikroklima im Wohnumfeld.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 260.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.700 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Spätsommer ist Wespenzeit: Lästig für den Menschen – wichtig für die Natur

Würzburg, 08.09.2021

Wespen vertreiben oder gewähren lassen? BUND Naturschutz gibt Tipps für den Umgang mit den geschützten Insekten.

„Wegen des kühlen und verregneten Frühlings werden im Spätsommer wohl eher weniger Wespen als in den Vorjahren unterwegs sein, trotzdem werden sie sich auch in diesem Jahr wieder zu uns an den Kaffeetisch gesellen“, so Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz. Der BN klärt daher auf, wie man mit den ungebetenen Gästen am besten umgeht und welche wichtige Rolle sie für die Natur spielen. 

„Was manchmal wie eine Invasion wirkt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt der Natur um uns herum. In der Regel trauen sich nur zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten an unsere gedeckten Tafeln, nämlich die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe“, erklärt Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe und ergänzt: „Alle anderen Wespenarten interessieren sich nicht für unser Essen. Sie ernähren sich von Nektar, Pollen und Pflanzensäften, dabei bestäuben sie Pflanzen. Für den Nachwuchs vertilgen sie zum Beispiel Fliegen, Mücken, Motten oder Spinnen und sind damit ein wichtiger Teil natürlicher Nahrungsnetze und Ökosysteme. Gerade angesichts des dramatischen Insektensterbens sollten wir ihnen mit Respekt und keinesfalls mit Gift begegnen. Von den 562 heimischen Wespenarten (neben den Faltenwespen, zu denen die beiden genannten zählen, sind dies Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen) sind 255 Arten gefährdet, weil wir ihre Lebensräume zerstören.“

Um keine Wespen anzulocken, kann man Speisen abdecken, süße Getränke verschließen und auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte verzichten. Gesellen sich die Wespen doch dazu, heißt es vor allem: Ruhe bewahren! „Angstschweiß versetzt die Wespen in Alarmbereitschaft, und das CO2 in der Atemluft beim Wegpusten macht sie aggressiv. Auch sollte man auf keinen Fall nach den Wespen schlagen oder wild mit der Hand herumwedeln. Grundsätzlich gilt: Wespen haben nicht die Absicht zu stechen. Sie wehren sich aber, wenn sie sich bedroht fühlen. Dreiste Ruhestörer kann Wasser aus Sprühflaschen zur Raison bringen. Oder Sie lassen die Wespen gewähren und beobachten, wie sie geschickt ein kleines Stück aus einem großen Ganzen herausoperieren und mit der Beute stolz davonfliegen“, so der Biologe Steffen Jodl.

Es sei ihnen gegönnt, denn was für uns nur die letzten Sommerwochen des Jahres sind, sind für die Wespen die letzten Tage ihres Lebens. Nur die jungen begatteten Wespenköniginnen überwintern. Erst im nächsten Sommer schlüpfen neue Wespen, die uns als Insektenvertilger so manche Fliege vom Leib halten.

Übrigens: Nur wenige Arten bauen große Nester am Haus. „In den allermeisten Fällen ist die Angst der Menschen vor Wespen unbegründet. Hornisse, Rote Wespe, Sächsische Wespe, Feldwespen und viele andere Arten sind friedliebende Tiere. Sie zu bekämpfen, ist unnötig und verboten! Deshalb müssen vor einer Bekämpfung am Haus unbedingt Fachleute vor Ort beurteilen, um welche Wespenart es sich eigentlich handelt. Die Giftspritze gehört, wenn überhaupt, in die Hand von Fachleuten, nicht von Laien. Hier helfen fachkundige Hornissen- und Wespenberater, die z.B. über die Untere Naturschutzbehörde erreichbar sind“, erläutert Armin Amrehn .

Weitere Infos:
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/wespen-fernhalten

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 260.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.700 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

BUND Naturschutz: Gesplittete Abwassergebühr nötig!

Würzburg, 19.07.2021

Die Klimakrise führt zu mehr Extremwetterlagen: Starkregenereignisse mit Überflutungen in diesem Jahr, ausgeprägte Trockenperioden mit sinkenden Grundwasserständen in den vergangenen Jahren. „Es ist daher zwingend erforderlich, Kanalisation und Kläranlagen von starken Niederschlägen zu entlasten und gleichzeitig die Versickerung vor Ort zu fördern“, stellt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz fest.  Ein wichtiges Steuerungsinstrument ist dabei eine getrennte Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr. „Die gesplittete Abwassergebühr schafft finanzielle Anreize zur Entsiegelung, zur Regenwassernutzung sowie zur Regenwasserversickerung vor Ort und ist ein Beitrag zur Hochwasservorsorge“, so Steffen Jodl, Regionalreferent für Unterfranken.  Wie der BUND Naturschutz durch eine Umfrage feststellen konnte, haben aber bisher nur 29 von 52 Kommunen im Landkreis Würzburg diese gesetzliche Vorgabe umgesetzt.

Gesplittete Abwassergebühr gerechter

Bei der gesplitteten Abwassergebühr werden die gesamten Kosten der Wasserentsorgung nach zwei Maßstäben verteilt: Die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung werden nach der versiegelten Fläche mit Kanalanschluss berechnet und die Kosten der Schmutzwasserbeseitigung nach dem Trinkwasserverbrauch. „Diese Aufteilung ist sinnvoll, denn bei der herkömmlichen Berechnung wird nur der Trinkwasserverbrauch als Maßstab für die Kostenberechnung der gesamten Wasserentsorgung herangezogen. Niederschlagswasser wird dabei kostenfrei in die Kanalisation abgeleitet, belastet aber Kanal und Kläranlage“, so Armin Amrehn vom BUND Naturschutz. „Insbesondere Betriebe mit großen versiegelten Flächen und vergleichsweise geringem Frischwasserverbrauch profitieren von dieser kostenfreien „Entsorgung“ des Niederschlagswassers. Ein Gebührensplitting ist damit auch gerechter.“ Die rechtliche Grundlage für ein Abwassersplitting liefern diverse Gerichtsurteile. Auch in Bayern ist das Abwassersplitting verpflichtend, ermöglicht aber eine Ausnahme, wenn der Kostenanteil des abgeleiteten Niederschlagswassers nachweislich niedriger liegt als 12 Prozent der Gesamtkosten (Geringfügigkeit). Das dürfte wohl in kaum einer Kommune der Fall sein.

Eine derartige Ausnahme wird in Baden-Württemberg auch durch ein Urteil des dortigen Verwaltungsgerichtshofs (Urteil vom 11. März 2010, Az. 2 S 2938/08) nicht mehr anerkannt. Das Gericht stellte klar, dass eine Berechnung von Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung auf den privaten und gewerblichen Grundstücken auf Basis des Trinkwasserverbrauchs nicht haltbar ist, da dies in aller Regel gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG sowie gegen das Äquivalenzprinzip verstößt. Der BUND Naturschutz fordert daher auch für Bayern die Anwendung des Gebührensplittings ohne Ausnahme.

Niederschlagswassergebühr muss Wirkung zeigen

Der BUND Naturschutz hat in einer Umfrage auch die erhobenen Abwassergebühren erfragt. Diese liegen im Landkreis Würzburg bei den 29 Gemeinden, die ein Gebührensplitting umsetzen, zwischen 1,41 und 4,17 Euro je Kubikmeter. Die erhobenen Niederschlagswassergebühren reichen von 0,09 bis 1,41 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche. Damit machen die Niederschlagswassergebühren durchschnittlich nur rund 12 Prozent der Gesamtkosten aus, bei einer Spanne von rund 3 bis 40 Prozent! Um eine gerechte Verteilung der Kosten und einen Anreiz hin zu weniger Flächenversiegelung zu erreichen, hält der BUND Naturschutz eine Niederschlagswassergebühr von mindestens 25 bis 30 Prozent für angebracht. Haushalte mit guter Wassernutzung können dann profitieren.

Nachhaltige Wasserbewirtschaftung bietet Vorteile

Wer Niederschlagswasser gleich am Ort der Entstehung in Mulden oder Rigolen speichert und über die Bodenzone versickert, spart Geld und fördert die Grundwasserneubildung. „Auch die Zwischenspeicherung in Zisternen und Verdunstung durch Grünflächen, Teiche, Bäume, Fassaden- und Dachbegrünungen stellen Möglichkeiten einer ökologischen Niederschlagswasserbewirtschaftungdar. Dies entlastet die Kanalisation und verbessert über eine Verdunstungskühlung das Mikroklima im Wohnumfeld, was gerade bei heißen Sommertemperaturen von immer größerer Wichtigkeit wird“, erläutert Steffen Jodl.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 250.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.600 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

 

BUND Naturschutz: „Wasseraustriebspolitik“ wird zum Bumerang. Hochwasserschutz muss in die Fläche kommen

Würzburg, 01.07.2021

Die Starkregenereignisse der letzten Tage haben es uns wieder vor Augen geführt. „Eine flächige Wasserspeicherung im Boden und in der Landschaft dient nicht nur der Grundwasserneubildung, sondern auch dem Hochwasserschutz“, so Armin Amrehn, Vorsitzender beim BUND Naturschutz Würzburg. Durch die Klimakrise bedingt, nehmen Starkregenereignisse zu. Die Versiegelung von Flächen und eine falsche Bewirtschaftung von Böden, führt dann rasch zu Überschwemmungen.  Dies muss sich ändern! Der BUND Naturschutz fordert daher:

  • Die Drainage von Äckern und die Ausleitung des Wassers aus der Fläche ist zu stoppen.
  • Fließgewässer müssen durchgehend renaturiert werden.
  • Die Landwirtschaft muss wieder mit dem Boden arbeiten und den Humusanteil erhöhen. Schwere Maschinen, Kunstdünger und Spritzmittel haben zu einer Bodenverdichtung und Verarmung der Bodenlebewesen geführt. Das Porenvolumen ist stark zurückgegangen mit der Konsequenz, dass gerade Starkniederschläge oberflächig abfließen und den Boden zum Teil bis in die Wohngebiete spülen. 
  • Flächen müssen entsiegelt und nicht noch weiter versiegelt werden.

