Feldhamster benötigt Schutz und sachliche Diskussion

21.12.2006

Erneut stand der Feldhamster in den letzten Tagen in der Kritik. 150.000 Euro soll die Umsiedlung von lediglich drei Feldhamstern bei Giebelstadt kosten. Wie der Bund Naturschutz (BN) in einem Gespräch mit dem 1. Bgm. Merklein der Marktgemeinde Giebelstadt erfahren hat, handelt es sich bei dem genannten Betrag um Kosten, die tatsächlich nicht nur wegen der Umsiedelung von drei Hamstern entstehen, sondern vor allem durch die Erstellung von Gutachten, den Erwerb von Flächen und deren hamsterfreundliche Bewirtschaftung, etc.. Da durch die Überbauung von landwirtschaftlich wertvollsten Ackerböden Lebensraum für den Feldhamster verloren geht, besteht die gesetzliche Verpflichtung hierfür einen Ausgleich zu erbringen, so wie für alle Eingriffe in Natur und Landschaft Ausgleich erbrachte werden muss. "Der Ausgleichsumfang ist unabhängig von der Anzahl der Hamster, die dann tatsächlich umgesiedelt werden, sondern wird über die durchschnittliche Anzahl der belaufenen Hamsterbaue berechnet, die über einen bestimmten Zeitraum (2 Jahre) auf der Fläche vorgefunden wurden", erläutert der BN in einer Pressemitteilung. Die Qualität der Fläche, die als Lebensraum für den Feldhamster verloren geht, spielt somit eine wichtige Rolle. Ein Teil der genannten Summe wird daher auch auf viele Jahre verteilt für die hamsterfreundliche Bewirtschaftung von Ausgleichsflächen an eine Landwirt ausbezahlt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Feldshamster nicht auch in unserer Region ausstirbt, so wie das schon im Rest von Bayern der Fall ist.

gez. Steffen Jodl

Geschäftsführer

Nach oben

Bund Naturschutz kritisiert Beschlüsse zum Flugplatz Giebelstadt

04.08.2006

"Die Beschlüsse der Stadt und des Landkreises Würzburg, zur Subventionierung der zivilen Weiternutzung des defizitären Flugplatzes Giebelstadt sind eine Entscheidung gegen die Bevölkerung der Region und gegen Natur und Umwelt", so Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe Würzburg des Bundes Naturschutz (BN).

Allein 370.000 Euro jährlich muss der Steuerzahler aufbringen, um das Betriebsdefizit aufzufangen. Möglicherweise nötige Investitionskosten in einer Höhe von mehreren 100.000 Euro sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Damit werden in erster Linie Geschäftsflüge, die auch über die einfach und schnell erreichbaren Flughäfen in Frankfurt oder Nürnberg abgewickelt werden könnten, mit Steuergeldern subventioniert. "Gleichzeitig fehlt Geld für die Sanierung von Schulgebäuden, für Kindergrippen oder für den ÖPNV!", kritisiert Steffen Jodl. Das Ziel, dieses Defizit mit einer Steigerung der zivilen Starts und Landungen um 400 % (!) zu reduzieren, geht voll auf Kosten der Bevölkerung und der Umwelt. "Mit diesen Beschlüssen wurde eine Chance für dir Region vertan, die Belastungen mit Lärm und Abgasen durch Flugbewegungen auf Null zu fahren!", so Steffen Jodl weiter. Zudem hält man sich alle Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau zum Regionalflughafen offen, was zur Zeit nur am Geld scheitert. Sollte sich eine neue Investitionsquelle öffnen, so ist sich der BN sicher, werden alle Versprechungen zum Nein zu einem Regionalflughafen schnell vergessen sein. Scheinbar schielt man auch schon in Richtung Hof, wo der dortige defizitäre Regionalflughafen einen Staatszuschuss in Höhe von knapp 32 Mio. Euro zum Ausbau erhalten soll, möglicherweise aber gar keine Genehmigung zum Ausbau erhält.

Allen Befürworten zum Ausbau von Flughäfen sei die Studie der Deutschen Bank Research ans Herz gelegt, die klar belegt, dass gerade Billigflieger auf Kosten der Steuerzahler arbeiten. So kassiere die irische Fluggesellschaft Ryanair meist mehr Zuschüsse von den Flughafenbetreibern, als sie für Landegebühren wieder ausgeben muss. Je kleiner der Flughafen ist, desto höher die öffentliche Förderung je Fluggast. Aber selbst der häufig zitierte Flughafen Frankfurt/Hahn mit rund 2,7 Mio. Passagiere jährlich erwirtschaftet ein Defizit.

