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Die Wiesenweihe

Durch die fortschreitende Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes (Feuchtwiesen und Flachmoore) ging der Bestand dieser Greifvogelart in den letzten 50 Jahren europaweit stark zurück. Heute gehört die Wiesenweihe auch in Bayern zu den besonders geschützten Arten (Kategorie I: vom Aussterben bedroht).

Durch besondere Bemühungen von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Landesverbandes für Vogelschutz (LBV) konnte sich aber ein größerer Bestand im Ochsenfurter Gau, um Uffenheim und bei uns nordöstlich von Würzburg entwickeln.

Landrat Waldemar Zorn würdigte im April 2002 das Bemühen, den Standort der Wiesenweihe zu festigen, und bedankte sich „für diese sinnvolle Tätigkeit“.

Der Wiesenweihen-Bestand wird derzeit in Deutschland auf 250 bis 300 Brutpaare geschätzt. In Bayern brüten ca. 80 Paare, davon 2001 allein 70 Brutpaare (87 %) in Mainfranken. Nach Verlust der natürlichen Lebensräume haben  sich  die Wiesenweihen hier besonders Wintergerstenfelder als Brutplätze ausgesucht.

Damit der Nachwuchs nicht durch das Abernten gestört oder gar getötet wird, bestimmen viele Ehrenamtliche die exakten Brutplätze, machen die entsprechenden Landwirte ausfindig und besprechen mit diesen die notwendigen Maßnahmen. Dazu stecken sie sogenannte Horstschutzzonen (meist 50 x 50 m) ab, die zum Schutz der Brut erst zu einem späteren Zeitpunkt geerntet werden sollen. Die betroffenen Landwirte erhalten für den entgangenen Marktwert des Getreides und den Mehraufwand bei der Bewirtschaftung eine Ausgleichszahlung aus dem staatlichen Landschaftspflegeprogramm. (Quelle: Bayer. Landesamt für Umweltschutz)

Der Flug der kleinsten in Europa lebenden Weiheart ist sehr elegant und ähnelt fast dem einer Seeschwalbe oder Möwe. Kleinvögel und Fluginsekten werden oft im Flug erbeutet. Die Nahrungssuche (Kleinsäuger, Jungvögel, Eidechsen) findet im niedrigen Suchflug über offenem Gelände statt.

Die Wiesenweihe ist gesellig. Der Brutplatz ist meist ein dürftiger Bodenhorst aus trockenem Pflanzenmaterial in höherer Vegetation. Die Eiablage ist Mai/Juni. Das Gelege besteht zumeist aus 3 – 5 Eiern. Die Brutdauer beträgt 28 – 30 Tage, die Nestlingszeit 35 – 40 Tage. Hauptsächlich brütet das Weibchen. Junge Wiesenweihen werden auch nach dem Flüggewerden noch weiter vom Vater mit Nahrung versorgt.

Unsere Wiesenweihen überwintern im tropischen Afrika südlich der Sahara. Sie kehren erst ab Mitte April wieder in ihre Brutgebiete zurück.