Verschiedene Faktoren haben in den letzten Jahren zu einer gefährlichen Gemengelage geführt, die Überschwemmungen und das Abschwemmen wertvoller Böden zur Folge haben: Durch Flurbereinigung, Entwässerung von Böden und Begradigungen sowie die Kanalisierung der vielen kleinen Gewässer zu Wasser-Autobahnen wird Wasser kaum noch in der Fläche zurückgehalten. Starkregenereignisse zeigen diese Fehler immer öfter schonungslos auf. Auch ein zunehmender Versiegelungsgrad beschleunigt und erhöht den Wasserabfluss. Durch intensivierte Landbewirtschaftung, zunehmend verdichtete Böden, die arm an Bodenlebewesen und Poren sind, wurde auch die Regenspeicherfähigkeit der Böden auf großer Fläche verschlechtert. Anstatt in den Boden zu versickern, fließt Wasser schnell ab. Insbesondere dort, wo der Ackerboden ohne Bewuchs ist, wird bei Starkregen auch wertvoller Boden abgeschwemmt – zum Hochwasser kommt die Schlammflut. Vor allem Maisflächen sind gefährdet. Und gerade der Maisanbau hat sich von 1965-2010 in Bayern verzehnfacht. Wenn nun zu beschleunigten und erhöhten Wasser-Abflüssen auch noch der Klimawandel und die damit verbundenen verstärkten Starkregenereignisse hinzukommen, ist das ein gefährlicher Mix. Wir bekommen nun zunehmend die Quittung für viel zu schwachen Klimaschutz und die Wasseraustreibungspolitik der vergangenen Jahrzehnte“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe Würzburg und BN-Regionalreferent für Unterfranken.

Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, die Klimakrise zu stoppen und die Wasseraufnahme und -haltefähigkeit der Böden wieder zu erhöhen, so Armin Amrehn vom BUND Naturschutz. Alle hierfür nötigen und möglichen Maßnahmen dienen nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern sie reduzieren auch die Auswirkungen von Trockenzeiten, die ebenfalls nach den Klimaprognosen zunehmen werden und gerade die Region Unterfranken treffen. Sie dienen auch dem Naturschutz, dem Gewässerschutz, dem Grundwasserschutz und der Erholungseignung der Landschaft. Und sie sichern die Existenzgrundlage der Landwirtschaft, nämlich intakten Boden.

Um den Wasserabfluss in erosionsgefährdeten Lagen zu verringern bzw. zu verlangsamen, muss vor allem der Anteil dauerhaft bodendeckender Kulturen (Grünpflanzen) erhöht, und der Anteil von erosionsanfälligen Kulturen, wie Mais, Kartoffeln oder Rüben reduziert werden. Mulchsaaten gehören dabei zur guten fachlichen Praxis, reichen jedoch nicht zum alleinigen Erosionsschutz aus.

Bei der Bewirtschaftung muss darauf geachtet werden, dass der Boden seine Wasserspeicherkapazität erhält bzw. erhöht - d.h. Förderung des Humusaufbaus des Bodenlebens (z.B. spielen die Regenwurmgänge für den Wasserrückhalt eine wichtige Rolle), des Porenreichtums und der Durchwurzelung.

An Gewässern 2. und 3. Ordnung müssen wieder ehemalige Schleifen und Flutrinnen reaktiviert werden, damit das Wasser breiter ausufern kann und zudem langsamer nach unten abfließt – jede Minute, in der das Wasser später unten ankommt, ist wertvolle Zeit für Schutzmaßnahmen in Häusern! Ergänzt werden müssen diese Maßnahmen je nach Bedarf durch dezentrale Regenrückhaltemaßnahmen, wie naturnahe und landschaftsangepasste Grünbecken.

Die Landschaft braucht wieder mehr Strukturen wie Hecken, Säume oder Randstreifen, die das Wasser bremsen und die Bodenpartikel aus dem abfließenden Wasser auskämmen. Wir brauchen eine „Flurbereicherung“ (als Wiedergutmachung der Flurbereinigung) und nicht noch den Umbruch zahlreicher Grünwege, wie es zum Beispiel bei der Flurbereinigung Lindelbach mit einem Nettoverlust von rund 6800 m vorgesehen ist.

Und nicht zuletzt ist auch eine deutliche Verringerung des in Bayern nach wie vor viel zu hohen Flächenverbrauchs und der Bodenversiegelungen durch Baugebiete und Straßenprojekte nötig. Täglich werden in Bayern 10,8 ha Fläche versiegelt. Bei Neuversiegelungen findet der Ausgleich „Entsiegelung“ so gut wie nie statt. Die Ziele des Flächensparens sind in Bayern bisher gescheitert.  Das Verbot der Neu-Bebauung in Überschwemmungsgebieten ist ausnahmslos umzusetzen, um den Aufbau neuer Risiken zu vermeiden (zahlreiche Ausnahmemöglichkeiten sind leider immer noch vorhanden), so der BN abschließend.

Für Rückfragen:                                
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 250.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.500 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Oft missverstanden - Hornissen sind friedliche Insektenjäger

Würzburg, 15.06.2021

„Hornissen sind tolerante und friedfertige Tiere. Allen gruseligen Legenden zum Trotz: Ihr Stich ist nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich“, so Armin Amrehn, Vorsitzender beim Bund Naturschutz Würzburg. Allergiker müssen trotzdem vorsichtig sein, da auch Hornissenstiche zu einer allergischen Reaktion führen können. „Glücklicherweise meiden Hornissen Menschen wo es geht. Wirklich gefährlich sind sie nur für andere Insekten oder Raupen, die für die Ernährung des Nachwuchses besonders wichtig sind“, so Steffen Jodl, Biologe beim BN. An Kuchen oder zuckersüßer Limo haben sie dagegen kein Interesse – leider wissen das nur wenige. Da Hornissen oft missverstanden werden, klärt der BUND Naturschutz auf und gibt Tipps zum Umgang mit den Tieren im Garten.

Eine Hornisse ist drei bis vier Zentimeter lang und damit die größte staatenbildende Wespenart Mitteleuropas. Und ja, sie sticht auch zu, wenn sie sich bedroht oder bedrängt fühlt. „Der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene, einer Hummel oder einer herkömmlichen Wespe“, versichert Steffen Jodl. „Dass Hornissen Menschen und Pferde mit wenigen Stichen töten können, ist wissenschaftlich widerlegt. Das Gerücht hält sich leider hartnäckig, doch an der Behauptung ist nichts dran“, so der Biologe weiter. Gefährlich ist ein Stich nur im Mund- oder Rachenraum, aber nicht wegen des Giftes, sondern weil dort eine Schwellung das Atmen behindern kann. Besonders aufpassen müssen Allergiker, denn sie können auf bestimmte Eiweißkörper reagieren, die im Gift von Hornissen enthalten sind. Personen mit einer Bienengiftallergie sind nicht automatisch gegen Wespen oder Hornissen allergisch. Wer sich hier nicht sicher ist, sollte das fachärztlich prüfen lassen. Das Gute: Bei Hornissen muss man beim Frühstück im Freien keine Angst haben, dass sich das Tier auf das Marmeladenbrot setzt. Hornissen haben kein Interesse an Süßem. Deshalb kommt ein Stich im Mund und Rachen auch kaum vor.


Das schmeckt ihnen
Die dicken Brummer sind geschickte Jäger. Auf ihrem Speiseplan stehen Fliegen, Bremsen, Motten und auch Wespen, Bienen oder Libellen – daher die Bezeichnung „Insektenjäger“. Gejagt wird meistens im Flug – Tag und Nacht. Deshalb landen Hornissen bei geöffnetem Fenster nachts auch mal im Haus. Künstliches Licht irritiert sie nämlich. „Hornissen sind rund-um-die-Uhr aktiv. Das ist auch nötig, da ein großes Hornissen-Volk täglich ein halbes Kilo Insekten vertilgt und die Larven ständig gefüttert werden müssen“, erklärt Steffen Jodl. Die Beutejagd dient also weniger der eigenen Ernährung, sondern vielmehr der
Brutpflege. Erwachsene Arbeiterinnen fressen fast nur Kohlenhydraten, also Pflanzensäfte von Fallobst und Baumrinden, Nektar von Blüten oder Honigtau der Blattläuse.