Der Bund Naturschutz erneuert daher seine Forderung nach einer Schließung des Flugplatzes Giebelstadt und einem sinnvollen Einsatz von Steuergeldern. Dies würde die öffentliche Hand entlasten. Profitieren würden auch alle Bürgerinnen und Bürger der Region, die Fluglärm und Abgasen ausgesetzt sind.

gez. Steffen Jodl
Geschäftsführer

Nach oben

Fünfzehn Schulen sammelten mit großem Engagement

24.07.2006

Haus- und Straßensammlung unterstützt Arbeit des Bundes Naturschutz

Fünfzehn Schulen aus Stadt und Landkreis Würzburg beteiligten sich mit großem Eifer an der Haus- und Straßensammlung des Bundes Naturschutz vom 15. – 21. Mai 2006.

Die Schülerinnen und Schüler erreichten ein Gesamtergebnis von 10.885,28 Euro und haben damit einen entscheidenden Beitrag zum Schutz von Umwelt und Natur geleistet. Für dieses hervorragende Ergebnis möchte sich der Bund Naturschutz ganz herzlich bedanken!

Mit einem Sammelergebnis von 2.292,60 Euro war diesmaldas Deutschhaus-Gymnasium die erfolgreichste Schule.

Folgende Ergebnisse wurden im Einzelnen erzielt:

Deutschhaus-Gymnasium 2.292,60 Euro
Friedrich-Koenig-Gymnasium 834,13 Euro
Gustav-Walle-Schule 234,19 Euro
Gymnasium Veitshöchheim 1.438,38 Euro
Hauptschule Estenfeld 768,94 Euro
Hauptschule Kleinrinderfeld 59,94 Euro
Ignatius-Gropp-Schule 372,55 Euro
Jakob-Stoll-Realschule 349,93 Euro
Leopold-Sonnemann-Realschule 387,29 Euro
Matthias-Grünewald-Gymnasium 1.308,27 Euro
Montessori-Schule 551,33 Euro
Mozart-Schönborn-Gymnasium 699,37 Euro
Röntgengymnasium 574,33 Euro
Siebold-Gymnasium 365,49 Euro
Volksschule Zell 648,09 Euro

Auch viele ehrenamtliche Helfer, vor allem aus unseren Ortsgruppen, sammelten mit großem ehrenamtlichen Engagement und erzielten ein Gesamtergebnis von über 5700 Euro. Herausragend war auch in diesem Jahr wieder Ferdinand Halbleib, mit einem Spitzenergebnis von 1220 Euro.

Der Bund Naturschutz dankt jedem Sammler und allen Spenderinnen und Spendern für das erbrachte Engagement für unsere Natur und Umwelt.

Steffen Jodl
Geschäftsführer

Nach oben

BN fordert von Politik Einatz für den Erhalt aller Wertstoffhöfe!

20.07.2006

Der geplante Abbau von Wertstoffhöfen im Landkreis Würzburg führt bei den Bürgerinnen und Bürgern zu immer größeren Unmut. "Unterschriftenaktionen in zahlreichen Gemeinden belegen, dass die Bürger ihre Wertstoffhöfe vor Ort erhalten möchten", so Steffen Jodl, Geschäftsführer beim Bund Naturschutz. Die Befürchtung, dass recycelbare Stoffe zukünftig wieder vermehrt in der Restmülltonne oder gar in der Natur entsorgt werden, ist groß und nicht von der Hand zu weisen. Weitere Fahrten mit dem Auto würden Umwelt und Geldbeutel zusätzlich belasten. Daher erneuert die Kreisgruppe Würzburg des Bundes Naturschutz (BN) ihre Kritik an der Planung des Kommunalunternehmen zur Schließung von Wertstoffhöfen.

Gleichzeitig fordern wir von Landrat Waldemar Zorn und den Aufsichtsräten des Kommunalunternehmens, dass sie ihrer politischen Verantwortung gerecht werden und im Aufsichtsrat für den Erhalt aller Wertstoffhöfe stimmen. "Recycling darf den Bürgerinnen und Bürgern nicht erschwert werden, man muss es erleichtern", fordert Karin Miethaner-Vent, 1. Vorsitzende der BN-Kreisgruppe. Somit sind Wertstoffhöfe vor Ort unverzichtbar.

