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Ökotipps und Einkaufsführer

Wassergesetz: BN kritisiert: Ausnahmen vom Wassercent wären Katastrophe für die Region

Würzburg, 09.12.2025

Der BUND Naturschutz Würzburg kritisiert die vorgesehenen zahlreichen Ausnahmen beim Wassercent. Insbesondere, dass Bodenverbände vom Wassercent gänzlich befreit werden sollen, verhindert dringend nötigen Grundwasserschutz.  

Gerade die Bergtheimer Mulde – Gemüseanbauregion im Landkreis Würzburg – hat ein Grundwasserproblem. Gemäß Landschaftswasserhaushaltsmodell vom Dezember 2023 sanken die Grundwasserstände in den Randbereichen um 5 Meter. Und die Begehrlichkeiten nach weiteren Grundwasserentnahmen steigen rasant an. 2,4 Millionen Kubikmeter Grundwasser sollen zukünftig entnommen werden, geht es nach den Wünschen der Gemüsebauern. Das wäre mehr als das Vierfache der bisher genehmigten Menge. Mit dem neuen Wassergesetz könnten diese Entnahmen auch noch vom Wassercent komplett befreit sein, wenn sie über den geplanten Bodenverband erfolgen. „Das wäre eine Katastrophe für das Grundwasser in unserer Region“, zeigt sich Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg, bestürzt. „So kann der Wassercent keine Lenkungswirkung entfalten, zumal es auch noch viele weitere Ausnahmen geben soll, etwa für die Industrie zum Kühlen oder für die Wasserkraft.“   

Äußerst kritisch sieht der BN auch, dass der Wassercent auf Vertrauensbasis erhoben werden soll und explizit keine Kontrollen stattfinden sollen. „Wird nun auch auf die versprochenen digitalen Wasserzähler in der Bergtheimer Mulde verzichtet?“, fragt Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Digitale Wasseruhren einzubauen, die die Werte automatisch übermitteln, ist keine Raketentechnik und jedem Verbraucher zuzumuten. In Privathaushalten ist das schließlich auch gängige Praxis.“ 

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer 
Tel. 0931/43972, 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 266.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis rund 8.500 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen. 

Würzburg, 24.11.2025

Auch in diesem Jahr setzt sich der BUND Naturschutz (BN) für den Kauf regionaler, pestizid- und düngerfreier Weihnachtsbäume ein. Damit wirbt der BN auch bei Verkäufer*innen, Waldbesitzenden und Plantagenbetreibenden, ihr Angebot an Bio-Christbäumen zu erweitern.

Der BUND Naturschutz veröffentlicht jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit einen Einkaufsführer, der eine Übersicht über Anbieter von ökologisch erzeugten Weihnachtsbäumen in ganz Bayern bietet. Die Liste wurde auch 2025 um neue Händler ergänzt. „Machen Sie der Natur ein Geschenk und holen Sie sich einen Öko-Christbaum, der ohne künstliche Dünger und Pestizide in der Region gewachsen ist“, sagt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz. „Mit dem Kauf eines regional angebauten Weihnachtsbaumes können wir lange Transportwege vermeiden und so unser Klima schützen. Gleichzeitig schonen wir mit einem Baum, der ohne Pestizide und Kunstdünger gewachsen ist, Boden, Gewässer und unser Trinkwasser.“ Die Händlerliste des BN dient als wertvolle Orientierung, wo in diesem Jahr ökologische Weihnachtsbäume erhältlich sind.

Das Spektrum der angebotenen Bäume reicht von den besonders hohen Standards des Bayerischen Biosiegels und der Bio-Anbauverbände wie Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland – die der BN besonders empfiehlt – über die EU-Bio-Zertifizierung bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern.

„Besonders naturschonend sind daneben Christbäume, die direkt aus dem Wald kommen und bei der Waldpflege anfallen“, erklärt Dr. Ralf Straußberger, Waldexperte des BN. „Wichtig ist uns außerdem, dass für einen ökologischen Weihnachtsbaum nicht einfach Wald kahlgeschlagen wird, um eine Christbaumplantage anzulegen. In unserer diesjährigen Liste haben wir auch wieder einige Forstbetriebe, sowie BN-Kreis- und Ortsgruppen dabei, mit denen man direkt im Wald einen Christbaum aussuchen und selbst schlagen kann. Besser geht es doch nicht!“

Anlage: Anbieterliste pestizidfreier Christbäume 2025
Auch zu finden unter:  https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen 
 

Für Rückfragen:
Felix Hälbich
Pressesprecher, Referent für Medien und Kommunikation
Tel. 089 / 514 69 7611; 0171 / 337 54 59
E-Mail: felix.haelbich@bund-naturschutz.de
 

Hintergrundinformation Bund Naturschutz:
Der BN ist mit über 265.000 Mitgliedern und Förderern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Würzburg, 20.10.2025

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. „Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden hier Schutz und Nahrung“, erklärt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz.

Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten Überwinterungsquartiere.