Zusammenleben: Hornissen und Menschen
Ein Zusammenleben mit den Riesenwespen ist gar nicht so kompliziert und erledigt sich im Herbst von selbst. Wichtig zu wissen: Ein Hornissenjahr beginnt je nach Witterung zwischen April und Mai, findet ihren Entwicklungs-Höhepunkt im August und endet im Oktober. „Bis zum November schafft es kaum ein Volk, und wenn, dann so dezimiert, dass wir Menschen sie nicht mehr wahrnehmen“, weiß Armin Amrehn. Es überleben im Herbst nur die begatteten Jungköniginnen, die sich für den Winter einen geschützten Unterschlupf suchen. Folgende Tipps können das friedliche Zusammenleben von Menschen und Hornissen erleichtern:

  • Entspannt bleiben: Hornissen sind scheue Tiere. Außerhalb ihres Nestbereichs gehen sie Konfrontationen gerne aus dem Weg. Verfliegt sich eine Hornisse nachts in ein Haus, kann man das Tier durch Ausschalten des Lichtes und weites Öffnen der Fenster leicht zum Wegfliegen bringen.
  • Nester in Ruhe lassen: In einem Bereich von etwa vier Meter um das Nest reagieren Hornissen auf Störungen empfindlich und können angreifen. Hält man sich an diese „Ruhezone“, kann man den Hornissen bei ihrer interessanten Arbeit zuschauen.
  • Umsiedlung nur in Notfällen: Da natürliche Nistmöglichkeiten wie Höhlen in großen Laubbäumen an Waldrändern vielerorts fehlen, nutzen Hornissen auch Dachböden, Scheunen oder Vogelnistkästen. Die Riesenbrummer sind selbst in der unmittelbaren Nähe von Häusern friedliche Nachbarn und Untermieter. „Da ein Hornissenvolk im Herbst stirbt, sollte jeder Gartenbesitzer bis zu diesem Zeitpunkt warten und erst dann das Nest entfernen“, bittet Steffen Jodl. Nur wenn sich der Bau an einer nicht tolerierbaren Stelle befindet, kann man über eine Umsiedlung nachdenken. Hierfür braucht man aber Spezialisten. Ratschläge gibt die zuständige Naturschutzbehörde des Land-kreises oder der Stadt.

Hornissen stehen unter Naturschutz
Die Riesenwespen sind durch ihre Lebensweise eine Art Naturpolizei im Ökosystem und besitzen eine bedeutende Rolle für natürliche Regulationsprozesse bei Insekten. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass Hornissen kaum noch Lebensräume in unserer Gegend finden. Verantwortlich dafür sind die intensiv genutzten Landschaften, artenarme Nadelwälder, Abholzung alter und hohler Bäume, die Ausbringung von Pestiziden und der Rückgang natürlicher Beutetiere. „Hornissen zählen zu den besonders geschützten Tierarten und werden durch das Bundesnaturschutzgesetz rechtlich geschützt. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Wer Probleme mit den Tieren hat, muss einen Experten kontaktieren“, so der BN.

Für Rückfragen: Steffen Jodl, Diplom-Biologe Geschäftsführer Tel. 0931/43972 oder 0160 5611341 E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Igel wieder unterwegs - Mähroboter leider auch

Würzburg, 09.06.2021

Igel sind wieder unterwegs. Um satt zu werden, müssen die Stachelritter manchmal mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei begegnen ihnen viele Gefahren. Eine davon kommt sehr leise daher: Mähroboter! „Die automatischen Gartenwerkzeuge sind eine Gefahr für Kleintiere im Garten, verhindern die Entwicklung blühender Artenvielfalt und fördern den Ordnungswahn vieler Gartenbesitzer“, so Armin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg. Der BUND Naturschutz bittet deshalb um mehr Mut zur Wildnis: „Je vielfältiger der Garten gestaltet ist und je mehr insektenfreundliche Pflanzen darin wachsen, umso wohler fühlt sich der Igel“, weiß Steffen Jodl, Geschäftsführer und Biologe beim BN. Wer bereits einen Mähroboter besitzt, sollte die Geräte nur tagsüber arbeiten lassen und längere Zeitintervalle für den Einsatz wählen.

Sobald es dämmert, sind jetzt wieder unsere Igel unterwegs und gehen auf Nahrungssuche. Am liebsten fressen sie nachtaktive Laufkäfer – doch die werden immer weniger. „Manchmal müssen Igel weit laufen um satt zu werden. Da kommen pro Nacht schnell mal drei Kilometer und mehr zusammen“, erklärt Steffen Jodl vom BUND Naturschutz. Der Igel gilt als Insektenfresser, frisst im Frühjahr und Spätherbst aber auch gerne Regenwürmer. Die unglaublich feine Igelnase findet jeden Leckerbissen, auch dort, wo man das Symboltier für naturnahe Gärten nicht vermuten würde - nämlich auf Rasenflächen, die von einem Mähroboter gepflegt werden.  

Gefahr: Leiser Tod in der Nacht

Durchqueren Igel einen von Robotern gepflegten Rasen oder gehen dort auf Beutefang, kann das gefährlich werden. „Igel sind keine Fluchttiere. Nähert sich ein Mähroboter, harren sie aus und warten ab. Einige rollen sich zusammen - doch auch diese Strategie hilft nur großen kräftigen Tieren, die von den Sensoren der automatischen Mäher erkannt werden“, sagt Armin Amrehn. Kleinere Igel, Lurche und Reptilien werden nicht als Hindernis erkannt und deshalb überrollt, verletzt oder getötet. „Auch, wenn viele Hersteller die Sicherheitsstandards ihrer Roboter-Modelle in den höchsten Tönen loben, bleiben die automatischen Mäher ein großes Risiko für unsere Wildtiere“, so Armin Amrehn weiter. Der BUND Naturschutz bittet deshalb alle Igelfreunde: Wer nicht auf den Mähroboter verzichten kann, sollte die Mähzeiten unbedingt auf den Tag verlegen und vorab gründlich kontrollieren, ob Tiere gefährdet sein könnten. Das gilt auch für den Einsatz anderer motorisierter Gartengeräte wie Fadenmäher oder Motorsensen in unübersichtlichen Ecken des Gartens.

Mut zur Wildnis

Obwohl das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ deutlich gezeigt hat, dass sich unsere Gesellschaft mehr Artenvielfalt wünscht, sind Blumenwiesen in bayerischen Gärten eher die Ausnahme. Fast überall sieht man normale Rasenflächen. Durch häufiges Mähen verschwinden Kräuter, Wildgräser oder Moose. Knospen werden weggemäht, bevor sie entstehen. Für viele kleine Lebewesen wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge bleibt der „Rasen“ eine grüne Wüste. „Insgesamt haben wir in Bayern eine Gartenfläche von 135.000 ha. Eine riesige Fläche, die wir als lebendigen attraktiven Lebensraum oder als langweilige Rasenfläche gestalten können. Es wäre so einfach ein paar Blumen im ansonsten satten Grün zuzulassen, und schon hätte man Futter für viele Insekten“, erklärt Steffen Jodl. Die beste Lösung wäre deshalb, Mut zu etwas mehr Wildnis im Garten zu haben und zunächst durch weniger Mähen der Artenvielfalt eine Chance zu geben. Es gibt immer Ecken im Garten, die man in ein Naturparadies verwandeln kann. Blühränder an den gemähten Rasenflächen, naturnahe heimische Heckenpflanzen, Trockenmauern, Teiche oder Totholzhaufen. „Ein igelfreundlicher Naturgarten mit heimischen Blühpflanzen, Laub- und Reisighaufen zum Verstecken ist ein Paradies - nicht nur für Igel, sondern auch für viele andere Arten. Besonders jetzt dient dichtes Altgras an und unter Sträuchern Igeln oft als Schlafstätte oder auch Jungvögeln als Versteck“, so der BN.

Machen Sie mit: Verzichten Sie auf Mähroboter! Mit Sense oder Spindelmäher verbrauchen Sie zudem keine Fremdenergie. Gestalten Sie den Rest des Gartens naturfreundlich! Mehr Infos hierzu Natürlich gärtnern: Tipps für naturgemäße Gartenarbeit (bund-naturschutz.de)

Für Rückfragen:

Steffen Jodl, Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972 oder 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Bürgerforscher zählen Eichhörnchen in Bayern - Tipps zum Eichhörnchen-Schutz

Würzburg, 29.04.2021

Wo leben mehr Eichhörnchen – im Wald oder in der Stadt? So genau weiß das niemand. Der BUND Naturschutz will das mit Hilfe von engagierten Bürgerforscher*innen ändern. Seit einem Jahr sammelt er nun Daten über Eichhörnchen. „Wir wollen wissen, wie es den Eichhörnchen in Bayern geht und wie sie in unserer modernen Landschaft zurechtkommen. Dafür brauchen wir die Unterstützung von Freiwilligen, die sich gerne in der Natur aufhalten und uns zufällig beobachtete Eichhörnchen melden“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Würzburg. „Je mehr wir wissen, umso besser können wir die flinken Kletterer und ihren Lebensraum schützen“, so Amrehn weiter. „Obwohl Eichhörnchen in Bayern noch flächendeckend verbreitet sind, leiden sie sehr unter dem zunehmenden Verlust alter Stadtbäume, aber auch durch Fällung älterer Bäume in Laub- und Mischwäldern“, erläutert Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN Würzburg. Nun gibt es eine erste Bilanz des Bürgerforscher-Projektes und Tipps für eine aktive Eichhörnchen-Hilfe.

164 gemeldete Tiere in Würzburg

Im April 2020 startete der BUND Naturschutz das großangelegte Bürgerforscher-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“. Ehrenamtliche sollen helfen, Daten zu erfassen, um herauszufinden, wie es den Eichhörnchen in Bayern geht und wie sie in unseren Städten, Dörfern und Wäldern zurechtkommen. Ziel ist es, mehr über ihre Verbreitung zu erfahren und das Wissen über Entwicklung und Zustand der Eichhörnchen-Populationen zu verbessern.
„Mehr als 153 Meldungen mit 164 Tieren wurden seit Projektstart in Würzburg gemeldet. Bayernweit sind es sogar 10.400 Meldungen und rund 12.500 Tiere. Das sind hoffnungsvolle Zahlen für ein Pilotprojekt. Die Menschen haben großes Interesse an Eichhörnchen und möchten sich aktiv an ihrem Schutz beteiligen“, freut sich Steffen Jodl. Die Teilnahme am Projekt ist ganz einfach:
Jeder kann mitmachen und Eichhörnchen-Forscher*in werden. Freiwillige melden dem BUND Naturschutz, wann und wo sie Eichhörnchen gesehen haben – schnell und einfach über die BN-Webseite oder noch einfacher mit der Smartphone-App „Eichhörnchen in Bayern“, die es für Android und iOS Betriebssysteme kostenfrei zum Download gibt. Eine erste Bilanz zum Projekt und Infos zur Teilnahme findet man unter Ergebnisse 2020 - BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de) oder klicken sie einfach hier.

