BUND NATURSCHUTZ: KLIMASCHUTZ MUSS OBERSTE PRIORITÄT IN DER STADTPLANUNG ERHALTEN

„Die Stadt Würzburg ist ein hot-spot des Klimawandels. Erste Auswirkungen sind deutlich zu spüren“, stellt Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz/BN fest. Auf Basis des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 hat der Stadtrat daher ein Klimaversprechen beschlossen, das zentrale Ziele und Grundlagen für den Klimaschutz in Würzburg festlegt. „Klimaneutralität“ wird angestrebt. „Dies erfordert jedoch auch eine klare Prioritätensetzung für den Klimaschutz bei der Ausweisung neuer Baugebiete“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

09.03.2020

Aktuell werden am Hubland neue Wohngebiete ausgewiesen (zum Beispiel am Belvedere und am Gerbrunner Tor). „Die Stadt Würzburg hat dort als Grundeigentümerin und Verkäuferin von Baugrund leicht die große Möglichkeit einen Passivhausstandard und die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern vorzuschreiben“, erläutert Steffen Jodl. Beides ist unabdingbar zum Erreichen der Klimaschutzziele und hat zudem eine breite Vorbildwirkung. Auch über das Baugesetzbuch (Paragraph 9) lassen sich Gebiete ausweisen, in denen bei der Errichtung von Gebäuden bestimmte bauliche oder sonstige technische Maßnahmen für die Erzeugung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplungen getroffen werden müssen. „Diese einmalige Chance den Klimaschutz voranzubringen, darf die Stadt Würzburg nicht ungenutzt lassen. Es müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um beim Klimaschutz eine maximale Wirkung zu erzielen!“, fordert Steffen Jodl. Hierzu zählt auch eine Fassadenbegrünung, die das Aufheizen von Fassaden deutlich reduziert.

„Auch das Wassermanagement ist an die neuen Herausforderungen anzupassen“, weiß der Kreisvorsitzende Armin Amrehn und konkretisiert: „So ist Niederschlagswasser, das nicht vor Ort versickert werden kann, nicht in das Mischwasserkanalnetz abzuführen, wo es dann mit Fäkalien verschmutzt wird und vor Ort nicht mehr zur Verfügung steht. Es ist für die Bewässerung von Grünanlagen/-strukturen im Gesamtgebiet zurückzuhalten und zu nutzen (Stichwort „Schwammstadt“). Entsprechende Bevorratungsmöglichkeiten sind zu schaffen.“ Seit 17 Jahren gab es bei der Grundwasserneubildung in unserer Region keine Überschüsse mehr. „Niederschlagswasser darf daher nicht aus der Fläche abgeführt werden“, so der BN abschließend.

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 245.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.600 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.