Grundsätzlich sollten Hobby-Gärtner*innen besser seltener und später mähen, rät Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim BN Würzburg „Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Salbei, Margeriten oder Knautie vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“ Der Rasenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Material locker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt der Mulch vor dem Austrocknen des Bodens. 

Im Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen. Insekten wie Bienen oder Hummeln ernähren sich im Frühjahr von Schneeglöckchen, Krokussen oder Märzenbechern. Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße. Im Frühjahr können sie sich dann zu schönen Blütenteppichen entwickeln. 

„Dass Laubbläser tabu sind sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben“, so Angenvoort-Baier abschließend. „Sie sind nicht nur laut, sondern behindern zudem die Humus- und Nährstoffbildung da die weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten können. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum. Außerdem wird die Deck-Schicht entfernt, die den Boden vor Austrocknung und Kälte schützt.“


Weitere Infos: 
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten

Würzburg, 07.10.2025

Die Herbstmonate sind für Eichhörnchen eine Zeit intensiver Aktivität und besonderer Gefahr. Während sie fleißig Vorräte für den Winter sammeln, werden viele der possierlichen Nager Opfer des Straßenverkehrs. Die Tiere halten keinen Winterschlaf, sondern lediglich Winterruhe. Das heißt, sie schlafen viel im Kobel und sind trotz frostiger Zeiten täglich auf Futtersuche. Sie sammeln Baumsamen und Nüsse sowie Beeren und Pilze, die sie in zahlreichen kleinen Depots verstecken. Durch diese intensive Sammelaktivität müssen sie häufig Straßen überqueren. „Die Herbstmonate sind entscheidend", erklärt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg „Sie müssen sicher über die Straßen kommen, gleichzeitig bestimmt ihr jetziger Sammelerfolg, ob sie den Winter überleben."

Deshalb müssen Autofahrer zurzeit besonders aufpassen. „Erhöhte Wachsamkeit ist vor allem an Parks, Alleen und Grünanlagen gefragt. Sehen Sie ein Eichhörnchen auf der Straße, bremsen sie langsam ab. Bitte nicht abrupt ausweichen, das gefährdet nicht nur den Straßenverkehr, die Tiere schlagen Haken und können trotzdem überfahren werden“, so Steffen Jodl, BN-Geschäftsführer. 

So können Gartenbesitzer Eichhörnchen helfen:
•    Bäume pflanzen: Hasel, Walnuss, Buche und Nadelbäume bieten natürliche Nahrung und Unterschlupf.
•    Alte Bäume erhalten.  
•    Laubhaufen belassen: Sie dienen als mögliche Futter-Depots und bieten Baumaterial für die Kobel
•    Wasserschalen aufstellen und regelmäßig frisches Wasser bereitstellen
•    In nahrungsarmen Zeiten füttern: Mit ungesalzenen und ungerösteten Hasel- und Walnüssen, Sonnenblumenkernen, Bucheckern und gelegentlich Apfelstücken. Nüsse möglichst mit Schale reichen – das nutzt die Zähne und fördert natürliches Verhalten.
•    Nistkästen (künstliche Kobel) sind besonders im Herbst und Winter wertvolle Rückzugsorte 

Unterdessen läuft das Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ vom BN weiter. Bei dem Projekt können Bürger*innen über eine App Eichhörnchen melden. Seit Projektstart 2020 wurden schon über 90.000 Sichtungen dokumentiert. Seit 2024 können Bürgerinnen und Bürger neben lebenden Tieren auch Totfunde melden. Die nächste Datenauswertung ist zum Ende des Jahres geplant. 
Gemeinsam mit Städten und Bürgern gelingt mit Hilfe der gewonnen Daten die Vernetzung von Lebensräumen und die gezielte Platzierung von Schutzmaßnahmen. So wurden in Zirndorf und Regensburg Seile über die Straße gespannt. Über diese Seilbrücken können die Tiere sicher die andere Straßenseite erreichen. Die Brücken werden gut angenommen, wie Wildkameras zeigen. 

Links: 
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden

https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-bruecken


Für Rückfragen:
Steffen Jodl, Geschäftsführer KG Würzburg
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de


Hintergrundinformation: BUND Naturschutz
Der BN ist mit über 268.000 Mitgliedern und Förderern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis rund 8.500 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Haus- und Straßensammlung 2025: Gemeinsam für die Natur

Würzburg, 10.07.2025

Seit vielen Jahren engagieren sich zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Haus- und Straßensammlung des BUND Naturschutz (BN) und unterstützen damit unsere Arbeit im Natur- und Umweltschutz. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass Umweltthemen trotz der aktuellen Krisen und Herausforderungen für die Bevölkerung nach wie vor von großer Bedeutung sind. In diesem Jahr haben sich aus der Stadt und dem Landkreis Würzburg insgesamt 308 Schüler*innen von vier Schulen sowie ein erwachsener Sammler an der Aktion beteiligt.