 

Alleen, Gärten, Friedhöfe oder Parks – Eichhörnchen haben unsere Städte erobert

Die Nager gehören vielleicht zu den beliebtesten Wildtieren. Trotzdem haben sie es zunehmend schwer, gute Lebensräume zu finden. Der ursprüngliche Lebensraum des Eichhörnchens sind Wälder. Als sogenannte Kulturfolger sind sie auch in Städten und Gärten anzutreffen. Dort ernähren sie sind von energiereichen Baumsamen und -früchten, die jedoch erst ab einem gewissen Baumalter produziert werden. Im Siedlungsbereich profitieren die Baumkletterer von den traditionellen Streuobstwiesen und Pflanzungen von Walnussbäumen und Haselnusssträuchern.

BN-Tipps für aktive Eichhörnchen-Hilfe

Die einfachste Hilfe: Alte Bäume stehen lassen! Diese bieten, besonders wenn Totholz vorhanden ist, auch für viele andere Tiere gute Lebensbedingungen. Ansonsten reichen oft schon ein paar Handgriffe, um den Baumkletterern zu helfen und den eigenen Garten „hörnchenfreundlich“ zu gestalten. „Pflanzen Sie nuss- und fruchttragende Gehölze, wie Haselnuss, Walnuss oder Buchen, Kastanien und Obstbäume. So können sich die sympathischen Nager mit genügend Vorräten eindecken“, rät der Biologe Steffen Jodl. Regentonnen können zu Todesfallen werden! Aus diesem Grund sollte unbedingt ein Deckel oder ein stabiles Drahtnetz darüber angebracht werden. Als Tränke ist eine flache Schale mit Wasser besser geeignet - die nehmen auch Vögel gerne an. Wilde Ecken in Gärten sind außerdem pflegeleicht und schaffen zusätzlich Lebensräume für Igel und Wildbienen. Dazu kann in einem Teil des Gartens die Wiese stehen bleiben und Laub und Geäst auf einem Haufen gesammelt werden. Dies ermöglicht es den Tieren, Material für ihren Unterschlupf zusammenzutragen. Mehr hilfreiche Tipps unter Eichhörnchen in Bayern | BUND Naturschutz (bund-naturschutz.de)

Für Rückfragen:
Steffen Jodl, Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972 oder 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Frühjahrseinkauf für den Garten

Würzburg, 29.03.2021

Es geht wieder los: Die Gärtnereien und Baumärkte haben geöffnet, die Gartensaison beginnt. Bereits im Eingang der Geschäfte stapeln sich Säcke mit Pflanzenerde. Viele Hobbygärtner greifen dabei wie gewohnt auf scheinbar bewährte Blumenerde zurück. Doch die Wenigsten wissen, was sich hinter der harmlosen Bezeichnung „Erde“ verbirgt. Die meisten Produkte bestehen nämlich überwiegend aus Torf – der Stoff, aus dem die Moore sind. Torfabbau zerstört unsere Moore und fördert den Klimawandel. Damit muss Schluss sein! Schon beim Kauf von Erde kann jeder etwas für Klimaschutz und Artenvielfalt tun. Chemische Düngemittel und Pestizide sollten erst gar nicht in den Einkaufskorb. Der BUND Naturschutz gibt hierzu wertvolle Tipps.

Mit großer Freude beobachten wir das Erwachen der Natur. Damit beginnt im Garten unser Tatendrang. Der erste Weg führt uns in den Baumarkt – frische Erde kaufen. Lange Zeit wurden die Bestandteile gekaufter Blumenerde nicht hinterfragt. Hauptsache sie macht im Beet was her, speichert Wasser und liefert zusätzlich Nährstoffe. Doch ganz so einfach ist es nicht. Handelsübliche Blumenerde besteht überwiegend aus Hochmoortorf, der durch Abbau natürlicher Moore gewonnen wird und diese zerstört. „Moore bestehen aus Torf, der sich im Laufe tausender Jahre aus den abgestorbenen Teilen von Pflanzen bildet und damit Kohlenstoff speichert. Torfabbau ist nicht nur schädlich für Moore und damit fürs Klima, sondern auch überflüssig, denn kaum eine Gartenpflanze braucht Torf“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz.

Torffreie Erde – den Mooren zuliebe

Für den Torfabbau werden Moore entwässert. Dadurch verlieren seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, von denen viele nur in Mooren vorkommen, ihren Lebensraum. In Deutschland sind 92% der Moore trocken und verursachen mit ca. 47 Mio. Tonnen Co2-Äquivalenten einen Anteil von etwa 5,3% der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. In Bayern ist der Torfabbau weitgehend eingestellt, daher kommt viel Torf aus den natürlichen Mooren Ost-Europas. „Vor allem im Baltikum und Osteuropa werden Moore zerstört, nur damit in unseren Gärten Rhododendren oder Dahlien optimal versorgt werden. Dabei gibt es in jedem Gartencenter torffreie Erde zu kaufen“, weiß Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg. Aber Achtung: Viele Gärtner greifen immer öfter zur sogenannten Bio-Erde. „Bio“ bedeutet nicht gleich torffrei! Der BUND Naturschutz bittet darum, auf torfreduzierte und torfarme Erde zu verzichten. „In Zeiten von Klimawandel und Artensterben, darf kein Kompromiss mehr gemacht werden – auch nicht beim Gärtnern“, so der BUND Naturschutz.

Düngen mit Chemie – besser nicht!

Pflanzen benötigten Grundnährstoffe, die oft nicht in optimaler Form bereitstehen. Gerne wird dann mit künstlichen Düngemitteln nachgeholfen. Laut Umweltbundesamt gelangen jährlich 50 Kilogramm Stickstoff pro Kopf in die Umwelt. Das meiste über die Landwirtschaft. Trotzdem kann jeder Hobbygärtner helfen, diese Masse einzudämmen. Die Realität sieht leider anders aus: Überschüssige und fehlplatziere Düngemittel werden ausgewaschen und landen im Grundwasser. Besser ist deshalb auf Chemie ganz zu verzichten und lieber mit Kompost zu düngen. Das schont nicht nur die Moore, sondert liefert der Pflanze alle wichtigen Nährstoffe die sie nach und nach braucht.

Gifteinsatz im Garten

Kleingärtner und Hausmeistereien hantieren oft mit der Giftspritze – 500 Tonnen Pestizide werden in Deutschland pro Jahr in privaten Gärten verteilt.  „Das können durchaus die gleichen Stoffe sein, die auch auf dem Acker verwendet werden, zum Teil sogar unter gleichem Markennamen. So ist das Breitband-Herbizid "Roundup" vom Monsanto-Konzern bei Landwirten und Hobbygärtnern gleichermaßen beliebt“, erklärt Steffen Jodl. Doch der Einsatz lohnt sich nicht. Wir vernichten dadurch die Vielfalt im Garten, gefährden unsere Gesundheit und schädigen nachhaltig die Umwelt. Pestizide töten nicht nur ungeliebte Gäste und Beikräuter, sondern auch erwünschte Insekten und Pflanzen. Der BUND Naturschutz bittet daher alle Hobbygärtner auf Pestizide zu verzichten: Das Summen und Brummen im Garten genießt man besser ohne Gift.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972 oder 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Osterstrauß: BUND Naturschutz appelliert: Weidenkätzchen in der Natur lassen

Würzburg, 29.03.2021

Ein Frühlingsspaziergang bietet gerade in Zeiten von Corona-Beschränkungen dringend nötige Abwechslung und Erholung. Der Palmsonntag und Ostern stehen vor der Tür und es ist verlockend, sich dabei einen Strauß Palmkätzchen oder Wildblumen zu pflücken. Erlaubt ist eh nur das Abschneiden weniger Zweige. Doch der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) bittet generell um Rücksicht auf die Natur: „Wildbienen und Schmetterlinge brauchen gerade jetzt jede Nahrungsquelle. Die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen sind mit ihrem Pollen und Nektar für sie in dieser noch blütenarmen Zeit ganz wichtig“, appelliert Armin Amrehn, Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz Würzburg. „Genießen Sie die Schönheit der aufblühenden Natur und das Brummen und Summen an den Kätzchen am besten in der Natur“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe. Problemlos genutzt werden können Zweige der Forsythien, denn sie produzieren weder Nektar noch Pollen und sind für Insekten damit wertlos.

Die dekorativen Weidenkätzchen sind die Blüten der Weiden und erscheinen noch vor den Blättern am Zweig. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Weiden-Kätzchen haben am Grund jeder Einzelblüte Nektardrüsen. Wenn Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge oder andere Insektenarten sie als Nahrung nutzen, werden die Blüten der Weiden durch sie bestäubt.
Gerne für Ostersträuße wird die Salweide mit ihren flauschigen Kätzchen genutzt. Aber gerade sie ist wegen ihrer frühen und sehr reichen Blüte auch bei Insekten sehr beliebt. Auch für Honigbienen ist sie die erste Massennahrung und Vogelarten wie der Zilpzalp oder Meisenarten saugen den nahrhaften Nektar gerne. Später im Jahr sind auch die Blätter beliebt, allein die Salweide dient für die Raupen von 37 Schmetterlingsarten als Nahrungspflanze. In der Natur kommt die Salweide als Pionierart gerne an Waldrändern oder lichten Waldstellen vor. Insgesamt gibt es etwa 500 Arten von Weiden, wovon 30 in Mitteleuropa heimisch sind.

