BUND NATURSCHUTZ FORDERT KONSEQUENTEN GRUNDWASSERSCHUTZ: DIE LANDWIRTSCHAFT MUSS SICH ANPASSEN

„Der Klimawandel deckt es schonungslos auf: Die Bewässerung in der Landwirtschaft wird nicht mehr nachhaltig betrieben und wird zur Konkurrenz der Trinkwasserversorgung", so Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg im BUND Naturschutz/BN. Sinkende Grundwasserspiegel bereiten gerade im niederschlagsarmen Unterfranken zunehmend Probleme. „Die Landwirtschaft muss sich daher umstellen und zukünftig grundwasser- und bodenschonend wirtschaften", fordert Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN.

02.05.2017

Die Grundwasserneubildungsrate liegt im Raum Würzburg aktuell 40 % unter den langjährigen Werten.  Ein Großteil der Grundwassermessstellen zeigt in oberen und tieferen Schichten sehr niedrige Grundwasserstände an. Hiervor warnt der BUND Naturschutz schon seit vielen Jahren, denn diese Entwicklung war mit Blick auf den Klimawandel absehbar. „Dennoch wurden in den vergangenen Jahren immer wieder neue Genehmigungen zur Grundwasserentnahme und Bewässerung in der Landwirtschaft erteilt. Ein „Weiter so“ kann es nun nicht mehr geben", warnt Armin Amrehn.  Ob eine energie- und kostenintensive Bereitstellung von Mainwasser zumindest zur Bewässerung der umfangreichen Gemüseanbauflächen zwischen Würzburg und Schweinfurt machbar und sinnvoll ist, ist für den BN eher fraglich.
Die Landwirtschaft muss sich daher an die zunehmend verändernden Standortverhältnisse anpassen. Das heißt: Der Wasserverbrauch muss reduziert werden, auch durch eine entsprechende Sortenwahl. Die Überkopfbewässerung muss der Vergangenheit angehören. Ausschließlich eine Tröpfchenbewässerung darf noch zur Anwendung kommen. Der Humusanteil in den Böden muss wieder erhöht werden. Das Bodenleben ist zu fördern, um so die Wasseraufnahme gerade bei Starkregen wiederherzustellen. Der hohe Pestizid- und Kunstdüngereinsatz und die Bodenverdichtung durch immer schwerere Maschinen haben die Böden weitgehend zerstört.  Eine Fruchtfolge mit Zwischenbegrünung ist zur Bodenerholung essentiell. Die Anlage von Windschutzhecken auf den weitgehend ausgeräumten Flächen ist dringend nötig, um die  Verdunstung und Winderosion zu reduzieren. Hierfür sind Flächen zur Verfügung zu stellen. Die Ausweisung von immer neuen Gewerbeflächen ist jedoch kontraproduktiv, da durch die Versieglung die Grundwasserneubildung reduziert wird. Wichtig ist aber auch eine effektive Kontrolle der Grundwasserentnahmen durch die Behörden. Die Anzahl der Kontrolleure muss unbedingt aufgestockt werden. Eine Person für ganz Unterfranken ist nicht ausreichend, so der BN abschließend.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 09 31/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
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