BUND NATURSCHUTZ KRITISIERT UMBRUCH VON FELDHAMSTERFLÄCHE BEI BERGTHEIM – VERSTOß GEGEN NATUR- UND ARTENSCHUTZ

„In der Gemarkung Bergtheim wurden vor wenigen Wochen Ausgleichsflächen für den Feldhamster umgebrochen“, stellt Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg beim BUND Naturschutz/BN mit Erschrecken fest. „Nach Informationen des BN wurden auf diese Fläche auch Feldhamster umgesiedelt. Damit wurde klar gegen Natur- und Artenschutzrecht verstoßen“, kritisiert Steffen Jodl, Geschäftsführer bei der BN-Kreisgruppe den Umbruch. Der BN fordert die Naturschutzbehörden auf, diesen eklatanten Verstoß zu ahnden.

27.06.2018

Feldhamsterflächen umgebrochen
Bei Eingriffen in den Lebensraum des Feldhamsters ist es in der Regel nötig, Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. Diese müssen vor Beginn des Eingriffs bereitgestellt werden, damit sie als Ersatzlebensraum wirken können und es zu keiner Verschlechterung für die Feldhamsterpopulation kommt. Eine derartige Fläche, mit einer Gesamtgröße von über 6 ha, wurde vor wenigen Wochen in der Gemarkung Bergtheim umgebrochen und neu eingesät. Für den BN ist dieses Vorgehen unfassbar, da so klar gegen Natur- und Artenschutzrecht verstoßen wurde. Nach Informationen des BN befanden sich auf der Fläche neben dem Feldhamster auch weitere europarechtlich geschützte Arten wie die Feldlerche.

Wiesenbrüterflächen  in Acker umgewandelt
Unverständlich ist für den BN aber auch, dass diese Fläche überhaupt von der Regierung von Unterfranken als Ausgleichsfläche für den Feldhamster anerkannt wurde. Denn es handelte sich hier um eine für Wiesenbrüter wichtige Wiesenfläche. Es galt sogar die Vorgabe, die Flächen bis Ende Juni zum Schutz dieser Vögel nicht zu betreten. Damit diese Fläche vom Feldhamster genutzt werden kann, wurde die Fläche aber schon im vergangenen Jahr umgebrochen und mit anderen Arten neu eingesät, eine Wiese also in Ackerland umgewandelt. Da diese Einsaat scheinbar nicht funktionierte wurde nun erneut umgebrochen und damit Wiesenbrüter und  Feldhamster gleichermaßen geschädigt.

Wasserschutz beeinträchtigt
Zudem befindet sich ein großer Teil im Wasserschutzgebiet, direkt neben den Brunnen. Ein Umbruch führt zu einer Mobilisierung von Stickstoff im Boden und regt die Nitratbildung an, was sich negativ auf das Trinkwasser auswirkt. Dass eine derartige Maßnahme im Wasserschutzgebiet durchgeführt wird, ist für den BN unverständlich.

 

Für Rückfragen:                                    
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 09 31/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 225.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.300 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.