Mit Frühlingsbeginn sind nach den kalten Tagen der letzten Wochen schon etliche Insekten unterwegs, erste Wildbienen, Honigbienen, aber auch Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder Kleiner Fuchs, die als Schmetterling überwintert haben. „Sie sind nach dem Winter geschwächt und dringend auf jede Nahrungsquelle angewiesen“, erklärt Steffen Jodl. „Fast 60 Wildbienenarten besuchen in Süddeutschland blühende Weidenkätzen, um dort Pollen zu sammeln. Davon sind zehn Arten ausschließlich auf Weiden angewiesen. Im Jahresverlauf werden die Weidenarten von über 1000 Insektenarten genutzt.“
Sie können auch als Gartenbesitzer viel für Insekten tun: Pflanzen Sie verschiedene heimische Sträucher und Kräuter, die möglichst weit über das Jahr verteilt blühen und Nektar und Pollen bieten. Im Frühjahr bieten neben Weiden zum Beispiel Schlüsselblumen, Lungenkraut, Lerchensporn oder Sträucher wie die Kornelkirsche und die Schlehe für Insekten wichtige Nahrung.

Hintergrund zur Rechtslage: Nach Art. 16 (1) des Bayerischen Naturschutzgesetzes (Schutz bestimmter Landschaftsbestandteile) ist es verboten, „Hecken, lebende Zäune, Feldgehölze oder -gebüsche einschließlich Ufergehölze oder -gebüsche zu roden, abzuschneiden, zu fällen oder auf sonstige Weise erheblich zu beeinträchtigen“. Erlaubt ist lediglich ein schonender Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses. „Erhebliche Beeinträchtigungen” sind nach der Rechtsprechung mehr als bloß “geringfügige Beeinträchtigungen”. Man darf also ein paar Äste abschneiden, aber auch nicht mehr. Zudem gilt das generelle Verbot des Bundes-Naturschutzgesetzes, § 39 (1), wonach es verboten ist, in mehr als geringen Mengen „wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten.“ (Handstrauß-Regelung). Für Gehölze gilt zudem § 39 (5): „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen,“

Zusatzinfo des BN zu Wildbienen: www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/wildbienen.html

Für Rückfragen: Steffen Jodl, Diplom-Biologe, Geschäftsführer Tel. 0931/43972, 0160 5611341, E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

BUND Naturschutz zum Weltwassertag am 22.03.2021: Lebensgrundlage Wasser: ein Schatz braucht mehr Schutz

Würzburg, 22.3.2021

Der jährliche Weltwassertag am 22. März fokussiert sich in diesem Jahr auf das Thema "Wert des Wassers". Der BUND Naturschutz fordert daher deutlich mehr Anstrengungen im Wasserschutz auch in Bayern: „2021 werden zentrale Weichen für das Wasser gestellt: Vor allem der Ausgang der aktuellen Verhandlungen um die Agrarförderungen hat enorme Auswirkung auf den Wasserschutz.“ Sebastian Schönauer, Wasserexperte des BN und stellvertretender Landesvorsitzender fordert daher: „Wasserschutz muss endlich auch bei den Agrarförderungen höchste Priorität bekommen. Wer eine Ökologisierung der Agrarförderungen blockiert, blockiert auch einen besseren Wasserschutz“.

Gerade vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise auf den Wasserhaushalt ist es dringend nötig, die Belastungen des Wassers und der Gewässer insbesondere durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, zu hohe Wasserentnahmen, Begradigung und Aufstau sowie Flächenverluste deutlich zu reduzieren. „Das ist auch das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie seit dem Jahr 2000, doch gerade in Bayern sind wir von einem guten Zustand und gesunden Gewässern noch weit entfernt“, kritisiert Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg. „Die Umsetzungspläne, die heuer erstellt werden, müssen nun endlich wirksame und verbindliche Maßnahmen enthalten, ihre Umsetzung ein großes Gemeinschafts-Anliegen werden – um Wasser den nötigen „Stellen-Wert“ in allen Bereichen zu geben.“ 2021 müssen zum dritten Mal sogenannte Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zur Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie aufgestellt werden, auch für die Gewässer und das Grundwasser im Landkreis Würzburg.

 „Auch in der Region Würzburg haben wir Wasser-Brennpunkte“, erklärt Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe. „Die Erweiterung des Wasserschutzgebietes der Zeller Quellen muss zügig vorangetrieben werden, bis dahin sind Veränderungssperren im Erweiterungsgebiet zwingend erforderlich.  Die vergangenen Trockenjahre haben zu einem dramatischen Absinken der Wasserstände geführt.  Daher müssen auch die Wasserentnahmen in den Gemüseanbauregionen, wie der Bergtheimer Mulde, dringend an die sinkenden Grundwasserneubildungsraten angepasst und reduziert werden.“

  „Wasser ist Leben – doch vielerorts ist das Leben in Flüssen und Bächen und ihren Auen infolge zahlreicher Belastungen stark zurückgegangen“, bilanziert der BN. Wo sie renaturiert werden, kehrt das Leben zurück. Doch das passiert noch an viel zu wenigen Stellen und scheitert oft an fehlender Flächenverfügbarkeit. Flüsse brauchen einen Entwicklungskorridor und breite Auen, von denen nicht nur die Natur profitiert, sondern auch der Hochwasser- und Grundwasserschutz, das Klima, die Erholungsqualität und bei extensiver Nutzung auch die Landnutzer. „Renaturierung muss einen höheren Wert bekommen und darf nicht an Einzelinteressen scheitern, damit sie endlich in die Fläche kommt.“

Zentrale Forderungen des BUND Naturschutz zum Wasserschutz:

  • Wasserrahmenrichtlinie umsetzten
  • Vorsorge- und Verursacherprinzip durchsetzen
  • Flüssen und Bächen mehr Raum geben, Dynamik zulassen
  • Versiegelung stoppen
  • Abbau von Querbauwerken und Uferversteinungen
  • Wasser dezentral und naturverträglich in der Fläche halten
  • Wassernutzungskonflikte gerecht und nachhaltig lösen
  • Nähr- und Schadstoff- sowie Feinsediment-Belastungen in Oberflächen- und Grundwasser reduzieren
  • Wasserentnahmen reduzieren
  • Entwässerungen rückgängig machen
  • Binnenschifffahrt den Flüssen anpassen
  • Klimaschutz

Hintergrund:
Zum Weltwassertag am 22. März rufen die Vereinten Nationen alljährlich auf. Der Weltwassertag 2021 steht unter dem Motto „Valuing Water“:“Wert des Wassers“. Mit diesem Motto wollen die Vereinten Nationen die Menschen dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Dies geht weit über den finanziellen Gesichtspunkt hinaus und umfasst auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert von Wasser. Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsummuster und dem Bevölkerungswachstum sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Bedeutung des Wassers in ihrem Leben und für die Umwelt verschaffen. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

BUND Naturschutz begrüßt Erweiterung des Trinkwasserschutzgebietes Zeller Quellen

Würzburg, 04.03.2021

Das Wasserschutzgebiet „Zeller Quellen“ soll nach Medienberichten deutlich erweitert werden. „Der BUND Naturschutz begrüßt dies ausdrücklich, denn Trinkwasserschutz muss gerade in Hinblick auf die Klimakrise oberste Priorität genießen“, so Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz.

Gerade die Region um Würzburg wird zunehmend zum Klimahotspot“, warnt Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BUND Naturschutz Würzburg. „Im Zeitraum der Jahre 2015 bis 2020 hat sich hier die Temperatur um durchschnittlich rund 1,4 Grad Celsius erhöht. Alleine in Jahr 2020 war es 1,7 Grad zu warm. Das erhöht den Wasserverbrauch und die Verdunstungsraten. Gleichzeitig fällt weniger Niederschlag. So fehlen in der Region seit 2015 bis einschließlich 2020 insgesamt rund 570 Millimeter Niederschlag, das entspricht nahezu einem gesamten Jahresniederschlag (rund 600 Millimeter)“, so Steffen Jodl. Die Folge sind geringere Grundwasserneubildungsraten und sinkende Grundwasserstände. Der Schutz unserer Trinkwasservorkommen wird daher immer wichtiger. Auch die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert die Mitgliedstaaten auf, Maßnahmen zu ergreifen, um schon bis 2027 einen guten qualitativen und quantitativen Zustand auch der Grundwasserkörper zu erzielen. Hierzu zählt die Reduktion der Flächenversiegelung zur Förderung der Grundwasserneubildung und der Schutz vor Schadstoffeinträgen, so der BN in einer Pressemitteilung.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Vorfrühling im Garten - Frühjahrsputz kann noch warten

Würzburg, 24.02.2021

 „Der Schnee ist geschmolzen und die ersten Vorfrühlingsboten werden sichtbar. Blühende Pflanzen kündigen nicht nur die neue Jahreszeit an, sondern spielen auch für Bienen eine wichtige Rolle“, so Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz. Während Vögel die milden Temperaturen genießen und auf Nistplatzsuche gehen, schlafen Igel weiterhin unter dem Laub. Auch Insekten brauchen die Laubschicht auf dem Boden, die sie vor kalten Nächten schützt. „Der große Frühjahrsputz im Garten kann deshalb noch warten und sollte auch später so schonend wie möglich stattfinden. Denn: Spätfröste kommen bestimmt! Außerdem werden bei einem zu frühen Rückschnitt der Pflanzen und dem Entfernen des Laubes alle darin überwinternden Insekten mitentsorgt“, warnt Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer bei der BN-Kreisgruppe.