Die BürgermeisterInnen im Landkreis ruft der BN auf, sich für den Erhalt ihres eigenen Wertstoffhofes einzusetzen.

Steffen Jodl
Geschäftsführer

Nach oben

Ausbau des Flugplatzes Giebelstadt ist Irrsinn

18.07.2006

Überlegungen, den Flugplatz Giebelstadt nach Abzug der Amerikaner für die zivile Nutzung weiterzubetreiben oder gar auszubauen, sind Planungen zur Vernichtung öffentlicher Gelder und Belastung der Bevölkerung und Umwelt. Dies ist um so weniger nachzuvollziehen, da die öffentlichen Haushalte meist verschuldet sind. Dass sich nun gerade die Stadt Würzburg, die sich nicht in der Lage sieht, ihre öffentlichen Brunnen zu betreiben, mit je 120.000 Euro in den nächsten drei Jahren an den laufenden Betriebskosten von rund 600.000 Euro beteiligen will, ist eine hochgradige Verschwendung öffentlicher Gelder und indirekte Subvention einiger weniger Firmen, die den defizitären Flugplatz für ihre Zwecke nutzen. Gleichzeitig wird die Belastung der Bevölkerung mit Fluglärm und Abgasen in Kauf genommen.

Der Bund Naturschutz fordert daher, dass nach Abzug der US-Amerikaner, der Flugplatz als solcher geschlossen wird. Dies würde die öffentliche Hand entlasten. Profitieren würden auch alle Bürgerinnen und Bürger der Region, die Fluglärm und Abgasen ausgesetzt sind.

Sollte die zivile Nutzung beibehalten werden, müsste zudem neu investiert werden. Doch woher sollen selbst die anvisierten 1000 Flüge pro Jahr kommen? Alle aktuellen Absagen der Flughafengesellschaft an einen Regionalflughafen, werden sich daher in absehbarer Zeit als reine Beschwichtigungen der Bevölkerung herausstellen. Doch selbst Regionalflughäfen arbeiten nicht kostendeckend und verschlingen immense Summen an öffentlichen Geldern. Je kleiner der Flughafen ist, desto höher die öffentliche Förderung je Fluggast. Gemäß einer Studie der Deutschen Bank Research vom November 2005, beginnt eine Kostendeckung erst bei 500.000 bis 2 Mio. Passagieren jährlich. Keiner der 39 deutschen Regionalflughäfen erreicht die 2 Mio.-Grenze. 33 haben weniger als 100.000 Fluggäste. Der häufig zitierte Flughafen Frankfurt/Hahn hat rund 2,7 Mio. Passagiere, zählt jedoch seit 2004 zu den internationalen Flughäfen. Aber auch dieser erwirtschaftet ein Defizit. Als eine Luftnummer im wahrsten Sinne des Wortes, müssen daher die von Ryanair prognostizierten Zahlen für Giebelstadt von 4 Mio. Passagieren angesehen werden. Gerade Ryanair steht in der oben genannte Studie in der Kritik, da deren Geschäftsmodell stark auf die Unterstützung durch öffentliche Gelder baut. An zahlreichen Standorten kassiere die irische Fluggesellschaft mehr Zuschüsse, als sie für Landegebühren wieder ausgeben muss. Ein Subventionswettlauf unter den Flughäfen auf Kosten der Steuerzahler und der Umwelt ist im Gange. Dies darf sich hier nicht wiederholen!

Karin Miethaner-VentSteffen Jodl
1. Vorsitzende Geschäftsführer

Nach oben

Nein zur Schließung von Wertstoffhöfen!

29.06.2006

Die Kreisgruppe Würzburg des Bundes Naturschutz (BN) kritisiert die vom Kommunalunternehmen vorgesehene Schließung zahlreicher Wertstoffhöfe im Landkreis Würzburg. So ist zum Beispiel geplant, die Wertstoffhöfe in Waldbüttelbrunn und Zell zu schließen. Bürger aus den Gemeinden Erlabrunn, Margetshöchheim und Zell müssten in Zukunft zur Abgabe von Wertstoffen nach Veitshöchheim fahren, Bürger aus Waldbüttelbrunn, Mädelhofen und Rossbrunn nach Höchberg.