Besonders beeindruckend war die Leistung der Schüler*innen des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, die unter der Leitung von Frau Wiesmann stolze 4.403 Euro gesammelt haben. 

Das Röntgen-Gymnasium, unterstützt von Herrn Wüst, erreichte den zweiten Platz mit 2.661 Euro. Das Siebold-Gymnasium, begleitet von Frau Borst, sammelte 1.093 Euro, und die Leopold-Sonnemann-Realschule aus Höchberg, mit Unterstützung von Frau Mager, brachte es auf 592 Euro. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten! 

„Insgesamt erzielten alle Beteiligten zusammen ein stolzes Ergebnis von rund 9.304,84 Euro“, freut sich Andrea Angenvoort-Baier, 1. Vorsitzende der Kreisgruppe. 

Ein besonderer Dank gilt auch unserem ehrenamtlichen Helfer Herbert Josef aus der Ortsgruppe Leinach, der insgesamt 550 Euro für den guten Zweck gesammelt hat.

Für dieses hervorragende Engagement bedankt sich der BUND Naturschutz ganz herzlich bei allen Unterstützern. 

Die Erlöse aus der Sammlung fließen unter anderem in unsere Umweltbildungsarbeit im Ökohaus Würzburg und in den Erhalt und Schutz wertvoller Biotope in Stadt und Landkreis Würzburg. Vor Ort setzen wir uns z. B. für den Erhalt des Igels ein, pflegen Streuobstwiesen und Magerrasen.

Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe: „Unser Dank für dieses tolle Engagement gilt allen Lehrer*innen, die an ihrer Schule die Sammlung organisierten, allen Spender*innen und vor allem allen Sammler*innen.“

Bürgerentscheide Gipsbergwerk: Bürgerinnen und Bürger für Trinkwasserschutz. BN sieht Signal an Politik und Behörden

Würzburg, 02.06.2025

In Altertheim wurden zwei Bürgerentscheide gegen ein geplantes Gipsbergwerk im Wasserschutzgebiet gewonnen. Der BUND Naturschutz sieht hier auch Signal an Politik und Behörden, für einen Trinkwasserschutz ohne Wenn und Aber einzutreten.


Bei Altertheim im Landkreis Würzburg plant die Firma Knauf das größte Gipsbergwerk Deutschlands im faktischen Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Würzburg. Der Widerstand gegen dieses Vorhaben wächst. Dies zeigen auch zwei Bürgerentscheide die gestern in der Gemeinde Altertheim abgestimmt und gewonnen wurden. So muss die Gemeinde nun alle zulässigen rechtlichen Mittel ausschöpfen, um das Bergwerk zu verhindern und darf keine in ihrem Eigentum befindlichen Grundstücke an Knauf veräußern bzw. soll bereits bestehende Vereinbarungen nach Möglichkeit rückgängig machen. „Dies ist ein
wichtiges Signal an Politik und Behörden, den Trinkwasserschutz ohne Wenn und Aber an die oberste Stelle zu stellen und ernst zu nehmen. Wirtschaftliche Interessen dürfen hier nicht überwiegen“, stellt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende Der BN-Kreisgruppe Würzburg fest. „Es ist nun auch höchste Zeit die Erweiterung des Trinkwasserschutzgebietes Zeller Quellstollen endlich festzusetzen“, fordert Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe Würzburg, das zuständige Landratsamt Würzburg auf.“ An die Firma Knauf richtet der BN den Appell, von seiner Planung im Wasserschutzgebiet Abstand zu nehmen: „Trinkwasserschutz und Bergwerk sind nicht vereinbar. Erkennen Sie den Willen der Mehrheit an“, so die Kreisvorsitzende Andrea Angenvoort- Baier.

Neue BN-Kreisvorsitzende bietet zukünftigem OB Martin Heilig Unterstützung an

Würzburg, 28.05.2025

Andrea Angenvoort-Baier, neue 1. Vorsitzende der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Würzburg, bietet dem neu gewählten Oberbürgermeister der Stadt Würzburg die breite Unterstützung des BN auf dem Weg zu einer klimaresilienten Stadt an und macht klar, dass ein Gipsbergwerk im Trinkwasserschutzgebiet unbedingt verhindert werden muss.


„Die voranschreitende Klimakrise stellt vor allem die Region Würzburg als Klimahotspot vor gewaltige Aufgaben. Zunehmende Hitzetage, Trockenheit, aber auch Starkregenereignisse erfordern gerade in der Stadt umfassende Anpassungsmaßnahmen“, stellt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende beim BN Würzburg fest und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister Martin Heilig. „Insbesondere die Sicherung unserer Trinkwasservorkommen – unser gemeinsames Ziel - muss höchste Priorität haben. Das geplante Knauf-Gipsbergwerk in der Erweiterungszone des Wasserschutzgebietes Zeller Quellstollen ist daher unbedingt zu verhindern, denn es gefährdet den Trinkwasserschutz“, so Andrea Angenvoort. Von der Stadt Würzburg fordert der BN daher, dass alle rechtlich möglichen Mittel genutzt werden, um diese Ziel zu erreichen. „Auch der BN wird - wenn nötig - ein Gerichtsverfahren nicht scheuen und den Trinkwasserschutz verteidigen“, stellt Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN klar. Steffen Jodl, der auch BN-Regionalreferent ist, kündigt zudem eine unterstützende Unterschriftenaktion auf Landesebene an.