Mit großer Freude beobachten wir das Erwachen der Natur. Frühblüher sind nicht nur schön anzusehen, sie dienen auch unseren Insekten als erste Nahrungsquelle. „Je nach Witterung verlassen Honigbienen, Wildbienen und die ersten Hummelköniginnen im Februar ihr Winterversteck und gehen auf Futtersuche“, erklärt Steffen Jodl. „Den ersten Zitronenfalter konnten wir bereits in Würzburg entdecken.“ Wichtige Quellen für Pollen und Nektar sind derzeit Schneeglöckchen, Huflattich, Krokusse und Winterlinge. Auch Sträucher und Bäume wie Haselnuss und Kornelkirsche können schon im Februar blühen und sind bedeutende Futterpflanzen, die in keinem Garten fehlen sollten. Etwas später ab März kommt dann ein richtiges Superfood für unsere Insekten hinzu: die Salweide. An ihr lassen sich 34 pollen- oder nektarsammelnde Wildbienenarten finden. 

Nistkästen jetzt aufhängen

Mit dem Vorfrühling kommen die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück und erkunden mögliche Nistplätze. Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken mit Schlehen, Wildrosen und Weißdorn bieten ideale Brutmöglichkeiten. Fehlen diese Strukturen, kann man zumindest den Höhlenbrütern mit einem Nistkasten helfen. Aber Achtung: Nicht jeder Kasten passt! Jede Vogelart hat andere Ansprüche und bevorzugt bestimmte Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. „Neben den Standard-Meisenkästen ist es auch sinnvoll, spezielle Nisthilfen für Gebäudebrüter, Gartenschläfer oder Fledermäuse anzubieten“, empfiehlt Armin Amrehn. „Das macht Spaß und schafft neue Strukturen im Garten.“

Nur wenige Igel wachen auf

Wenn die Außentemperaturen um die zehn Grad Celsius liegen, erwachen die ersten Igel aus dem Winterschlaf. Die Männchen übrigens ein paar Wochen früher als die Weibchen. Manche Tiere nutzen die wärmeren Temperaturen, wechseln das Winterquartier und ziehen sich dann nochmal zurück. Nur wenige Igel sind jetzt aktiv, da es kaum Nahrung gibt. Die meisten Igel warten lieber ab, bis mehr Insekten und Laufkäfer unterwegs sind. In vielen Regionen Bayerns schlafen Igel bis Ende April. Werden sie durch Gartenarbeiten zum Aufwachen gezwungen, bedeutet das enormen Stress für die Tiere. Um besondere Vorsicht bittet der BN beim Umsetzen des Kompostes, da gerade dort gerne Igel überwintern.

Natur im Garten – Frühjahrsputz kann warten

Auch, wenn die Sonnen im Februar den Wunsch nach Frische und Ordnung weckt, kann der Frühjahrsputz im Garten warten. Alte Blütenstauden und vertrocknete Gräser schützen nämlich das junge Grün vor gefährlichen Spätfrösten, so der BUND Naturschutz. Ebenso befinden sich noch viele Insekten gut geschützt unter der Streuschicht im Boden oder in hohlen Ästen und Pflanzenstängeln. Ein großangelegter Frühjahrsputz schadet deshalb der Artenvielfalt im Garten. Besser ist es, bestimmte Pflanzen individuell zu pflegen und erst ab Mitte März schonende Rückschnitte abgestorbener Pflanzen vorzunehmen.

Hätten Sie es gewusst? Mit über zwanzig Millionen Gärten in Deutschland haben Gartenbesitzer ein riesiges Potential Natur zu schaffen und so die Biodiversität zu fördern. Jeder Garten kann zu einem kleinen Biotop werden, das durch Pflanzenvielfalt Vögel, Kleintiere und Insekten anlockt und ein     dauerhaftes Zuhause verspricht. Mehr Informationen hierzu auf: Garten bienenfreundlich gestalten | BUND Naturschutz – BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de)  

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
Mobil: 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Frösche und Kröten unterwegs zu ihren Laichplätzen - BUND Naturschutz bittet Autofahrer um Vorsicht

Würzburg, 19.02.2021

Frühlingserwachen im Winter - Amphibienwanderung kann nun schnell beginnen

„Die Amphibienwanderung kann schon in den nächsten Tagen beginnen. Die kommenden milden Tage locken Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft. Daher bauen freiwillige Helfer des BN an zahlreichen Orten im Landkreis Würzburg - mit großer Unterstützung der Straßenmeistereien - Amphibienzäune auf und bringen die Tiere sicher über die Straßen“, berichtet Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz (BN). Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 – 700.000 Amphibien das Leben.

Häufig sammeln unsere Helferinnen und Helfer bis tief in die Nacht oder am frühen Morgen und sind somit ebenfalls den Gefahren des Straßenverkehrs ausgesetzt. „Um Unfälle zu vermeiden, bitten wir daher alle Autofahrer, die entsprechenden Geschwindigkeitsbeschränkungen und Hinweisschilder mit dem Amphibienzeichen zu beachten und besonders vorsichtig zu fahren“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BUND Naturschutz.

Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und insbesondere bei feuchtem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise unterwegs. Deshalb sind wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. Bis Ende April muss man auf unseren Straßen mit den Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind.

Im Landkreis Würzburg sind vor allem folgende Straßenabschnitte  betroffen:
Remlingen - Birkenfeld
Randersacker – Lindelbach

Randersacker - Gerbrunn
Rimpar - Güntersleben - Gramschatz
Kist - Reichenberg und Kist - Gerchsheim
Greußenheim - Hettstadt, Uettingen und Oberleinach
Leinach - Zellingen
Erlach - Kaltensondheim
Limbachshof - Kist
Heidingsfeld – Winterhausen
Margetshöchheim – Erlabrunn
Ochsenfurt – Markbreit

Auch in der Stadt Würzburg sind mehrere Wanderstrecken bekannt, so in Dürrbach (Kreisstraße und Schafhofstraße), im Steinbachtal, am Leutfresserweg, an der Giebelstädter Steige sowie in der Berner Straße (Bereich Seelein).

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Maulwurf - Helfer im Garten

Würzburg,16.2.2021

Auf Wiesen und Weiden fühlt sich der Maulwurf wohl. Dort findet er gute Böden, viel zu Fressen und vor allem Ruhe. Manchmal sind Maulwürfe auch im Garten anzutreffen. „Viele Gartenbesitzer stören sich an den Haufen. Dabei sind diese nur Zeichen einer wichtigen unterirdischen und ökologischen Tätigkeit“, verteidigt Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz den Maulwurf. Im Gegenteil: Er lockert die Erde, sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodens und frisst ausschließlich tierische Kost. In der weißen Winterlandschaft fallen die dunklen Maulwurfshügel besonders auf. Der BUND Naturschutz erklärt, warum das so ist und was den gesetzlich geschützten Maulwurf einzigartig macht.

Seine Erdhaufen kennt jeder, gesehen haben ihn die Wenigsten - den Maulwurf! Wie auch? Der scheue Insektenfresser lebt nämlich den größten Teil seines Lebens unter der Erde, genauso wie seine Beute. Er frisst Regenwürmer, Engerlinge und andere Käferlarven. Schnecken findet er auch nicht verkehrt. Seine Nahrungstiere lokalisiert der Maulwurf mit Hilfe des Gehörs und seiner Rüsselnase, die mit vielen Nervenzellen und Tasthaaren ausgestattet ist. Er ist auch nicht völlig blind, seine Augen sind nur verkümmert. Doch seine Ohren sind ungewöhnlich scharf, und er spürt das leiseste Zittern des Bodens. „Gefressen wird rund um die Uhr, denn der Grundumsatz des Maulwurfs ist sehr hoch. So benötigen die Tiere eine tägliche Nahrungsmenge, die etwa 85% ihres Körpergewichtes entspricht“, erklärt Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

Leben im Untergrund

Der Maulwurf ist vollkommen auf das Leben unter der Erde angepasst. Sein 13 - 15 cm langer Körper ist geformt wie eine kleine Walze. So passt er ideal durch die Gänge, die er mit seinen großen, seitlich ausgerichteten Grabschaufeln gräbt. Dabei buddelt sich der Maulwurf erst vorwärts, dann dreht er sich um und schiebt mit seinem Kopf die überflüssige Erde hinaus an die Oberfläche. Durch seine starken Muskeln im Schulterbereich kann er zwanzigmal so viel Erde bewegen, wie er selbst wiegt. Das weit verzweigte Tunnelsystem besteht aus Gängen, Vorratskammer und Wohnkessel. Die meisten Jagdstrecken befinden sich dicht unter der Oberfläche, wo er seine Beute findet. „Im Winter müssen die Gänge wegen des Frostes tiefer gelegt werden, bis zu 60 Zentimeter in die Erde gräbt er dann. In Ausnahmefälle sogar bis zu einem Meter. Dabei gilt: Je tiefer er buddelt, umso mehr Erde muss an die Oberfläche geschaufelt werden. Daher gibt es im Winter und Frühling mehr Maulwurfshügel als im Sommer“, weiß Armin Amrehn. Sehr spannend ist auch die Tatsache, dass Maulwürfe unter der Erde mit wenig Sauerstoff und einer hohen CO2-Konzentration zurechtkommen müssen. Das schafft er aber ohne Probleme, denn das Blut des Maulwurfs enthält viel Hämoglobin, das ihm hilft, verbrauchte Luft nochmals zu nutzen. „Dennoch können mehr Tunnelausgänge auch der Belüftung dienen“, so Steffen Jodl.

