Amphibienschutz

In vielen Ortsgruppen im Landkreis, aber auch in der Stadt Würzburg, werden jährlich im Frühjahr Amphibienschutzzäune aufgebaut und von ehrenamtlichen Helfern betreut. Der BUND Naturschutz rettet so tausende Amphibien vor dem sicheren Straßentod. Wenn Sie sich hier engagieren möchten, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir vermitteln den Kontakt.

 

 

Der Feldhamster (Cricetus cricetus)

Ein liebenswerter Eigenbrötler

Vor 50 Jahren zählte der Feldhamster in einigen Regionen noch zu den Schädlingen in der Landwirtschaft, weil zahlreiche Exemplare in Getreidefeldern durch emsiges Einsammeln von Feldfrüchten die Ernteerträge stark schmälerten. Heute sind die Feldhamster in Deutschland sehr stark gefährdet und kommen nur noch in wenigen Regionen vor. Dies ist eine Folgeerscheinung der modernen industriellen Landwirtschaft mit all ihren negativen Merkmalen.

Lebensweise

Der Feldhamster ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er legt sich große Bauten unter der Erde an, die er als Einzelgänger bewohnt und die über viele Ein- und Ausgänge verfügen. Er bewohnt gerne landwirtschaftliche Kulturflächen und bevorzugt mehrjährige Feldfutterkulturen und zwar neben Rotkelle besonders die Luzerne. Obwohl der Hamster ein Allesfresser ist, lebt er überwiegend von Pflanzenkost. An tierischer Nahrung nimmt er Regenwürmer und auch Feldmäuse zu sich. Das erstaunlichste Organ des Feldhamsters ist sein Magen. Er besteht aus zwei Kammern, seine Bauart erfüllt Anforderungen von Wiederkäuern und nichtwiederkäuenden Pflanzenfressern. Eine Eigenart der Hamster ist die Fähigkeit, Nahrung in den Backentaschen zu sammeln, die sie dann in den Vorratskammern ihres Baus entleeren. Feldhamster halten in der nahrungsarmen Zeit kurzzeitig Winterschlaf. Dabei senken sie die Körpertemperatur von über 32 Grad auf etwa vier Grad. Der Hamster unterbricht seinen Schlaf etwa alle fünf Tage, um aus seinen angelegten Vorräten Nahrung zu sich zu nehmen. Als ausgesprochen sauberes Tier setzt er dann seinen Kot regelmäßig an einem besonderen Kotplatz ab, der im Bau blind endet.

Übrigens wohnen Weibchen und Männchen meistens getrennt. Das liebende Männchen darf die ansonsten recht unleidliche Angebetete nur zur Paarungszeit in ihrer Höhle besuchen. Sobald er seine Schuldigkeit getan hat, fliegt er raus. Nach einer Tragzeit von 18 bis 20 Tagen kommen jährlich zwei Würfe von vier bis zwölf Jungen zur Welt. Weil das Weibchen nur acht Zitzen hat, überleben aber nur acht Junge. Die Neugeborenen sind nackt und blind und wiegen 7 Gramm. Nach zwei Wochen öffnen sie die Augen und sind bereits dicht behaart. Nach drei Wochen sind sie selbstständig und verlassen den Bau.

Der Feldhamster setzt sich gegen Mensch und Tier mit unwahrscheinlicher Kühnheit zur Wehr. Dazu richtet er sich zunächst männchenmachend in Imponierhaltung auf und wetzt dabei schnatternd und ziemlich laut die Zähne. Dann springt er knurrend, fauchend und schrill kreischend seinen Gegner in hohen Sätzen an. Durch diesen Überraschungsangriff rettet er häufig Freiheit und Leben.

Aussehen

Grundsätzlich ist seine Oberseite gelblichbraun, die Unterseite schwarz; Flanken und Halsband zeigen sich rotbraun. Charakteristisch sind die weißgelben Flecken an den Wangen, der Vorderseite und Hinterseite der Arme und die kleinen Flecken hinter den Ohren. Feldhamster werden zwischen 24 und 34 cm groß, wobei die Männchen größer sind als die Weibchen. Sie wiegen bis zu 500 Gramm.