Weiter fordert der BN vom neuen OB die Klimaanpassung in der Stadt voranzutreiben. Neben dem unverzichtbaren Klimaschutz sind auch Maßnahmen für mehr Grün und zum Wasserrückhalt in der Stadt zwingend nötig. „Würzburg braucht mehr Grün – auch auf Kosten von Straßen- und Parkraum“, so Andrea Angenvoort-Baier. Der BN freut sich daher, den Wettbewerb „Neues Grün für Würzburg“ unterstützen zu können (siehe wuerzburg.bund-naturschutz.de/aktivenkreise/stadtnatur/neues-gruen-fuer-wuerzburg). „Freiwillige Maßnahmen reichen aber leider nicht aus“, stellt Steffen Jodl fest und ruft die Stadt Würzburg zu mehr Mut beim Umbau zu einer Schwammstadt auf, die bei Starkregen Wasser zurückhalten und dosiert den Grünstrukturen zuführen kann. Mehr Grün durch Dach- und Fassadenbegrünungen, aber auch mit Bäumen, wünscht sich der BN vor allem in der Innenstadt. Insbesondere der massiv versiegelte Marktplatz muss zu einer grünen Oase umgebaut werden.


Zudem sind Kaltluftentstehungsgebiete und Kaltluftschneisen zu erhalten. Der BN ruft OB Heilig daher dazu auf, sich gegen das geplante Baugebiet auf der Wiese am Nikolausberg einzusetzen. Ein Baugebiet würde dort die Abkühlung der Stadt reduzieren und wäre daher kontraproduktiv zur Klimaanpassung.


Zur Person Andrea Angenvoort-Baier:
• Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Ravensburg mit der dualen Ausbildung bei der Fürstlich Hohenzollernschen Hüttenverwaltung Laucherthal
• Studium der Rechtswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
• Referendariat am Landgericht Aschaffenburg
• Praktizierende Juristin seit 2004
• Sprecherin des Agenda 21-Arbeitskreises Wasser am Limit seit 2019
• Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Bergtheim-Hausen seit 2022
• Vorsitzende der Kreisgruppe Würzburg seit dem 10. Mai 2025

Bürger*innen schützen und erfassen Stadtbäume in Würzburg

Würzburg, 16.04.2025

Der Bund Naturschutz (BN) startet gemeinsam mit zwei Universitäten das Citizen Science Projekt „Mein Baum“. Bürger*innen können aktiv zur Erfassung und zum Schutz von Stadtbäumen beitragen. Projektstart ist der 25. April.

Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) lädt die BN-Kreisgruppe Würzburg Bürger*innen ein, mit Hilfe einer Smartphone-App zum Schutz von Stadtbäumen beizutragen. 

„Stadtbäume sind in Zeiten des Klimawandels von wachsender Bedeutung: Sie kühlen, binden CO₂, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Doch Trockenheit, Krankheiten und Baumfällungen bedrohen sie zunehmend“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg. „Um dem entgegenzuwirken, benötigt es bessere Kenntnisse über den Zustand und die Verbreitung von Bäumen in urbanen Räumen. Das Projekt „Mein Baum“ setzt genau hier an. Ab sofort können Bürger*innen mit Hilfe der gleichnamigen App Daten über Bäume in ihrer Umgebung sammeln und damit wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse sammeln.“ 

Mit Hilfe der App können Teilnehmer*innen Informationen zu Standort, Baumart, Umfeld, Wurzelbereich, Stamm und Baumkrone erfassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Tiere oder Pilze zu dokumentieren, die an den Bäumen leben. Die gesammelten Daten dienen der Analyse von Trends, der Entwicklung von Schutzmaßnahmen und der Beantwortung wissenschaftlicher Fragen. Auch für eine nachhaltige Stadtplanung sollen die Daten genutzt werden. 

