BUND NATURSCHUTZ: UMGEHUNG VON RIMPAR VERLAGERT BELASTUNGEN NACH SANKT-FLORIAN-PRINZIP

„Die geplante Westumgehung von Rimpar wird aus Sicht des BUND Naturschutz/BN die Verkehrsprobleme nicht lösen. Sie ist reines Stückwerk, verlagert Probleme nach dem Sankt-Florian-Prinzip auf andere Gemeinden und schafft neue Betroffenheiten“, kritisiert Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg, die Planung. In Hinblick auf Luftverschmutzung, Klimawandel, Artensterben und Flächenfraß sind nachhaltige Verkehrskonzepte dringend erforderlich. „Der BUND Naturschutz fordert daher als einzig sinnvolle Alternative einen umfassenden und zügigen Ausbau des ÖPNV. Gleichzeitig müssen alle Bürgerinnen und Bürger den ÖPNV auch als nachhaltige Alternative annehmen“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN.

16.03.2018

Die Fiktion der Beseitigung von Verkehrsbelastungen durch Straßenbau und der damit vermittelten Garantie unbegrenzter Mobilität ist tragende Säule des herrschenden Wachstumsdogmas und Ursache für immer neue Verkehrsbelastungen. Anstatt eine umfassende Verkehrswende einzuleiten, werden den Bürgerinnen und Bürgern in belasteten Kommunen vor allem Umgehungsstraßen als Problemlösung vermittelt. Damit wird das Problem der Verkehrsbelastung aber nicht gelöst, sondern nur verlagert und zudem auf dem Rücken von Natur und Landschaft ausgetragen. Das vorliegende Vorhaben ist ein Beispiel für diese verfehlte Verkehrspolitik. Die zusätzlich induzierten Belastungen werden vor allem Ortschaften wie Maidbronn, Versbach, Güntersleben, Gadheim und Veitshöchheim zu tragen haben. Dieses Sankt-Florians-Prinzip schafft somit neue Probleme, ohne die Belastungen für ein wachsendes Rimpar nachhaltig zu lösen. Schon jetzt werden die Rufe nach einer Umgehung von Güntersleben immer lauter, sollte es in Rimpar zu einer Umfahrung kommen. Doch welche Lösung will man dann den Bürgerinnen und Bürgern in Veitshöchheim und Versbach bieten? Soll eine Süd-Umfahrung zur vermeintlichen Entlastung von Maidbronn noch mehr Verkehr in die Region holen, mit größten Eingriffen in das Pleichachtal?

Die BewohnerInnen in Rimpar würden vor allem in den westlichen Ortsteilen zusätzlich mit Lärm und Abgasen belastet, die der Westwind in den Ort treibt. Und den erheblichen Ziel- und Quellverkehr in Rimpar wird man so auch nicht spürbar reduzieren. Zudem würde wertvoller Erholungsraum entwertet werden und Lebensraum für ohnehin schon bedrohte Arten unwiederbringlich verloren gehen. Nur mit einem Umstieg vom Kraftfahrzeug auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist eine nachhaltige Lösung möglich. Die Politik vor Ort ist gefordert den ÖPNV zügig auszubauen, anstatt weiterhin Millionen in neue Straßen zu investieren.

 

Für Rückfragen:                                    
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 09 31/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
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