Vorkommen und Schutz

Der Feldhamster hat auf den tiefgründigen Lössböden Unterfrankens bayernweit sein letztes bedeutendes Vorkommen. Die Region Würzburg liegt somit mitten im Hamsterlebensraum. Seine große Seltenheit, macht ihn zu einer europaweit geschützten Art. Er wird im Anhang IV der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geführt und genießt daher einen strengen Schutz, was bedeutet, dass Eingriffe in den Lebensraum des Feldhamsters tabu sind. Ausnahmen sind nur unter ganz besonderen Voraussetzungen möglich. Hierfür muss zum Beispiel ein öffentliches Interesse für den Eingriff nachgewiesen werden und es muss sichergestellt sein, dass die Populationen des Feldhamsters trotz des Eingriffs in einem guten Erhaltungszustand verbleiben. Diese Richtlinie wurde auch von der Bundesrepublik Deutschland unterschrieben.

Leider wird diese Richtlinie bis heute nicht korrekt umgesetzt und es kommt zu immer neuen Eingriffen in den Lebensraum des Feldhamsters. In Lengfeld (Baumaßnahme Hornbach) wurden die dort nachweislich ansässigen Hamster durch permanentes Pflügen aus der Fläche entfernt. Wie viele dabei zu Schaden kamen, wie viele diese sogenannte "Vergrämung" überlebten und wo sie geblieben sind, ist nicht bekannt.

Quelle: www.bfn.de

weitere Links:
Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz

BUND Naturschutz fordert konsequenten Feldhamsterschutz

 

 

Feldhamster Fridolin erzählt

Bereits 2006 haben wir eine Imagekampagne für den vom Aussterben bedrohten Feldhamster gestartet, um die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, welche zoologische Rarität vor ihrer Haustüre lebt. Mit der Unterstützung dreier Bäckereien aus Estenfeld und Kürnach, die Gebäck in Hamsterform anboten, gelang uns ein öffentlichkeitswirksamer Auftakt unserers Projekts. Zudem haben wir ein kuscheliges Feldhamster-Plüschtier in Auftrag gegeben. Dieser Plüschhamster aus deutscher Produktion ist aktuell für 10,00 € im Ökohaus erhältlich.

Im Jahr 2017 setzen wir unsere Feldhamsterkampagne fort: Hamster Fridolin erzählt aus seinem - nicht immer leichten - Leben, von den Gefahren, denen er ausgesetzt ist, aber auch von den Chancen, sein Überleben zu sichern.

 

 

Falsch gemeinte Tierliebe kann schaden!

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind unsere heimischen Vogelarten nicht auf eine extra  Winterfütterung angewiesen, da sie auf das jahreszeitlich unterschiedliche Futterangebot eingestellt sind. Eine zusätzliche Fütterung im Winter begünstigt zudem nur einige wenige "Allerwelts"-Arten, die dann zur Konkurrenz seltener Vögel werden. Das maßvolle und sachgerechte Füttern ist aus der Sicht des Bundes Naturschutz  dann vertretbar, wenn es zum Ziel hat, Vögel aus der Nähe zu betrachten. Das Verhalten freilebender Vögel zu beobachten, kann sehr lehrreich sein, insbesondere für Kinder.
Beginnen sollte man mit dem Füttern erst dann, wenn den Vögeln witterungsbedingt nur noch wenige natürliche Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. Das ist bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke und anhaltendem Frost mit unter - 5° C Nachttemperatur der Fall.
Außerdem sollte man bei der Winterfütterung beachten, dass falsches Futter und mangelnde Hygiene an den Futterstellen oft Seuchen und Krankheiten verursachen. Daran gehen nicht selten mehr Vögel zugrunde, als Hunger und strenge Kälte es bewirkt hätten. Deshalb rät der Bund Naturschutz mehrere kleine und vor Nässe geschützte Futterstellen zu betreiben und diese täglich zu reinigen.  Besonders gut geeignet sind Futtersilos, da hier kaum eine Vermischung von Kot mit Futter möglich ist.
Bei der Fütterung unterscheidet man zwischen Körnerfressern (z. B. Buchfink, Goldammer, Grünfink, Türkentaube, Kernbeisser), für sie sind vor allem Sonnenblumenkerne, Hanf und Getreidekörner geeignet und Weichfressern (z. B. Blau- und Kohlmeise, Rotkehlchen, Kleiber, Amsel), die man mit einem Fett-Kleie-Gemisch, Haferflocken, Obst, Rosinen oder Wildbeeren füttern kann. Allesfresser (z. B. Haussperling, Star, Elster) brauchen bei der Futterwahl nicht besonders berücksichtigt werden, da sie mit beiden Futterangeboten zurecht kommen.
Der Bund Naturschutz warnt davor Speisereste zu füttern! Sie enthalten Gewürze und Salz. Schon sehr geringe Salzmengen führen zum Tod der Vögel!

Streuobst

Informationen zu heimischen Apfelsorten finden Sie unter folgendem Link:

www.streuobst-mainfranken.de