„Das Projekt verbindet Forschung und Bürgerengagement auf innovative Weise“, sagt Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN. „Es fördert das Bewusstsein für Stadtbäume und die App bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist uns besonders wichtig.“ 

Um bei „Mein Baum“ mitzumachen, müssen Interessierte die kostenlose App herunterladen und sich einmalig anmelden. Auch die Teilnahme als Gruppe oder Schulklasse ist möglich. Die gesammelten Daten werden an die Projektverantwortlichen übermittelt. Über die App können sich die Teilnehmer*innen auch im Community-Bereich austauschen und an Aktionen wie dem Gießen von Bäumen in Trockenperioden teilnehmen. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bund Naturschutz:
www.bund-naturschutz.de/mein-baum

Würzburg, 25.03.2025

An der Unteren Jagdbehörde für Stadt und Landkreis Würzburg läuft gerade die Abschussplanung für das Rehwild. Die Abschussplanung ist ein wichtiges Instrument zur Verjüngung und Umbau der Wälder in der Region. Aber Minister Hubert Aiwanger möchte die Abschussplanung teilweise abschaffen. Der BUND Naturschutz (BN) hat deshalb einen Brief an Landrat Thomas Eberth geschrieben und um eine konsequente Ausrichtung der Abschussplanung an den gesetzlichen Zielen gebeten. Der BN hat eine bayernweite Rangliste der Landkreise bei der Verbissbelastung erstellt: der Landkreis und die Stadt Würzburg schneiden dabei schlecht ab.


Die BN-Kreisgruppe Würzburg warnt vor der geplanten Novelle des Jagdgesetzes, die eine Abschaffung der Abschussplanung vorsieht. Jagdminister Hubert Aiwanger möchte, dass dieses zentrale Instrument zur Regulierung der Wildbestände selbst in Jagdrevieren mit hoher Verbissquote nicht mehr zwingend angewendet werden muss. Eine aktuelle Auswertung des BN zeigt, dass in 8 von 9 Hegegemeinschaften in Stadt und Landkreis Würzburg die Verbissquoten zu hoch oder deutlich zu hoch sind. „Damit werden in weiten Teilen der Stadt und des Landkreises Würzburg die gesetzlichen Ziele für die Waldverjüngung verfehlt - teils schon seit vielen Jahre“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg. „Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf für eine stringentere Abschussplanung und appellieren an alle Beteiligten, die massiven Verbissbelastungen in den sogenannten „roten“ Jagdrevieren deutlich zu reduzieren. Wir danken den Beteiligten in den Jagdrevieren, in denen das bereits gelungen ist, wie in der Hegegemeinschaft Fährbrück im Bereich des Gramschatzer Waldes.“ Es gibt mit der leider nur diesen einzigen Lichtblick in der ganzen Region. „Diese Hegegemeinschaft ist die einzige weit und breit mit zumindest tragbarer Verbissbelastung inmitten von über 50 Hegegemeinschaften in den Landkreisen Würzburg, Kitzingen, Schweinfurt, Hassberge und Rhön-Grabfeld mit zu hohem Verbiss“, so Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent bei BN-Landesverband. „Diese, für die Wälder sehr kritischen Verbisszustände dauern in vielen dieser Hegegemeinschaften schon seit vielen Jahren an. Hier läuft im Bereich Würzburg und in weiten Teilen Unterrankens großflächig und langjährig was völlig aus dem Ruder.“ „Gerade im vergleichsweise waldarmen Landkreis Würzburg kommt den Wäldern eine besondere Bedeutung für die vielen Schutzfunktionen, wie Trinkwasser- und Klimaschutz, für die Erholung der Bevölkerung und für die Landschaftskühlung“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe. „Die Wälder können diese Aufgaben mittel- bis langfristig nur erfüllen, wenn ihr Fortbestand durch eine klimaresiliente Waldverjüngung gesichert ist. Davon sind wir in Stadt und Landkreis Würzburg leider weit entfernt.“ Der BN hält ein Umsteuern bei der Abschussplanung für überfällig und deutliche Abschusssteigerungen für zwingend notwendig. 

Viele Wälder im Landkreis Würzburg leiden unter den Folgen der Klimakrise, wie auch in anderen Regionen Bayerns. Viele Bäume, mancherorts sogar ganze Wälder sterben ab, Borkenkäferbefall nimmt zu. Um das Schlimmste abzuwenden und Kahlflächen zu vermeiden, ist es wichtig, dass unter dem Schutz der Altbäume ein stabiler Mischwald als neue Waldgeneration aufwachsen kann. Doch vielerorts wird dieser Prozess durch überhöhte Wildbestände erschwert. Deshalb wirbt die BN-Kreisgruppe Würzburg für eine waldfreundliche Ausrichtung der Schalenwildbejagung, die es ermöglicht, dass neben Buchen auch Eichen und andere Laubbäume aufwachsen können. Die gesetzlichen Vorgaben sind hier eindeutig: das muss im Wesentlichen ohne Zaun möglich sein. 

„Die behördliche Abschussplanung legt in einem geregelten Verfahren die Abschussquoten fest, unter Einbeziehung von Betroffenen und Fachleuten. Dieses Instrument muss auch im Landkreis Würzburg dazu genutzt werden, die gesetzlichen Ziele bei der Waldverjüngung zu erreichen. Es abzuschaffen, wäre fahrlässig und würde den enormen Herausforderungen nicht gerecht, denen unsere Wälder gegenüberstehen“, betont Jodl. 

