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Ortsgruppen

Wildbienen schützen

 

 

Unsere Ernährer vom Menschen bedroht

In der Reihenfolge der Nutztiere steht nach Rind und Schwein die Honigbiene an dritter Stelle. Sie meinen, das kann doch wegen des bisschen Honigs unmöglich sein?

Sie müssen nur ein bisschen weiterdenken:

Ohne die Bestäubungsleistung der Bienen hätten wir Menschen mindestens 30 Prozent weniger Nahrungsmittel zur Verfügung. Das trifft auf fast alle Obst- und die meisten Gemüsesorten zu sowie indirekt auf alle Tiere, die Fleisch produzieren und von den Pflanzen leben. "ForscherInnen haben zudem herausgefunden: Je mehr Wildbienenarten es gibt, desto häufiger wird jede einzelne Blüte besucht. Und je häufiger eine Blüte bestäubt wird, desto größer wird die Frucht. Bis zu einem Drittel der Ernten ist unmittelbar von der Häufigkeit der Wildbienenbesuche an der Blüte abhängig." 

Ohne Bienen gäbe es auch nicht den Artenreichtum der Pflanzen- und Blumenwelt. In den verschiedensten Ökosystemen bestäuben viele Wildbienenarten die unterschiedlichsten Blütengemeinschaften und tragen so zum Überleben unzähliger Wildpflanzen bei.

 

Vielfalt der Wildbienen

 

Vielleicht noch wichtiger in ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und damit in ihrem Nutzen für den Menschen sind die Wildbienen, von denen es in Deutschland über 550 verschiedene Arten gibt. Dazu gehören die Hummeln, die wie die Honigbiene organisierte Insektenstaaten bilden, die Furchen-, die Sand-, die Pelzbienen, die Blattschneider- und Mörtelbienen, die Seiden- und die Sägehornbienen, darunter sehr kleine und unscheinbare Arten, die oft mit Fliegen und Wespen verwechselt werden. Die meisten von ihnen leben solitär. Auch schmarotzende "Kuckucksbienen" sind darunter, die ihren Nachwuchs anderen Bienen "unterschieben".

 

Wildbienen sind wichtig

 

Gerade wegen ihrer Artenvielfalt und der damit verbundenen weiten Verbreitung und den speziellen Anpassungen sind sie sehr wichtig als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. So werden Rotklee und Luzerne größtenteils von Wildbienen bestäubt. Hummeln fliegen noch bei niedrigen Temperaturen und kommen mit ihrem langen Saugrüssel in langkelchige Blüten, die Honigbienen verwehrt sind.

Wildbienen haben verschiedenste Lebensräume

 

Wildbienen brauchen für die Aufzucht ihrer Larven neben einem reichen Blütenangebot auch geeignete Plätze und Materialien für den Nestbau.

Zahlreiche Arten nehmen einfach schon vorhandene Hohlräume für die Anlage ihrer Brutzellen, zum Beispiel Fraßgänge anderer Insekten in altem Holz, verlassene Nester anderer Bienen, Steinspalten, Löcher im Verputz von Hauswänden oder Schilfhalme. Einige Mauerbienen mögen nur Schneckenhäuser.

Andere Arten stellen selbst die Räume für die Brutzellen her. Sie nagen Löcher in markhaltige Pflanzenstengel oder in morsches Holz oder sie graben Gänge in Lehmwände oder lockeren Sand.

Wildbienen sind gefährdet

 

Obwohl Wildbienen auch für den Menschen so wichtig sind, nehmen wir ihnen die Lebensgrundlage, sodass einige Arten in den letzten Jahrzehnten sehr selten geworden sind. Mindestens 60 % der Arten sind gefährdet. Bedroht sind sie durch unsere Kulturlandschaft und die hochtechnisierte Landwirtschaft.

Die Monokulturen bieten den Bienen nur eine beschränkte Nahrungspalette, dazu noch zeitlich sehr eingeengt. Die Wiesen werden bis zu vier mal im Jahr vor der Blüte gemäht und das Gras meist siliert. So kommt es, dass ganze Bienenvölker mitten im Sommer verhungern.

Die Ausbringung von Insektiziden, die Schadinsekten treffen sollen, treffen auch die Nutztiere und natürlichen Feinde der Schädlinge. Totaler Verzicht auf Pestizide ist heute kaum mehr möglich. Ein gangbarer Weg wäre biologische Schädlingsbekämpfung und - wenn nötig - in Kombination mit Agrochemie.

Das Verschwinden von Ackerrainen mit ihrer Vielzahl von Pflanzen und Blüten ist nicht nur eine Verarmung unserer heimatlichen Landschaft, sondern entzieht auch den Bienen und einer Vielzahl von weiteren Kleinlebewesen die Lebensgrundlage.

Von besonderer Bedeutung ist der Erhalt von Mager- und Trockenbiotopen. Sie sollten extensiv genutzt und von Gehölzen freigehalten werden.

Unser großzügiger Flächenverbrauch für Straßen, Industrieansiedlungen oder neu ausgewiesene Siedlungsgebiete und die Versiegelung wertvoller Lebensräume tragen ebenfalls zum Artensterben bei.

Wildbienenschutz am Haus und im Garten

 

Sie können selbst mit gezielten Hilfsmaßnahmen vor ihrer eigenen Haustüre die Situation für manche Wildbienenarten verbessern. Nebenbei schafft dies mehr Naturverbundenheit.

Dulden Sie in Ihrem Garten "wilde" Ecken, mähen Sie Ihren Rasen seltener, damit Klee und andere Pflanzen zur Blüte kommen können, pflanzen Sie besonders attraktive Bienenpflanzen (z.B. Mohn, Boretsch, Lavendel, Thymian, Salbei) und kombinieren Sie diese mit geeigneten Nistmöglichkeiten. Eine blütenreiche Wiese oder ein Gründach auf der Garage mit Trockenpflanzen bieten weitere Lebensräume. Auf den Einsatz von Pestiziden sollten Sie grundsätzlich verzichten.

 

Weitere Informationen im Internet:

www.wildbienen.de

https://bienen.info/bienensterben-wie-wichtig-ist-der-bienenschutz/

www.wildbienen.info

www.naturgartenfreude.de/wildbienen/

www.hobos.de (Universität Würzburg, Prof. Dr. Jürgen Tautz)

https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/wildbienen.html