"Dies ist ein Anschlag auf das funktionierende System der Wertstofftrennung", so Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

Die Bürger trennen derzeit sehr effektiv den Müll und sind nicht nur verpflichtet, sondern auch bereit, Wertstoffe zu trennen und an den Wertstoffhöfen abzugeben. Dabei werden aber nicht nur größere Mengen, die eine Fahrt in andere Gemeinden möglicherweise rechtfertigen würden, zu den Wertstoffhöfen gebracht. Es sind viel mehr zahlreiche kleinere Mengen, die von den Bürgern zeitnah und ohne private Zwischendepots - teilweise sogar mit Handwagen oder Schubkarren - abgeliefert werden. Dies wird dann nicht mehr funktionieren und eine unnötige Verkehrsbelastung der Orte zur Folge haben.

Es ist abzusehen, dass dieses Konzept der Konzentrierung von Wertstoffhöfen zum Rückgang der Wertstofftrennung führen wird. Die Folge wäre sicherlich ein zunehmende Beseitigung von Wertstoffen über die Restmülltonne oder eine illegale Entsorgung in der Landschaft.

Der Bund Naturschutz fordert daher eindringlich den Erhalt der bestehenden Wertstoffhöfe. Ein Abbau ist absolut kontraproduktiv und nicht zu rechtfertigen.

Steffen Jodl
Geschäftsführer

Nach oben

Ausverkauf der Wälder setzt sich fort!

10.03.2006

Zur Errichtung eines 48 m hohen Mobilfunkmastes durch den Netzbetreiber Vodafone wurden im Staatswald zwischen Höchberg und Waldbüttelbrunn einige hundert Quadratmeter Wald gefällt und die Fläche planiert. Wie der Bund Naturschutz (BN) nun in einer Pressemitteilung feststellt, liegt dieser Bereich jedoch inmitten des gemäß europäischer Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) geschützten Gebietes "Laubwälder bei Würzburg" und zählt zum europäischen Biotopverbund Natura 2000. Das FFH-Gebiet ist sogar Lebensraum der gefährdeten Bechsteinfledermaus. Ein weiterer Mobilfunkmast mit über 50 m Höhe wird von der Deutschen Funkturm GmbH bei Erbshausen im FFH-Gebiet "Gramschatzer Wald" geplant. Hier lebt die noch seltenere Mopsfledermaus. Ob sich die abgegebenen Strahlen auf das Verhalten der Fledermäuse auswirken, ist bis jetzt nicht untersucht und kann daher nicht ausgeschlossen werden. Beide Gebiete sind zudem als Bannwald ausgewiesen und werden von der Bevölkerung als Erholungsmöglichkeit genutzt.  

"Die von uns häufig kritisierte Forstreform, mit dem Ziel der Gewinnmaximierung, scheint nun neue Blüten zu treiben", befürchtet Steffen Jodl, Geschäftsführer der Kreisgruppe Würzburg. "Es muss wohl jede Möglichkeit zur Erhöhung der Einnahmen beim Staatsforst genutzt werden, auch wenn dadurch Schutz- und Erholungsgebiete beeinträchtigt werden", so Jodl weiter.  

Der Bund Naturschutz erwartet daher bei der Standortsuche und der Genehmigungspraxis eine größerer Sensibilität. Schutzgebiete und auch Wohngebiete sind hierbei zu meiden und von einer zunehmenden Strahlenbelastung zu schützen!

Dipl.-Biol. Steffen Jodl
Geschäftsführer

Nach oben

Umweltbilanz 2005

14.02.2006

Bund Naturschutz Würzburg - 3900 Mitglieder und Förderer - 30 Ortsgruppen in Stadt und Landkreis Würzburg - 10 Kinder- und Jugendgruppen – eine Lobby für unsere Natur und Umwelt

Zahl der Mitglieder und Förderer deutlich gestiegen

Durch eine Mitglieder- und Fördererwerbung im Landkreis Würzburg konnte die Anzahl unserer Unterstützer im vergangenen Jahr um rund 600 deutlich gesteigert werden. Dies ist ein Beleg dafür, dass der Bund Naturschutz bekannt ist und seine Arbeit von der Bevölkerung geschätzt wird. Im Jahr 2006 sollte durch eine ähnliche Werbeaktion in der Stadt Würzburg ein weiterer Zuwachs bis an die 4500 Mitglieder und Förderer möglich sein.

