BN lehnt Gipsbergwerk bei den Zeller Quellstollen ab und fordert mehr Recycling
Bei einer Tagung des Bundesarbeitskreises Abfall und Rohstoffe des BUND Deutschland in Würzburg diskutierten Fachleute darüber, wie sich Gips einsparen und besser recyceln lässt. Die zahlreichen Alternativen zu Gips bestärken den BUND Naturschutz in Bayern (BN) in seiner Ablehnung des geplanten Gipsbergwerks in der Altertheimer Mulde.
Am 31. Oktober 2026 trafen sich Abfallexperten des BUND aus ganz Deutschland in Würzburg. Dabei wurde deutlich, dass sich der Abbau von Gips deutlich reduzieren ließe. Besonders kritisch sieht der BN, dass Gipsabfälle offenbar ins Ausland gebracht und dort entsorgt werden, statt sie in Deutschland zu recyceln. „Statt ein unterirdisches Bergwerk im Trinkwassereinzugsgebiet der Zeller Quellstollen zu planen, sollten wir das Gipsrecycling vorantreiben“, betont Annemarie Räder, stellvertretende Landesbeauftragte des BUND Naturschutz. Der BN werde die Proteste gegen das geplante Bergwerk weiterhin unterstützen.
Ursula Schäfer von der BUND-Vernetzungsstelle Gipskarst beim BUND Thüringen erläuterte, dass Unternehmen durch langfristige Abbaugenehmigungen über Jahrzehnte günstig auf Naturgips zugreifen können. Recyclinggips und alternative Baustoffe seien dadurch kaum konkurrenzfähig. Gleichzeitig greife der Gipsabbau massiv in Natur, Landschaft und Wasserhaushalt ein. Dabei ließe sich Gips im Bausektor weitgehend durch natürliche Baustoffe wie Stroh, Holz und Holzwerkstoffplatten ersetzen, die zudem für ein angenehmes Raumklima sorgen. Darüber hinaus müsse mehr Gips recycelt und bislang ungenutzter Gips, etwa aus der Düngemittelherstellung, besser verwertet werden. Würden diese Möglichkeiten konsequent genutzt, könnte man laut Schäfer fast vollständig auf den Abbau von Naturgips verzichten.
Alfred Lanfervoß, ehemaliger Abteilungsleiter der Trinkwasserversorgung Würzburg, machte in seinem Vortrag auf erhebliche geologische und hydrologische Unsicherheiten im geplanten Abbaugebiet aufmerksam. Er kritisierte zudem Unstimmigkeiten in den Gutachten der Firma Knauf und äußerte Unverständnis darüber, dass die Regierung von Unterfranken dies bei der Raumverträglichkeitsprüfung überging. Die faktische Gefährdung des zur Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserleiter ist nicht auszuschließen, da zum Beispiel das Einsickern von Grundwasser ins geplante Bergwerk angenommen wird und damit wird für eine der wichtigsten Trinkwassergewinnungsanlagen der Stadt Würzburg ein nicht hinnehmbares Risiko akzeptiert.
„Ein unterirdisches Gipsbergwerk, dessen Risiken nicht ausreichend geklärt sind, darf nicht genehmigt werden. Erst recht nicht, wenn dadurch das Trinkwasser für so viele Menschen gefährdet wird. Zumal es genügend Alternativen zu dem Gips dort gibt und wir beim Recycling noch lange nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen“, erklärt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg.
Der BUND Naturschutz bekräftigt daher seine Ablehnung des geplanten Gipsbergwerks. Statt den Gipsabbau voranzutreiben, müsse endlich das seit Langem geplante Wasserschutzgebiet Vorrang erhalten.






