BIBERDÄMME ZERSTÖRT - BUND NATURSCHUTZ ERSCHÜTTERT

An der Pleichach im Landkreis Würzburg wurden zwei Biberdämme vom Wasserwirtschaftsamt eingerissen - mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. „Der BUND Naturschutz ist erschüttert über diesen Eingriff“, kritisiert Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND Naturschutz/BN, die Maßnahme deutlich. „Damit wurde ein letzter wasserreicher Lebensraum an der zur Zeit weitgehend ausgetrockneten Pleichach zerstört und somit auch ein Biotop für Amphibien, Insekten, Fische und andere Wassertiere“, schimpft Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim BN. „Dies war sinnloser Aktionismus. Will man der Pleichach wirklich helfen, dann muss man dafür sorgen, dass das Grundwasser geschützt wird und nicht jährlich viele Hunderttausende Kubikmeter Grundwasser auf Gemüsefelder ausgebracht werden“, ergänzt Steffen Jodl. „Hier sollte das Wasserwirtschaftsamt tätig werden und nicht die Zerstörung seltener Lebensräume und Rückzugsgebiete für bedrohte Arten anweisen“, ergänzt Armin Amrehn. „Dass dies auch noch von der Naturschutzbehörde am Landratsamt genehmigt wurde, ist für den BN unverständlich – denn dies ist kein Naturschutz, sondern eine Eingriffserleichterung“, so Armin Amrehn weiter.

20.09.2019

Biber leben im Familienverband in geräumigen Wohnbauten, den Biberburgen.  Der passionierte Hoch- und Tiefbauer errichtet sie aus abgenagten Zweigen, Ästen und Schlamm. Der Eingang zur Biberwohnung muss dabei  immer unter Wasser liegen, sonst fühlt sich der geschickte Schwimmer nicht sicher. Daher baut er bei wechselnden Wasserständen einen Biberdamm. Im Umfeld entstehen dabei unterschiedlichste Mini-Lebensräume: ruhige Wasserbecken fast ohne Strömung, sauerstoffreiche Wirbel und sichere Verstecke für zahlreiche Wasserlebewesen. Verschiedene Frosch- und Molcharten sowie zahlreiche Fisch- und Libellenarten fühlen sich im Biberrevier wohl. Wird der Damm zerstört - wie nun an der Pleichach - ist der Biber gezwungen, diesen neu zu errichten. Das kostet unnötig Energie und zusätzliches Baumaterial. Das für viele Arten lebenswichtige Feuchtbiotop ist aber erst einmal zerstört.

 

Für Rückfragen:
Steffen Jodl
Diplom-Biologe
Geschäftsführer
Tel. 0931/43972
E-Mail: steffen.jodl@bn-wuerzburg.de

 

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz (BN)
Der BN ist mit rund 225.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Die Kreisgruppe Würzburg hat in Stadt und Landkreis über 6.600 Mitglieder. Wir setzen uns für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.