Arten- und Biotopschutz mit viel ehrenamtlichem Engagement
  
Auf hohem Niveau lief auch im vergangenen Jahr wieder der Arten- und Biotopschutz. Obwohl die Bayerische Verwaltungsreform und Spar-maßnahmen beim Staat die Durchführung von Biotopschutzmaßnahmen zunehmend erschweren, konnten vor allem durch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder wieder über 30 ha Fläche vom Bund Naturschutz gepflegt werden. Vor allem unsere 30 Ortsgruppen, die sich mit viel Einsatz für den Erhalt unserer Kulturlandschaft einsetzen, sind hierbei eine tragende Säule. In rund 1500 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurden Streuobstwiesen, Schilfflächen und Halbtrockenrasen gemäht, Hecken und Bäume gepflanzt, Kopfweiden gepflegt und Gewässer unterhalten. Damit leistete der Bund Naturschutz einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten sowie des Landschaftsbildes, von dem letztendlich auch alle Bürgerinnen und Bürger profitieren. Durch die Betreuung von rund 3,5 km Amphibienschutzzäunen bei Wind und Wetter wurden tausende Amphibien vor dem sicheren Straßentod bewahrt.

Vergabe der Umweltlinde
   
Am BN-Messestand auf der Mainfrankenmesse wurden die ausscheidenden Direktoren der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH, Herbert Wolf und Karl Heinz Utschig, der Geschäftsführer der Landesgartenschau 1990 GmbH, Winfried Dill, und der Geschäftsführer der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH, Hermann Könnicke, mit der Umweltlinde 2005 des Bundes Naturschutz ausgezeichnet.
  Alle vier Preisträger haben den Umweltschutz in den 80er Jahren in ihre Institutionen getragen. Damit wurden umweltpolitische Forderungen gesellschaftlich vorangetrieben und akzeptiert

Umweltbildung mit Phantasie und Vielfalt
   
Im Jahr 2005 nutzten etwa 3200 Besucher das breit gefächerte Bildungsangebot des Ökohauses Würzburgmit rund 190 Veranstaltungen.
Das Naturkunstprogramm für Schulklassen und Kindergärtenbuchten 19 Gruppen. Hier wurden Kunstwerke aus Blättern, Ästen und Steinen gestaltet, mit Erdfarben gemalt oder Märchen mit Ton und anderen Naturmaterialien dargestellt.
Die Naturführungen für Kindergärten und Schulen nutzten 45 Gruppen. Die Kinder lernten auf spielerische Art und Weise z.B. Tierspuren im Wald oder das Leben im Teich und auf der Wiese kennen.
In Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt bot der Bund Naturschutz ein Pfingstferienprogramm zum spielerischen Kennenlernen von Pflanzen und Tieren an, das wieder eine rege Teilnahme fand.
In der Agenda 21 wirkte der Verein wieder engagiert mit, z. B. bei Fortbildungsveranstaltungen für Agenda 21-Aktive in Unterfranken.
Auch die gute Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten wurde mit zwei Projekten fortgeführt. Neben einer Fotokunst-Ausstellung zum Thema "Heimische Schmetterlinge" gab es im 2. Halbjahr ein viermonatiges LandArt-Projekt mit heimischen Künstlern zum Thema "Vielfalt im Fluss".
Einen großen Andrang gab es beim BN-Stand auf der Mainfrankenmesse im Herbst 2005. Unter dem Motto "Wandern, Radfahren und Naturerleben" wurden 18 Naturerlebnis-Ziele aus dem Spessart, der Rhön, dem Steigerwald, den Haßbergen und dem Main- und Taubertal in einer Ausstellung, mit Begleitaktionen und einem Sonderheft vorgestellt.
Für Kinder hatte der Bund Naturschutz ein zusätzliches Angebot eingerichtet. Sie konnten mit Naturmaterialien Schiffchen, Tiere und Phantasiefiguren basteln und mitnehmen.

Ringpark und Bahnhofsquellen weiterhin gefährdet
   Vor einem Jahr äußerten wir vorsichtig: "Ringpark und Bahnhofsquellen vorerst gerettet". Nun hat der Stadtrat vorläufige Vorgaben für einen Architektenwettbewerb beschlossen, die hinter die damals gefassten Grundsatzbeschlüsse weit zurückfallen: Der mfi-Klotz soll direkt auf die Ringpark-Grenze gesetzt werden, die Abstandsfläche (womöglich mit Einhaltung der Baumfall-Grenze) und der sogenannte Kiss-and-Ride-Platz des Bahnhofs werden in den Ringpark hineingelegt, möglicherweise auch noch eine Notfallzufahrt und die Fahrradstation. Eine Untersuchung, wie ein neuer, barrierefreier Zugang zu den Bahnhofsgleisen mit möglichst geringer Gefährdung der Quellen gewährleistet werden kann, wurde abgelehnt. Ein Übergang anstatt eines tieferen Tunnels wurde von vornherein abgewiesen. Damit würde die älteste und seit bald 3 Jahrhunderten zuverlässig funktionierende Trinkwasserversorgung Würzburgs leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

