BN: Mainwasserentnahme ist falscher Weg
Wie der BUND Naturschutz/BN vor Veröffentlichung einer Machbarkeitsstudie bereits jetzt erfahren hat, könnten vier große Speicherbecken mit einem Fassungsvolumen von bis zu 300.000 Kubikmeter in der Bergtheimer Mulde entstehen. Die Becken sollen mit Mainwasser gefüllt werden, was über eine 8 Kilometer lange Pipeline geführt werden müsste. Zudem soll trotz sinkender Grundwasserstände weitere 10 Jahre Grundwasser und auch Niederschlagswasser genutzt werden. „Die Kosten für dieses Projekt sind enorm und soll sich erst in 50 Jahren amortisiert haben“, so Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Wer soll das bezahlen?“, fragt sich die Vorsitzende und befürchtet: „Dies wird das Aus für viele, vor allem weniger finanzkräftige Landwirte sein“. Steffen Jodl, BN-Regionalreferent von Unterfranken ergänzt: „Hier wird mit hohen Summen eine Abhängigkeit vom Mainwasser erwirkt, ohne zu wissen, ob in den nächsten Jahrzehnten eine entsprechende Mainwasserentnahme überhaupt noch möglich sein wird.“ Schon jetzt wird der Main über den Brombachstausee mit Donauwasser versorgt. Dies wird sich zukünftig sicher ändern, denn auch in Südbayern nimmt die Trockenheit zu.
Der BN kritisiert weiter, dass dies nicht die einzige Mainwasserentnahme ist, sondern auch andere Betriebe aus der Landwirtschaft und dem Weinbau sowie Industrie und Kommunen Mainwasser entnehmen und verstärkt entnehmen wollen – auch im Winter. Hier ist eine Summationsprüfung dringend erforderlich, denn das Flussökosystem ist schon jetzt belastet und benötigt Hochwässer auch zur Auffüllung der ufernahen Grundwasserleiter.
Bedenklich ist auch, dass Mainwasser mit der Ewigkeitschemikalie PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) belastet ist und sich in Gemüse und auf Dauer in den Böden anreichern kann. Fischproben bei Würzburg ergaben PFAS-Werte, die über dem Grenzwert liegen. PFAS stehen im Verdacht, Krebs (Nieren/Hoden) zu fördern, das Immunsystem zu schwächen, Cholesterinwerte zu erhöhen, die Fruchtbarkeit zu verringern und die Entwicklung von Kindern zu beeinträchtigen.
Der BN fordert daher anstatt einer Bewässerung mit Grund- oder Mainwasser: Heckenpflanzungen zur Windreduktion und damit Erhöhung der Bodenfeuchte, Humusaufbau zur Verbesserung der Wasserspeicherkapazität im Boden, Regulierbare Drainagen, Agroforstsysteme und die Verwendung von trockenresistenteren Feldfrüchten. Unumgänglich ist natürlich auch ein umfassender und konsequenter Klimaschutz.