Geschützte Gartenhelfer

„Maulwürfe buddeln nicht nur den Garten um, sondern sind auch hervorragende Vertilger von Pflanzenschädlingen. Durch ihre grabende Tätigkeit wird der Boden gelockert und besser durchlüftet, wovon viele andere Arten, wie Erdhummeln oder Kröten profitieren.“, erklärt Steffen Jodl. Auf diese Weise kann der Boden mehr Regenwasser aufnehmen, was den Gartenpflanzen zugutekommt. Die ausgeworfene lockere Erde der Maulwurfhügel, kann dann wieder im Blumenbeet verwendet werdet.

Leider sind Maulwürfe durch die Zerstörung von Lebensräumen, den Rückgang der Insektenvielfalt und die zunehmende Flächenversiegelung gefährdet. Als besonders geschützte Tierart dürfen sie laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen, verletzt und getötet werden.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Vögel haben auch im Winter Durst

Würzburg, 16.02.2021

Wasser ist lebenswichtig! Wildvögel brauchen das ganze Jahr über Wasser zum Trinken oder Baden. Bei Schnee und Eis haben es die Tiere schwer, frisches Wasser zu finden. Durst haben sie trotzdem, besonders wenn gefüttert wird. Der BUND Naturschutz gibt Tipps zum Aufstellen von eisfreien Wassertränken im Winter.

Vögel müssen auch im Winter trinken. Sind natürliche Pfützen und andere Trinkstellen, wie Teiche und Seen zugefroren, geraten die Tiere in Bedrängnis. „Notfalls fressen Vögel auch frischen Schnee und stillen so ihren Durst. Ist der Schnee aber vereist oder stark verschmutzt, hilft er ihnen wenig“, Armin Amrehn, 1. Vorsitzender beim BUND Naturschutz Würzburg/BN. Besonders gefährlich ist starker Frost bei gleichzeitiger Trockenheit. Die Tiere müssen dann weit fliegen, um Wasser zu finden. Dadurch verschlechtert sich ihr Energiehaushalt, was lebensbedrohlich sein kann. Aus diesem Grund bittet der BUND Naturschutz den Garten wildtierfreundlich zu gestalten und Wassertränken anzubieten.

Eine flache Schale mit frischem Wasser reicht schon aus. „Die Vogeltränke sollte an einem übersichtlichen Ort aufgestellt werden, damit sich die Tiere bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können,“ erklärt Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer bei der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Dornenbesetzte Sträucher und Hecken in der Nähe bieten den perfekten Fluchtort, da kleine Vögel rasch zwischen die dichten Zweige schlüpfen können.“

Futter und Wasser nach Frostnächten anbieten

Vögel sind gleichwarme Tiere und müssen im Winter viel Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Dabei helfen ihnen verschiedene Strategien: das Aufplustern des Gefieders, wettergeschützte Aufenthaltsorte, Gruppenkuscheln, ihr spezielles Wärmeaustauschsystem, damit über die nackten Vogelbeine keine Wärme verloren geht und natürlich energiereiches Futter. Eine Frostnacht kostet den Vögeln viel Kraft. Verlässliche Futterstellen können dabei helfen, schnell Energie aufzutanken. Viele Vogelfreunde vergessen aber, dass die Tiere neben dem energiereichen Futter auch sauberes Trinkwasser benötigen. „Blickt man in die Gärten, sieht man viele Futterstelle. Wasser bietet kaum jemand an. Dabei macht trockenes Körnerfutter die Vögel besonders durstig“, Steffen Jodl.

Eisfreie Wassertränken im Winter

Tiefe Temperaturen lassen das Wasser in der Schale schnell zufrieren. Die einfachste Lösung ist, das Eis zu entfernen und frisches, lauwarmes Wasser nachzufüllen. Einen einfachen Do-It-Yourself-Tipp verrät der BUND Naturschutz: „Wassertränken können mit Hilfe einer Kerze oder eines Grablichtes lange eisfrei gehalten werden. Das Grablicht am besten in einen Betonring oder durchlöcherten Übertopf stellen, damit der Luftaustausch gewährleistet bleibt und die Kerze nicht ausgeht. Eine flache Keramikschale mit Wasser wird dann einfach daraufgestellt.“ Lässt man die Kerze nur tagsüber brennen, kann sie mehrere Tage genutzt werden. Das Wasser muss aber täglich gewechselt werden. Nicht nur, weil es über Nacht wieder zufriert, sondern aus hygienischen Gründen. Saubere Trinkstellen verhindern das Übertragen von Krankheiten.

Vögel lieben Wasserbäder –  Katzen auch!

Manche Vögel baden bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Kälte scheint sie nicht zu stören. Sie reinigen damit ihr Gefieder und versuchen Schmutz und unwillkommene Parasiten loszuwerden. Viele Vögel haben auch einfach Spaß am Baden, besonders, wenn es nach einer längeren Frostperiode wieder milder ist und der Stress, um den eigenen Energiehaushalt, nachlässt. Wer ein Vogelbad anbieten möchte, muss nur wenig beachten: Die Bäder müssen flach sein, damit die Vögel darin stehen können. Außerdem sollten sie an einem Ort im Garten platziert werden, der gut überschaubar ist, um lauernde Feinde früh zu entdecken. Gerade Katzen nutzen gerne die Unaufmerksamkeit der Vögel, während eines ausgiebigen Bades. Ist das Vogelbad richtig aufgestellt, haben die Stubentiger kaum eine Chance.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

UMWELTBILANZ 2020 – AUSBLICK FÜR 2021

Würzburg, 01.02.2021

Der BUND Naturschutz setzte sich auch im Jahr 2020 wieder intensiv für den Schutz von Natur und Umwelt und damit auch für die Menschen in Stadt und Landkreis Würzburg ein. „Insbesondere der Schutz unserer Wälder in der Trockenregion Mainfranken und der anhaltende Flächenverbrauch bestimmten unsere Arbeit“, resümiert Armin Amrehn, 1. Vorsitzender des BUND Naturschutz Würzburg.  „Wichtige Themen waren auch der Schutz der Artenvielfalt sowie die zunehmende Klimakrise und unsere Umweltbildung“, beschreibt Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe, weitere zentrale Thema des BN.

Waldschutz ist Natur- und Klimaschutz

Der BUND Naturschutz fordert schon seit Jahren, Wälder großflächig aus der Nutzung zu nehmen, um so die Biodiversität in den Wäldern um Würzburg zu fördern. Insbesondere in den FFH-Gebieten „Irtenberger- und Guttenberger Wald“ und „Gramschatzer Wald“ ist dies von hoher Bedeutung, zählen sie doch zu den laubbaumreichsten in Bayern und sind Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten, wie zum Beispiel der Bechsteinfledermaus oder dem Igelstachelbart, einer seltenen Pilzart. Zudem gelten gerade alte Wälder als Kohlenstoffsenke, da das Treibhausgas Kohlendioxid nicht nur im Holz der Bäume, sondern vor allem im Humus der Waldböden gespeichert wird. Waldschutz ist somit auch Klimaschutz. Der BUND Naturschutz begrüßte daher die Ausweisung von 510 ha Naturwald in Irtenberger Wald, wünscht sich aber auch großflächige Naturwälder im Gramschatzer Wald sowie im Guttenberger Forst. Kritisch sieht der BUND Naturschutz den massiven Einschlag in diese Wälder. Gerade alte Buchen wurden eingeschlagen. Mit der Auflichtung der Wälder wird der Austrocknung der Böden Vorschub geleistet und Sonnenbrand bei Buchen gefördert. Die Rodung von Waldflächen für den Abbau von Muschelkalk, wie bei Kleinrinderfeld, sieht der BUND Naturschutz besonders kritisch, da eine spätere Aufforstung aufgrund der Klimakrise nur schwer möglich ist.

 

Flächenverbrauch weiter ungebremst

Rund 11 Hektar werden in Bayern täglich für neue Baugebiete und Straßen verbraucht. Über 290 Hektar waren dies im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 jährlich in Unterfranken, das entspricht 417 Fußballfeldern. Der Flächenverbrauch verharrt damit seit Jahren auf hohem Niveau. Die geplante Ausweisung von weiteren 12,5 Hektar Wohnbaugebiet bei Würzburg/Lengfeld auf besten landwirtschaftlichen Böden und das knapp 1,7 Hektar große Baugebiet „Lehmgrube“ bei Goßmannsdorf auf ökologisch wertvollsten und geschützten Flächen, sind Beispiele für eine verfehlte Politik des ungezügelten Verbrauchs wertvollster Flächen. Der BUND Naturschutz wird sich auch in 2021 für einen nachhaltigen Umgang mit Grund und Boden einsetzen.

 

Würzburg muss zur durchgrünten Schwammstadt werden

Bedingt durch die sich verschärfende Klimakrise wird die Stadt Würzburg zunehmend zum Klimahotspot in Bayern. Im Zeitraum der Jahre 2015 bis 2020 hat sich hier die Temperatur um durchschnittlich rund 1,4 Grad Celsius erhöht. Alleine in Jahr 2020 war es 1,7 Grad zu warm. Seit 2015 fehlen insgesamt rund 570 Millimeter Niederschlag, das entspricht nahezu einem gesamten Jahresniederschlag (rund 600 Millimeter). Die Konsequenzen sind sichtbar: Anstatt dass die Anzahl von Bäumen gerade in der Innenstadt zunimmt, geht diese zurück, da Bäume in den vergangenen Jahren schneller vertrocknet sind, als nachgepflanzt werden konnte. Würzburg muss daher den fallenden Niederschlag auf der Fläche zurückhalten und diesen gezielt den Grünflächen und Bäumen zuführen. Ein Umbau zur „Schwammstadt“ ist daher dringend nötig. Daneben müssen Dach- und Fassadenbegrünungen in allen Bebauungsplänen zwingend festgesetzt werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum dies noch immer nicht umgesetzt wird. Negatives Beispiel ist der geplante Hotelbau am Paradeplatz. Hier scheinen architektonische Vorgaben wichtiger zu sein, als ein lebenswertes Mikroklima im Umfeld.