Hintergrund:
Eine aktuelle bayernweite Auswertung des BN zeigt, dass die Abschussplanung in 35 Landkreisen und Kreisfreien Städten zu geringer Verbissbelastung und guten Ergebnissen bei der Waldverjüngung geführt hat. Dort ist in mindestens zweidrittel der Hegegemeinschaften die Verbissbelastung günstig bis tragbar. So z.B. im Landkreisen Freyung-Grafenau in allen 11 Hegegemeinschaften (!) oder im Landkreis Traunstein in 11 von 14 Hegegemeinschaften. Diese Positivbeispiele und die bayernweit über 170 Hegegemeinschaften, die seit 2012 durchgehend günstige bis tragbare Verbisssituationen aufweisen, belegen, dass die Abschussplanung funktioniert

Wasserschutzgebiet Zeller Quellen: Gipsabbau gefährdet Trinkwasserschutz

Würzburg, 17.03.2025

“Nach intensivem Studium der Planunterlagen ist klar: Das Bergwerk ist abzulehnen. Neben Problemen beim Natur- und Klimaschutz sowie beim Verkehr ist vor allen die Gefährdung des Trinkwassers entscheidend für unsere Einschätzung”, erklärt Fachanwältin Ursula Philipp-Gerlach für den BUND Naturschutz.


Steffen Jodl, Regionalreferent beim BN stellt zudem fest: “Die Planunterlagen sind überraschend mangelhaft, sie sind in vielen Punkten lückenhaft, ungenau oder fehlerhaft. In dieser Massivität haben wir das nicht erwartet. Unsere Vorbehalte gegen das Projekte haben sich mehr als bestätigt.”


Hier eine kleine Auswahl der Planmängel (siehe auch beiliegende Stellungnahme des BN):


• Es verbleibt ein nicht vernachlässigbares Restrisiko für die öffentliche Wasserversorgung aufgrund von fehlerhaften Annahmen und Bewertungen. So wurde nicht beachtet, dass das Einzugsgebiet von Kluft- und Karstgebieten durchzogen ist. Mögliche Trinkwasserverluste sind daher fehlerhaft berechnet. Auch wurde die Grundwasserneubildungsrate falsch angesetzt.
• Die Gefährdung von grundwasserschützenden Schichten durch den Zugang zum Bergwerk wurde nicht ausreichend ermittelt und zudem verharmlost.
• Die Alternativenprüfung ist fehlerhaft. So ist vor allem die Möglichkeit des Recyclings sowie der Substitution von Gips unzureichend bis gar nicht beachtet.
• Die artenschutzrechtlichen Überprüfungen sind mangelhaft. So wurde zum Beispiel nicht erkannt, dass sich im Planumfeld ein Lebensraum der bedrohten Schmetterlingsart “Spanische Flagge” befindet. Auch Auswirkungen durch Sprengerschütterungen auf die Tierwelt, wie Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr, wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Amphibienwanderstrecke, die von zusätzlich 320 LKW täglich gequert werden soll, ist nicht einmal erwähnt.
• Auch das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion wurden nur unzureichend behandelt.
• Die Klimaschutzziele wurden nicht ausreichend geprüft.
• Das Verkehrsgutachten ist ungenügend. So wird die enorm ansteigende Belastung mit Schwerlastverkehr (bei Oberaltertheim plus rund 300 Prozent!) nicht ausreichend berücksichtigt. Völlig unterschlagen werden die täglichen Fahrten von bis zu 70 Angestellten. Eine Durchfahrung von Kommunen wie Kist oder gar der Stadt Würzburg bei Sperrungen auf der A 7 bzw. A 3 wird nicht ausgeschlossen. Dies würde zu erheblichen Belastungen führen. Nicht berücksichtigt wird auch, dass insbesondere durch den stärkeren Schwerlastverkehr eine zusätzliche Gefährdung für Radfahrer – z. B. entlang der St 578 und St 2297 – einhergeht. Ein Radweg existiert dort nicht und steht auch nicht in Aussicht!


Zum Planvorhaben:
Über mindestens 60 Jahre möchte die Firma Knauf in der Altertheimer Mulde im Landkreis Würzburg auf einer Fläche von 7,1 qkm untertage Gips abbauen – bis zu eine Million Tonnen jährlich. Das fatale dabei: Der Abbau soll 9 Meter unter dem Grundwasserleiter stattfinden und liegt in der planreifen Erweiterungszone des Trinkwasserschutzgebietes „Zeller Quellstollen“ der Stadt Würzburg. Hier wird für die Hälfte der Stadtbevölkerung - also für rund 60.000 Menschen - Trinkwasser gewonnen. Zudem liegen dort auch die Wasserschutzgebiete der Gemeinden Altertheim und Waldbrunn, die weitere rund 18.000 Menschen mit unersetzlichem Trinkwasser versorgen.

Die Stellungnahme der Kanzlei PNT Partner zur zum geplanten Gipsbergwerk in dem Wasserschutzgebiet in der Althertheimer Mulde und den Zeller Quellen finden Sie hier.