Flächenfraß ungebremst
  Ungebremst schreitet der Verbrauch von Landschaft und wertvollsten Ackerböden voran. Vor allem entlang der B19 entstanden weitere Gewerbeflächen im Lebensraum des Feldhamsters (z. B. Hornbach) oder zusätzliche Erschließungsstraßen. Gleichzeitig wird der Fa. Bauhaus von der Stadt Würzburg die Nutzung eine bestehenden Gewerbefläche in der Nürnberger Straße verwehrt. Aber auch im Süden rund um Klingholz sind Erschließungsmaßnahmen im Gange. Dass damit nicht nur wichtige Lebensräume sondern auch wertvollste Flächen für die Nahrungsmittelproduktion verschwinden, scheint die Verantwortlichen nicht zu stören. Auf der Gieshügler Höhe wurden zudem rund 300 ha im Regionalplan als Vorbehaltsfläche für eine mögliche Ansiedlung von Gewerbe gesichert. Dabei übersteigen im Wirtschaftsraum Würzburg "die umfangreichen Potentialflächen den Bedarf um ein Mehrfaches", wie der Gewerbeflächenentwicklungsplan feststellt. Bayernweit stehen 13.000 ha (!) voll erschlossene Gewerbegebiete leer.

Planfeststellungen beim A3-Ausbau
  Als Allheilmittel für vom Verkehr geplagte Kommunen wird noch immer der Neubau oder Ausbau von Autobahnen gepriesen. Die Aussage von Verkehrswissenschaftlern "Wer Straßen sät wird Verkehr ernten" verhallt dabei ungehört. Der Bund Naturschutz erwartet nach Beendigung des Ausbaus der A 3 einen deutlichen Verkehrszuwachs in der Region. Aber auch die tatsächliche Ausbaumaßnahme wird über viele Jahre zu bisher nicht gekannten Verkehrsproblemen führen, da es in dieser Phase zu erheblichen Behinderungen durch Teilsperrungen auf der A 3 kommen wird.

 

gez. Karin Miethaner-Ventgez. Steffen Jodlgez. Klaus Isberner
1. Vorsitzende GeschäftsführerBildungsreferent

Nach oben

Bund Naturschutz begrüßt Erweiterung des Wasserschutzgebietes für Zeller Quellen

08.02.2006

  "Der Bund Naturschutz (BN) unterstützt die Erweiterung des Wasserschutzgebietes für die Zeller Quellen, denn ein funktionierender Grundwasserschutz ist essentiell - gerade in unserer niederschlagsarmen Region", so Karin Miethaner-Vent, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg. "Mit einem Anteil von bis zu 70 % beziehen die Einwohner von Würzburg ihr Trinkwasser überwiegend aus den Zeller Quellen. Auch die Gemeinde Zell wird mit Wasser der Zeller Quellen versorgt. Rund 140.000 Menschen sind somit davon abhängig, dass das Grundwasser ausreichend geschützt wird", ergänzt der Geschäftsführer Steffen Jodl. Aufgrund des stark zerklüfteten Untergrundes, der Schadstoffe (z. B. Nitrat) rasch in die Tiefe und damit in das Grundwasser vordringen lässt, sei ein Schutz besonders wichtig. "Die hydrogeologischen Gegebenheiten legen das Einzugsgebiet der Quellen fest, nicht Planungen von Kommunen oder Straßenbauvorhaben, wie die sogenannte Westumgehung oder der A3-Ausbau", stellt Karin Miethaner-Vent fest. Auch die Festlegung der Schutzgebietszonen mit ihren unterschiedlichen Auflagen müsse sich daran orientieren.   Daher fordert der Bund Naturschutz die Erweiterung des Wasserschutzgebietes für die Zeller Quellen bis zu den Grenzen des Einzugsbereiches. "Beim Trinkwasserschutz gibt es keinen Kompromiss, die Gesundheit vieler Menschen hängt davon ab, dass er funktioniert!", verdeutlichen die Vertreter des Bundes Naturschutz.

 

Karin Miethaner-VentDipl.-Biol. Steffen Jodl
1. Vorsitzende Geschäftsführer


Nach oben