BN APPELLIERT AN KOMMUNEN UND WALDBESITZER: KEINE VERGIFTUNG DER EICHENWÄLDER

In den nächsten Wochen plant die Forstverwaltung Eichen-und Laubmischwälder in vielen Landkreisen Bayerns vom Hubschrauber aus flächig mit dem Insektizid Mimic (Wirkstoff Tebufenozid) zu vergiften. Dazu befragt die Forstverwaltung derzeit Waldbesitzer und Kommunen, ob sie ihre Wälder begiften lassen wollen.Trotz mehrfacher Nachfrage hat das Forstministerium dem BN die Waldgebiete mit Schwammspinnerbefall nicht mitgeteilt. Der BN geht aber davon aus, dass auch Wälder im Landkreis Würzburg betroffen sind. „Wir appellieren als BN-Kreisgruppe an Waldbesitzer und Kommunen in unserem Landkreis einem flächigen Gifteinsatz in ihren Wäldern nicht zuzustimmen“, so Kreisgruppenvorsitzender Armin Amrehn. „Nach unserer Ansicht sind die flächigen Gifteinsätze nicht zulässig“, so Ralf Straußberger, Waldreferent des BUND Naturschutz in Bayern (BN). „Denn trotz mehrfacher Nachfrage des BN konnte die Forstverwaltung nicht belegen, dass in den letzten Jahren Wälder durch Schwammspinnerfraß abgestorben sind“. Die zentrale Grundbedingung für einen derartigen Gifteinsatz in Wäldern ist, dass die betroffenen Eichenwälder in ihrem Bestand bedroht sind, d.h. dass ein flächiges Absterben droht. Damit entfällt aber die zentrale Grundlage für eine derartige flächige Vergiftung der Waldökosystem aus der Luft. Der BN fordert deshalb von der Staatsregierung, die Begiftungsaktionen in Eichenwäldern einzustellen.

Eiche Photo: Wolfgang Schödel

02.04.2020

Kein staatlich organisiertes Insektensterben

Bislang wurden die Begiftungsaktionen mit 100 % der Kosten vom Staat „gefördert“. „Anstatt auf Staatskosten ein Insektensterben im Wald zu organisieren und durchzuführen, fordern wir von der Staatsregierung, dass sie die Waldbesitzer angemessen entschädigt, die ihre Wälder nicht vergiften lassen“, so Straußberger. „Die Versprechungen der Staatsregierung zur Bekämpfung des Insektensterbens und zur Umsetzung des Artenschutz-Volksbegehrens entpuppen sich als reine Lippenbekenntnisse, wenn hier die sehr artenreichen Eichenwälder flächig vergiftet werden“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg. Auf keiner anderen heimischen Baum-oder Pflanzenart leben mehr Insektenarten als auf der Eiche, allein etwa 400 Schmetterlingsarten. Die Begiftung trifft alle frei fressenden Insektenarten, die von Blättern aller vorhandenen Baum- und Straucharten sowie Arten der Gras- und Krautschicht in diesen Wäldern fressen.

 

Für Rückfragen: Dr. Ralf Straußberger, BN-Waldreferent, Mobil 0171-738 17 24

 

Foto: Wolfgang Schödel