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Biberlandschaften wirken Austrocknung entgegen

Vielerorts sind aufgrund wochenlang anhaltender Hitze und fehlendem Niederschlag vor allem kleine Fließgewässer dem Austrocknen nahe - mit fatalen Konsequenzen für Tiere dieser Lebensräume. Vom Biber geschaffene Feuchtlandschaften sind nun oft letzte Rückzugsgebiete für Fische, Amphibien oder Libellenlarven.

12.08.2022

Seit Jahrmillionen ist ein tierischer Wasserwart im Einsatz, der es wie kein anderer versteht, mit dem zur Verfügung stehenden Wasser optimal zu haushalten: Der Biber. Er baut Dämme, die das Wasser zurückhalten, und schafft so wasserreiche Lebensräume ohne diese Leistung in Rechnung zu stellen. Und er profitiert nicht alleine von seiner Fähigkeit.

„Durch die anhaltenden Dürreperioden in diesem Sommer trocknen viele Bachläufe und sogar Stillgewässer aus. Allerletzte Rückzugorte, die Fische, Amphibien, Wasserkleinstlebewesen, Muscheln & Co. vor dem sicheren Tod bewahren, sind vom Biber gestaltete Gewässer mit ihren strukturreichen Feuchtbereichen“, erklärt Armin Amrehn von der BN-Kreisgruppe Würzburg. „Damit bleibt auch der Tisch für zahlreiche andere Arten wie Fledermäuse, Insekten, Libellen reich gedeckt, wie zum Beispiel im Zeubelrieder Moor bei Erlach.“

Der Biber schafft den Gewässern wieder den (Lebens-)Raum, den sie früher hatten und den sie brauchen. Gerade in den Sommermonaten haben Biber oft den Wasserstand mittels Biberdämmen vor ihren zahlreichen Wohn- und Ruhestätten etwas mehr als üblich erhöht, denn nicht zuletzt die vor wenigen Wochen zur Welt gekommenen Biberbabys benötigen nun besonders hohen Schutz sowie optimale Voraussetzungen, um bei Gefahr abtauchen zu können.

„Dort, wo das Wasser jetzt über die Ufer tritt, verteilt es sich in mehreren Kleinstwasserarmen in der angrenzenden Landschaft. Dort entstehen nicht nur Lebensräume, sondern auch das Grundwasser wird angereichert, denn ein Teil des Wassers versickert im Boden. In entwässerten Moorgebieten ist der Biber mittlerweile ein zentraler Partner für die Grundwasseranhebung, die für Klima- und Naturschutz nötig ist“, so Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim BN.  

Wo diese Flächen genutzt werden, kann das bei Land-, Forst und Teichbewirtschaftern zu Sorgen und Unzufriedenheit führen. Doch mit diesen Problemen ist niemand alleine gelassen, hierfür gibt es unterstützende Hilfe durch das Bayerische Bibermanagement und als direkten Ansprechpartner die Unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern. Sie werden unterstützt durch ehrenamtliche Biberberater*innen in ganz Bayern. Sie informieren ausführlich und umfassend über den Biber und seine Lebensweise sowie die Möglichkeiten, wie wir mit dem Biber als Gewässernachbar gemeinsam leben können.