WÄLDER UM WÜRZBURG LEIDEN MASSIV UNTER KLIMAKRISE BUND NATURSCHUTZ FORDERT UMFASSENDEN UND RASCHEN KLIMASCHUTZ

Die Auswirkungen der Klimakrise werden auch in der Region um Würzburg immer stärker sichtbar. Am Beispiel der Wälder wird dies aktuell besonders deutlich, die hier klimabedingt zum größten Teil aus Laubbäumen bestehen, die bislang als wärmetolerant galten. „Während in vielen Regionen Bayerns besonders Nadelbäume absterben, sind in unserem Weinbauklima aber sogar Laubbäume betroffen. Auch die Rotbuche - unsere Hauptbaumart - leidet zunehmend unter der extremen Trockenheit und Hitze“, stellt Armin Amrehn, 1. Vorsitzender des BUND Naturschutz Würzburg/BN fest. „Wir können den Klimaschutz nicht noch länger aussitzen und brauchen dringend umfassende Klimaschutzmaßnahmen. Hierzu zählt auch ein Tempolimit auf Autobahnen“, appelliert Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN an die Politik. Zudem müssen die Wälder in der waldarmen Verdichtungsregion Würzburg vor Rodungen geschützt werden. „Der Regionalplan ist daher unter den Gesichtspunkten der Klimakrise dringend zu überarbeiten. Die Wälder werden für den Schutz des Klimas in unserer Region immer wichtiger. Der Abbau von Bodenschätzen darf keinen Vorrang mehr haben“, fordert Armin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe. „Jetzt muss der Waldschutz Vorrang bekommen - auch bei der Waldbewirtschaftung.“

16.07.2019

Die Wälder rund um Würzburg zeigen ein zunehmend erschreckendes Bild. Auffallend viele Laubbäume zeigen deutliche Trockenschäden. Baumkronen sind ausgelichtet oder braun. Manche Bäume sind schon komplett abgestorben. Eine weitere Verschärfung des Baum- und Waldsterbens würde zahlreiche zentrale Leistungen dieser Wälder für die Daseinsvorsorge stark beeinträchtigen und gefährden. Neben der Funktion als Lebensraum haben die Wälder gerade in der waldärmsten Region Bayerns zentrale Bedeutung für das Mikroklima, den Trinkwasserschutz und die Erholung.
Der BUND Naturschutz fordert daher dringend umfassende Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen. So ist nicht nachvollziehbar, dass sich die Bundesregierung noch immer gegen ein Tempolimit auf Autobahnen wehrt. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass mit einer Begrenzung auf 120 km/h sofort 3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können. Das entspricht knapp 10 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen der Pkw auf deutschen Autobahnen. Weitere Einsparungen sind mit einem Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen und 30 km/h innerorts möglich.
Zudem benötigen wir mehr Waldschutz in den Regionalplänen. Es kann nicht sein, dass in der waldarmen Verdichtungsregion um Würzburg der Abbau von Bodenschätzen im Wald Vorrang vor dem Waldschutz genießt und hektarweise Wald gerodet wird, obwohl Wiederaufforstungen aufgrund der Klimaveränderung in unserer Region immer schwieriger werden.
Auch muss die Bewirtschaftung der Wälder extensiver werden. Auflichtungen  und Freistellungen sind in Anbetracht der Klimaentwicklung kontraproduktiv für den Wald. Auch muss Totholz  im Wald verbleiben und die Anzahl der Rückegassen (aktuell alle 20-30 Meter) ist deutlich zu reduzieren, da diese eine unverträgliche Bodenverdichtung zur Folge haben. In diesem Zusammenhang ist es dem BN auch unverständlich dass Vorschläge zum Naturwaldkonzept des Forstbetriebes Arnstein – vor allem zu einem Nutzungsverzicht auf Teilflächen von 15 Prozent des Waldes in der Region - nicht berücksichtigt wurden und ein Naturwaldreservat im Gramschatzer Wald abgelehnt wurde, so der BN abschließend.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
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