Erste Igel wachen auf – so können Sie helfen

Würzburg, 05.03.2025

Aufgrund der milden Temperaturen erwachen die ersten Igel aus ihrem Winterschlaf, doch der Frühling hält noch nicht genug
Nahrung für die Tiere bereit. Der BUND Naturschutz gibt praktische Tipps, wie jeder helfen kann.


„Igel sind flexibel in ihrem Winterschlafverhalten. Doch die zunehmend milden Winter und dadurch häufigeren Unterbrechungen des Winterschlafs stellen eine große Herausforderung für die Tiere dar“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz. Durch das frühzeitige Aufwachen haben Igel oft mit Nahrungsmangel zu kämpfen. Da Insekten und andere Beutetiere noch kaum aktiv sind, finden die Tiere nur wenig Nahrung.


Wer bereits jetzt einen Igel entdeckt, kann aber helfen. Die Tiere haben nach dem Aufwachen zunächst großen Durst. Eine flache Schale mit frischem Wasser im Garten ist eine einfache und wirksame Hilfe. Als Nahrung eignen sich Rühreier, Katzenfutter, getrocknete Insekten oder auch angebratenes Hackfleisch und gekochtes Geflügelfleisch. „Je fettreicher und proteinreicher das Futter, desto besser“, so Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim BN Würzburg. Wichtig ist, das Futter an einem geschützten Ort aufzustellen, damit es den Igeln zugutekommt und nicht von anderen Tieren wie Katzen gefressen wird. Zu diesem Zweck stellt der BN auf seiner Webseite auch eine Bauanleitung für ein Igelhaus zur Verfügung, das als Futterhaus und auch als Unterschlupf verwendet werden kann (Igelhaus im Garten selbst bauen (bund-naturschutz.de). 


Zudem ist Gartenarbeit im Frühjahr problematisch. „Vor allem das Aufräumen von Laub- und Reisighaufen oder das Entfernen von Sträuchern kann dazu führen, dass Igel aufgescheucht werden und ihren Unterschlupf verlieren. Unsere große Bitte an die Bevölkerung: Lassen Sie die Gartenarbeiten noch ein wenig ruhen. Die Igel brauchen diese Verstecke dringend“, erklärt Steffen Jodl weiter.


Um mehr über das Verhalten der Igel und ihre frühzeitige Aktivität zu erfahren, läuft derzeit die Igel-Challenge über die App ObsIdentify. Jeder, der zufällig einen Igel entdeckt, kann den Fund einfach per Foto melden. Seit dem Start der Aktion im Oktober 2024 wurden bereits mehr als 1.400 Igel gemeldet. Die gesammelten Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über die Lebensweise und das Verhalten der Tiere, die wiederum für den Schutz der Igel genutzt werden können. Die Igel-Challenge wird von Pro Igel e.V. in Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz als regionalem Partner organisiert. Weitere Informationen zur Igel-Challenge und zur Meldung von Igel-Beobachtungen finden Interessierte unter https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/igel-challenge 

BN-Appell an Würzburger Stadtrat: Kein Einknicken vor Knauf

Würzburg, 26.02.2025

Am 27. Februar diskutiert der Würzburger Stadtrat über das geplante Gipsbergwerk im Wasserschutzgebiet Zeller Quellstollen. Der BUND Naturschutz appelliert an den Stadtrat, den Trinkwasserschutz hochzuhalten und nicht vor Knauf  einzuknicken. Ein Bergwerk ist nicht mit Trinkwasserschutz vereinbar!


Zahlreiche Mängel und Widersprüche hat der BUND Naturschutz (BN) beim Studium der Planunterlagen schon herausgearbeitet. Diese werden aktuell in einer umfassenden Stellungnahme zusammengestellt. Entgegen den Versprechen der Firma Knauf, ist aus Sicht des BN ein sicherer Trinkwasserschutz mit einem Untertagebau nicht gewährleistet. „Dass Knauf nun versucht, die Stadt Würzburg und die Politik insgesamt unter Druck zu setzen, indem von einem Überdenken der wirtschaftlichen Aktivitäten in Bayern im Falle einer Ablehnung des Gipsbergwerkes gewarnt wird, ist ungeheuerlich“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe Würzburg. „Knauf sollte endlich auf Recycling-Produkte und Alternativstoffe umstellen, um so Arbeitsplätze zu sichern und Trinkwasser zu schützen“, so Steffen Jodl weiter.

Ausführungen zu Alternativen und Recycling:


Eine effektive Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe sollten die Einwegstraße des Abbaus von Gips aus der Natur ersetzen, denn diese wachsen nicht nach, werden mit dem Abbau weniger. Zudem führt der Abbau häufig zu Eingriffen in Natur und Umwelt. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern wird in Deutschland noch sehr wenig Gips recycelt. In einer Steigerung und Förderung des Gips-Recyclings liegt großes Potential. 

