Eichhörnchen-App: Insgesamt 3.340 Eichhörnchen in Würzburg erfasst
Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.
Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der Kreisgruppe Würzburg. Auch regional ist das Engagement hoch: Im der Stadt Würzburg wurden bislang rund 2.600 Sichtungen mit insgesamt 3.340 Eichhörnchen gemeldet.
Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN Würzburg.
Besonders aufmerksam macht ein Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen - und eeine zentrale Frage für die kommenden Jahre.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.
Wichtig für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Andrea Angenvoort-Baier.
Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem begint die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.
Weitere Informationen und Mitmachen:
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse
Anlage Foto:
Fotoquelle: Brigitte Lutzner
Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972, 0160 5611341
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de
Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 268.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis rund 8.500 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.







