BUND Naturschutz: Radschnell- und Pedelec-Trasse ohne Sinn und Beteiligung der Verbände

„Die geplante interkommunale Radschnell- und Pedelec-Trasse von der Würzburger Innenstadt entlang des Geländes der zukünftigen Landesgartenschau nach Rottendorf und Gerbrunn erfüllt nicht die Kriterien einer bedarfsgerechten und umweltverträglichen Radverkehrsroute“, meint Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz /BN . „So wäre eine Steigung von bis zu 14 % zu überwinden und es käme zu unnötigen Versiegelungen in der freien Landschaft. Zudem bestehen bereits entlang von Straßen Radtrassen nach Rottendorf und Gerbrunn, die ertüchtigt werden könnten“, ergänzt Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN. Der BUND Naturschutz kritisiert zudem die nicht vorhandene Absprache mit den Verbänden und den zuständigen städtischen Beiratsgremien.

02.10.2017

Der BUND Naturschutz setzt sich für eine konsequente ökologische Verkehrswende und damit für die Förderung und den Ausbau des Radverkehrs ein. Dies steht allerdings immer in der Abwägung mit dem Interesse, nicht noch weitere Flächen zu versiegeln. Ein Neubau von Radwegen vor allem in der freien Landschaft muss daher in jedem Fall bedarfsgerecht begründet und für eine große Nutzergruppe angelegt sein.

Die geplante Trasse verläuft vom Würzburger Hauptbahnhof über den Berliner Ring in die Beethovenstraße und weiter über die Gneisenaustraße zum Zweierweg und Elferweg (Abschnitte 1 bis 14). Von hier erfolgt in den Abschnitten 15 bis 16 ein asphaltierter Neu- und Ausbau mit einer Breite von 3 Meter am östlichen Ende des Naherholungsgebietes Lehnleiten vorbei. Es muss dabei eine Steigung von bis zu 14 % überwunden werden, bevor es dann wieder talwärts geht. Die Trasse endet an einem Firmengelände  weit vor der Kitzinger Straße.  Der Anschluss an weiterführende bestehende Radtrassen jenseits der vielbefahrenen Kitzinger Straße, u.a. an den Abschnitt 17, ist nicht geregelt.

Wer diese neue Route abseits jeglicher Alltagsziele überhaupt nutzen soll, bleibt unklar, zumal sie wegen der hohen Steigungen nur für E-Räder und Pedelecs gedacht ist. Das Naherholungsgebiet an den Lehnleiten und auch das LGS-Gelände wären über bestehende asphaltierte Wege auch anderweitig gut erreichbar.

Eine Beteiligung des Naturschutzbeirats fand nicht statt. Auch der Radverkehrsbeirat wurde nur „informiert“ und auch erst dann, als bereits Förderungen aus Bundesmitteln genehmigt und die Baumaßnahmen ausgeschrieben waren. Eine Möglichkeit, die Planungen noch zu ändern, bestand also nicht. Der BN kritisiert dieses Vorgehen der Stadt Würzburg und den Bau eines wenig sinnvollen Radweges durch die Landschaft.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
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