Wassergesetz: BN kritisiert: Ausnahmen vom Wassercent wären Katastrophe für die Region
Gerade die Bergtheimer Mulde – Gemüseanbauregion im Landkreis Würzburg – hat ein Grundwasserproblem. Gemäß Landschaftswasserhaushaltsmodell vom Dezember 2023 sanken die Grundwasserstände in den Randbereichen um 5 Meter. Und die Begehrlichkeiten nach weiteren Grundwasserentnahmen steigen rasant an. 2,4 Millionen Kubikmeter Grundwasser sollen zukünftig entnommen werden, geht es nach den Wünschen der Gemüsebauern. Das wäre mehr als das Vierfache der bisher genehmigten Menge. Mit dem neuen Wassergesetz könnten diese Entnahmen auch noch vom Wassercent komplett befreit sein, wenn sie über den geplanten Bodenverband erfolgen. „Das wäre eine Katastrophe für das Grundwasser in unserer Region“, zeigt sich Andrea Angenvoort-Baier, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg, bestürzt. „So kann der Wassercent keine Lenkungswirkung entfalten, zumal es auch noch viele weitere Ausnahmen geben soll, etwa für die Industrie zum Kühlen oder für die Wasserkraft.“
Äußerst kritisch sieht der BN auch, dass der Wassercent auf Vertrauensbasis erhoben werden soll und explizit keine Kontrollen stattfinden sollen. „Wird nun auch auf die versprochenen digitalen Wasserzähler in der Bergtheimer Mulde verzichtet?“, fragt Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Digitale Wasseruhren einzubauen, die die Werte automatisch übermitteln, ist keine Raketentechnik und jedem Verbraucher zuzumuten. In Privathaushalten ist das schließlich auch gängige Praxis.“