Der REA-Gips aus Entschwefelung der Kraftwerke hat in Deutschland Naturgips kaum ersetzt, jedoch die Gipsproduktion in Deutschland seit 2010 mehr als verdoppelt. Ein hoher Exportanteil von 2 Millionen Tonnen pro Jahr (gut 20 Prozent) war die Folge, ebenso wie die Entwicklung neuer Gipsprodukte (ProMineral GmbH, 1999: REA-Gips in Deutschland und Europa; Kölner Stadtanzeiger 10.09.2001: Auf dem Markt ist jede Menge Gips).

Geht es nach der Gipsindustrie, soll dieses hohe Niveau beibehalten werden. Dabei könnten die Firmen auf entsprechende Alternativen umsteigen. 90 Prozent des Gipses in Deutschland wird in Baustoffen verwendet. Doch Bauen geht auch ohne Gips. Länder ohne Gipsvorkommen, wie beispielsweise Skandinavien, machen dies vor. Die Firmen könnten zu Naturgipsersatzstoffen greifen, die aus einem intelligenten Material-Mix bestehen:

1. 50 Prozent des Gipses wird in Deutschland für Platten verbraucht (VDI, Januar 2025: Einsatz von Trockenbauelementen, S. 18). Diese können vollständig durch nachwachsende Rohstoffe, insbesondere Strohplatten, ersetzt werden. Das Umweltbundesamt UBA weist in einer Studie 10 Millionen Tonnen Strohüberschuss pro Jahr aus und Strohplatten sind bereits auf dem Markt. Für höhere Brandschutzklassen ist ein dünner Putz auf den Platten aus Lehm oder Kalk ausreichend. Ein ehemaliges Gipsabbau-Unternehmen aus dem Südharz wirbt bereits mit dem „Strohpanel“ als ökologische Alternative zu Gipskarton (Deutsche Bauzeitung, 08.07.2022: Stroh statt Gipskarton).

2. 50 Prozent deutscher Baugipse werden zu etwa gleichen Teilen in Putzen, Estrichen und Zement verarbeitet. Diese Produkte können auch aus Lehm, Kalk oder Recycling-Gips hergestellt werden. Lehm und Kalk sollten als mineralische Stoffe aber sparsam eingesetzt werden. Lehm wird vom größten deutschen Hersteller nur sekundär aus anderweitig entstehenden Gruben, wie Baugrundstücken, gewonnen.  Solange aktuell noch immer 1,20 Millionen Tonnen Gips- und Anhydrit pro Jahr netto exportiert werden (BGR, 2024: Bericht zur Rohstoffsituation in Deutschland 2023, S. 176), stellt sich die Frage, ob die vermeintlichen Engpässe realistisch sind. 

Je mehr Platten in einem Werk produziert werden, desto günstiger werden diese. Wir brauchen also einen Wandel von hoher Gipskartonproduktion hin zu hoher Produktion von Stroh- und Lehmplatten, dann werden diese auch günstiger. 

Eine gute Kreislaufwirtschaft schützt unsere Umwelt und erhält Natur. Intakte Böden und Wälder sind für sauberes Wasser, gesunde
Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe unerlässlich.

BN hilft Fröschen und Kröten über die Straße

Würzburg, 24.02.2025

In den kommenden Tagen werden viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer wieder aktiv, um Amphibien vor dem Tod auf der Straße zu bewahren. Jährlich rettet diese Aktion in ganz Bayern etwa 500.000 bis 700.000 Amphibienleben. Autofahrer, bitte seid vorsichtig!

Die nun wieder milderen Temperaturen ziehen Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterverstecken hervor. Aus diesem Grund haben die Ortsgruppen des BUND Naturschutz, in Zusammenarbeit mit den Straßenbaubehörden, an zahlreichen Orten im Landkreis und in der Stadt Würzburg Amphibienschutzzäune errichtet.
„Ab einer nächtlichen Temperatur von circa fünf Grad und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft. Deshalb sind in den kommenden Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren morgens und auch am Abend die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite“, erklärt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg.


Im Landkreis Würzburg sind vor allem folgende Straßenabschnitte betroffen:
Remlingen - Birkenfeld
Randersacker – Lindelbach
Rimpar - Güntersleben - Gramschatz
Kist - Reichenberg und Kist - Gerchsheim
Erlach - Kaltensondheim
Limbachshof - Kist
Margetshöchheim – Erlabrunn
Ochsenfurt – Markbreit


Etwa 100 ehrenamtliche Helfer*innen betreuen über acht bis zehn Wochen lang die Übergänge. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise rund 5.000
Erdkröten, Frösche und Molche vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden. Traurigerweise stellen immer mehr Helfer*innen in den letzten Jahren fest,dass an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN warnt: „Wenn wir nicht entschiedener gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir schon mehrfach erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“ Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, erinnert Steffen Jodl: „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“ Der BN bittet alle Autofahrer*innen in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:
• Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.
• Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.
• Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de 


Hintergrundinformation Bund Naturschutz:
Der BN ist mit rund 267.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis rund 8.200 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz- Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.