BUND NATURSCHUTZ: STADT WÜRZBURG GREIFT ERNEUT IN DEN LEBENSRAUM DES FELDHAMSTERS EIN

„Mit zwei weiteren Baugebieten in Lengfeld plant die Stadt Würzburg weitere rund 20 Hektar Ackerland im Lebensraum des massiv vom Aussterben bedrohten Feldhamsters zu überbauen“, stellt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz/BN fest. „Die Regierung von Unterfranken hat sogar schon die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für diesen Eingriff in Aussicht gestellt, obwohl die Feldhamsterpopulationen massiv einbrechen“, kritisiert Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

28.09.2020

Die landwirtschaftlich genutzten Lössflächen im Nordosten Würzburgs stellen einen bundesweit bedeutenden Lebensraum für den Feldhamster dar. Die nun geplanten Baugebiete („Wohn- und Mischgebiet Lengfeld Nord“ und „Wohngenbiet Carl-Orff-Straße / Georg-Engel-Straße“) würden diesen Lebensraum weiter verkleinern. Dabei ist es schon fünf vor zwölf, will man den stark gefährdeten Feldhamster noch retten. Aktuelle Untersuchungen im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigen, dass sich zwischen 2017 und 2019 die Rückgänge der Feldhamsterbestände dramatisch beschleunigt haben. Die Nachweisdichten haben sich über das Gesamt-Untersuchungsgebiet in Mainfranken zwischen den Untersuchungsjahren mehr als halbiert. Der BUND Naturschutz fordert daher die Kommunen auf, weitere Eingriffe in den Lebensraum des Feldhamsters zu unterlassen. Von der Regierung von Unterfranken erwartet der BN, dass keine weiteren Ausnahmegenehmigungen für derartige Eingriffe mehr ausgestellt werden. Zudem ist eine angepasste gute landwirt­schaftliche Praxis, die dem Feldhamster ein Überleben sichert, dringend nötig.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
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