 

Verkehrswende voranbringen

Will man die Klimakrise beenden, muss man auch eine Verkehrswende vorantreiben. Erste gute Ansätze sind in Würzburg erkennbar. Die Einrichtung von getrennten Bus- und Fahrradspuren wie am Schlossberg und an der Zeller Straße sind auch ein Ergebnis des stetigen Einsatzes des BUND Naturschutz für eine Verkehrswende, zuletzt mit einer Demo für die Einrichtung für Pop-Up-Fahrradwege im vergangenen Jahr.

 

Arten- und Biotopschutz fördert Biodiversität

Der Feldhamster hat bayernweit sein letztes Rückzugsgebiet in der Region zwischen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen. Doch auch hier gehen die Zahlen rapide zurück. So habe sich die Feldhamsterbestände zwischen 2017 und 2019 im gesamten bayerischen Untersuchungsgebiet mehr als halbiert, wie Untersuchungen im Auftrag des bayerischen Landesamtes für Umwelt bestätigen. Der BUND Naturschutz hat daher im Jahr 2020 Beschwerde bei der Europäischen Union eingereicht. Ziel der Beschwerdeist es, dass Deutschland, hier speziell der Freistaat Bayern ein an ökologischen Erkenntnissen orientiertes wirksames Schutzsystem für den Feldhamster etabliert. Dieses muss Maßnahmen enthalten, die tatsächlich verbindlich und rechtssicher sicherstellen, dass die für das Überleben dieser Art unverzichtbaren Lebensräume und Verbund-Achsen vor einer Verschlechterung bewahrt werden.

Der BUND Naturschutz hat sich auch wieder gegen den Einsatz eines Spritzmittels (Mimic) gegen den Schwammspinner in den Laubwäldern um Würzburg eingesetzt. Durch den Gifteinsatz werden auch zahlreiche weitere Insektenarten in Mitleidenschaft gezogen, letztendlich auch die Vogelwelt, denen die Nahrungsgrundlage gerade während der Jungenaufzucht entzogen wird. Dass sich die Natur durchaus selbst helfen kann, zeigt der Wald bei Hettstadt. Dort konnte eine Ausbringung des Spritzmittels entgegen den Planungen nicht erfolgen. Dennoch kam es nicht zu der vom Forst prognostizierten Massenvermehrung des Schwammspinners. Krankheitserreger hatten ihn wohl auf natürliche Weise dezimiert. Dies bestätigt die Position des BUND Naturschutz.

Leider musste der BUND Naturschutz immer wieder feststellen, dass Dämme des geschützten Bibers eingerissen wurden. Dies schadet ganzen Biberfamilien, insbesondere, wenn dadurch der Zugang zum Wohnkessel freigelegt wird und für Räuber zugänglich wird. Die Dämme sorgen aber auch für einen Wasserrückhalt in der Landschaft. Gerade in unserer niederschlagsarmen Region ist dies von Vorteil, da das Wasser vor Ort versickern kann. Gleichzeitig werden aquatische Lebensräume geschaffen, von denen viele Arten profitieren. Dies stützt die Biodiversität.

Trotz der sinnvollen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war es dem BUND Naturschutz möglich, aktive Naturschutzarbeit zu betreiben, So wurden Amphibienrettungen durchgeführt und tausende Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentot bewahrt, Magerwiesen gemäht, Bäume gepflanzt und Baumscheiben in der Stadt mit Blumenzwiebeln aufgehübscht. Auch hat der BUND Naturschutz die Einrichtung eines Amphibientunnels im Guttenberger Forst bei Kist beantragt.

 

Umweltbildung zu Coronazeiten – trotz z. T. massiver Einschränkungen auch Erfreuliches beim BUND Naturschutz zu berichten

Auch 2020 gab es wieder ein vielfältiges Umweltbildungsangebot des BUND Naturschutz, das leider coronabedingt nur etwa die Hälfte der Teilnehmerzahlen wie das Jahr zuvor hatte. Mit ca. 1700 Teilnehmern bei 140 Veranstaltungen sind aber doch relativ viele Menschen erreicht worden – wenn man bedenkt, dass einige Monate überhaupt nichts möglich war und wenn Veranstaltungen stattfinden durften, dann nur mit eng begrenzter Teilnehmerzahl.

Rege nachgefragt waren insbesondere die Naturführungen ebenso das Kinder- und Familienprogramm. Hier musste man besonders kreativ sein, um möglichst die Corona-Hygieneregeln einzuhalten und Kontakte zu vermeiden.
Das Naturerlebnis-Programm für Schulklassen und Kindergärten nahmen diesmal 28 Gruppen wahr. Schwerpunktmäßig ging es dabei u. a. um das spielerische Kennenlernen der Lebensräume Wiese, Wald und Hecke. Wegen Corona mussten auch hier die Lehrmethoden etwas verändert werden und die Gruppen waren diesmal auch kleiner als sonst.

Dazu kam 2020 noch ein Sonderprogramm zum Thema „Schmetterlinge – Die Meister der Verwandlung brauchen unsere Hilfe“ hinzu, das von unserer Projektmitarbeiterin Dr. Martina Alsheimer erfolgreich durchgeführt wurde. 30 Vorschulgruppen nahmen an diesem Programm mit insgesamt etwa 320 Kindern coronaregel-angepasst im letzten Jahr begeistert teil. Es wurde dabei spielerisch das Leben der Schmetterlinge und die Möglichkeiten ihres Schutzes vermittelt.

BUND Naturschutz fordert größere Anstrengung für eine Durchgrünung Würzburgs: Paradeplatz muss zum „Grünen Platz am Dom“ werden

Würzburg, 26.01.2021

Die vergangenen Jahre machten es deutlich: Würzburg ist der Klimahotspot Bayerns. Gerade die Innenstadt leidet in den Sommermonaten unter einer zunehmende Hitzebelastung. Mehr Grün könnte die Stadt entlasten. Der BUND Naturschutz Würzburg (BN) fordert daher, den Paradeplatz nach dem Vorbild des Kardinal Faulhaber Platzes zu begrünen. „Spätestens nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren zum Grünen Platz am Theater ist klar, dass die Würzburger*innen mehr Lebensqualität in ihrer Stadt haben möchten“, so Armin Amrehn, Vorsitzender des BUND Naturschutz Würzburg.

Seit 1920 hat sich die Temperatur in Franken um 1,7 Grad erhöht. In Würzburg liegen die Abweichungen im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990 zum Teil schon bei bis zu + 5 Grad im Monat. „Eine Zunahme von Tropennächten (Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad) führt zu schlechterem Schlaf und fehlender Erholung für den menschlichen Körper“, warnt Steffen Jodl, Geschäftsführer bei der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Eine konsequente Begrünung der Stadt ist daher dringend nötig und wir sollten jetzt damit anfangen, nicht erst wenn es schon zu spät ist“, so Dr. Volker Glöckner, stellvertretender Vorsitzender beim BN Würzburg. Ein Wegfall der Parkplätze am Paradeplatz ist aus Sicht des BUND Naturschutz bei knapp 7800 Parkplätzen im Innenstadtbereich unproblematisch. Zudem ist die Innenstadt mit der Straßenbahn gut erreichbar. Der BUND Naturschutz fordert daher alle Stadtverantwortlichen auf, sich für eine lebenswerte Stadt, mit viele Grün, wenig Verkehr, gesunder Luft und einem verträglichen Klima einzusetzen. Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger – nicht zuletzt der Einzelhandel. Würzburg macht Spaß – aber nur wenn das Klima stimmt, so der BUND Naturschutz abschließend.

„Hallo Nachbar“ - BUND Naturschutz startet mit einer Türanhängeraktion eine ungewöhnliche Spendenaktion

Würzburg, 25.01.2021

Possierliche Tierchen wie Eichhörnchen, Steinkauz und Feldhamster grüßen seit einigen Tagen Bewohner von Stadt und Landkreis Würzburg an deren Haustüren. Verteilt haben die Papieranhänger Ehrenamtliche des Bund Naturschutz, die mit dieser Aktion um Spenden für den Erhalt und Schutz unserer heimischen Natur bitten.

Der BUND Naturschutz arbeitet wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig und ist deshalb finanziell zu einem Großteil auf Spenden angewiesen. Coronabedingt konnte im Jahr 2020 die alljährliche Sammelwoche für Bayerns Natur jedoch nicht stattfinden. Damit sind dem BUND Naturschutz wichtige Spenden weggefallen, die dringend für die vielen Projekte und Aktionen gebraucht werden. Der Einsatz für den vom Aussterben bedrohten Feldhamster, der Amphibien- und Schmetterlingsschutz und die Pflege schützenswerter Orchideenwiesen, sind hier nur eine kleine Auswahl an Aktionen der BUND Naturschutz Kreisgruppe Würzburg.

Der Kreisvorsitzenden, Armin Amrehn, bittet daher die Bevölkerung: "Unterstützen Sie unsere Arbeit für Tiere und Pflanzen, die sich - oft unbemerkt - in unserer Nachbarschaft befinden." Jeder Beitrag zählt. Gerade das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig eine intakte Natur und Umwelt sind.

Die Vorstandschaft der Kreisgruppe würde sich über eine Spende auf folgendes Konto sehr freuen: BN-Kreisgruppe Würzburg, Sparkasse Mainfranken, IBAN DE10 7905 0000 0043 8844 10 Kennwort: Nachbar